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    Sennfeld

    Frische Luft vom Dach des Neubaus

    Für über 15 Millionen Euro wird die Grund- und Mittelschule Sennfeld saniert und erweitert. Die Lüftungsanlage wird nach dem Beschluss des Gemeinderats auf dem Dach des Neubaues (links) platziert. Foto: Gemeinde Sennfeld

    Einen weiteren Baustein bei der geplanten Erweiterung und Generalinstandsetzung der Grund- und Mittelschule legte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung: Einstimmig sprach er sich dafür aus, die nötige, zwölf Tonnen schwere Lüftungsanlage auf dem Dach des Neubaues zu platzieren und einzuhausen.

    Es war mit 90 000 Euro die kostengünstigste der drei möglichen Varianten und vom Bauablauf her auch die sinnvollste, zumal sie sofort in Betrieb genommen werden könne, erläuterte Fachplaner Ralf Geyer den Gemeinderäten. Allerdings müsste bei einer eventuellen späteren Aufstockung des Flachdachgebäudes für weitere Klassenzimmer die Anlage zurück- und neu aufgebaut werden. Und für eine Bedienung und Wartung müsse man auf das Dach steigen. Was für die wenigen Male aber zumutbar sei.

    Der Planer hatte vor der Entscheidung als zweite Variante eine Positionierung der Lüftungsanlage im Spitzboden der Grundschule vorgeschlagen, da sie dort von außen nicht sichtbar wäre. Allerdings müsste dazu nach den Vorgaben des Statikers in den alten Dachstuhl etliche Stahlträger zur Lastenverteilung eingebracht und das Dach geöffnet werden. Das Gerüst müsste länger stehen, der Schulbetrieb würde für längere Zeit gestört. Zudem schlage diese Variante mit 330 000 Euro zu Buche. Damit würde außerdem gleichzeitig eine weitere Baustelle auf dem Gelände eröffnet, warf Architekt Sebastian Pollach ein.

    Als dritte Variante hatte der Fachplaner einen Standort auf der hinteren Ecke der Mittelschule vorgestellt. Allerdings sei diese statisch gesehen das schlechteste Bauteil, auch dort seien neue Stahlträger nötig, die Herstellungskosten lägen bei 120 000 Euro. Wegen der verzögerten Inbetriebnahme sei es dort vom Bauablauf her zudem ungünstig.

    Bürgermeister Oliver Schulze sprach sich für die erste Variante aus, angesichts der Kosten, des Unterrichtsablaufs und der zu vermeidenden mehrfachen Baustellen auf dem Gelände. Für die SPD stimmte Helmut Heimrich ebenfalls dem Standort auf dem Neubau zu.

    Nachgefragt wurde von Holger Merz, ob die Lüftungsanlage auf eine Stahl- oder Betonplatte gesetzt und bei Bedarf dadurch leichter versetzt werden könnte. Laut dem Architekten werde die thermische Hülle mit dem Dach verbunden. Wenn aufgestockt würde, müsste sowieso alles zurückgebaut werden. Aber für die nächsten zehn bis 15 Jahre sei dies aufgrund des Erweiterungsbaues und der neuen Räume nicht nötig. Und wenn dann ein weiteres Stockwerk aufgesetzt würde, müsste laut Fachplaner Geyer eine neue, dann größer ausgelegte Lüftungsanlage aufgesetzt werden, die bis dahin sicher auch noch energieeffizienter ausgelegt sei.

    Nachfragen von Helga Jurisch, Stefan Eichhorn und Gerold Schömig betrafen die Lärmemission. Man werde sich selbstverständlich an die Vorgaben halten, so Geyer. Am Wochenende, nachts und in den Ferien werde die Anlage zudem heruntergefahren, im Sommer ein Tag-Nacht-Ausgleich berücksichtigt. "Man wird die Anlage nicht hören", beteuerte der Fachplaner.

    Für das geplante, auf 15,2 Millionen Euro geschätzte Großbauprojekt soll noch im Herbst bei der Regierung von Unterfranken der Förderantrag und beim Landratsamt der Bauantrag gestellt werden, erklärte Geschäftsleiter Thomas Wagenhäuser auf Nachfrage der Redaktion. Geplant sind neben der Generalsanierung ein Neubau neben der Grundschule, der auf dem abschüssigen Gelände drei Stockwerke erhält: im Untergeschoss die Mittagsbetreuung mit Mensa, im Erdgeschoss Lehrerzimmer und Jugendsozialarbeit, im Obergeschoss Klassenzimmer und Ausweichräume vor allem für die Grundschule.

    Während der Sommerferien wurde auf dem benachbarten Gelände an der Flohrschützstraße eine Containeranlage fertiggestellt und zum neuen Schuljahr in Betrieb genommen, in der für die Dauer der Bauzeit die Mittagsbetreuung für circa 140 Kinder ausgelagert ist.

    Für die Dauer der Bauzeit an der Grund- und Mittelschule Sennfeld hat die Gemeinde in der Nähe eine Containeranlage aufgestellt, in der die Mittagsbetreuung der Schulkinder erfolgt. Seit September ist sie in Betrieb. Foto Silvia Eidel Foto: Silvia Eidel
    Unterm steilen Dach der Grundschule Sennfeld wird bei der Generalsanierung die neue Lüftungsanlage nicht platziert, zumal diese Variante die teuerste und aufwändigste wäre. Foto Silvia Eidel Foto: Silvia Eidel

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