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    DITTELBRUNN

    Für den Film fehlen noch 1548 Euro

    Dreharbeiten: Karl Stefan Röser und Diana Michl in Tübingen, wo sie 2012 ihren ersten Film „Die Richtige“ gedreht hatten... Foto: Katharina Thoms

    Als Diana Michl vor mehr als zwei Jahren die Kurzgeschichte „Der unberührte Garten“ schrieb, dachte sie nicht daran, dass sich die Story für einen Film eignen könnte. Bis sie bei einer Hochzeit Karl Stefan Röser kennenlernte, einen Webdesigner und Filmemacher, der nach einem geeigneten Stoff für einen Film suchte. Inzwischen ist das Drehbuch geschrieben, die Drehorte stehen fest, Schauspieler und Kameraleute warten auf den Startschuss. Das einzige was noch fehlt, sind gut 1500 Euro.

    Jeder, der glaubt, dass es dieses Projekt wert ist, unterstützt zu werden, kann fünf, zehn oder mehr Euro spenden und bekommt dafür ein Dankeschön von Michl und Röser. Das reicht von einer SMS bei 5 Euro bis zur Einladung zu einem Drehtag (für 500 Euro) oder Erwähnung im Vorspann (750 Euro). Diese Art von Finanzierung nennt man Crowdfunding, was man mit Schwarmfinanzierung übersetzen könnte. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, die Projektfinanzierungen in dieser Form vermitteln. Michl und Röser haben sich für Startnext entschieden, eine Plattform, die sich auf den kreativen Bereich spezialisiert hat.

    Dort findet man also eine Kurzbeschreibung und einen kleinen filmischen Appetithappen und hat die Möglichkeit, sofort Unterstützer zu werden, der natürlich Supporter heißt. Allzu lange Zeit bleibt freilich nicht. Wenn nicht innerhalb der nächsten 40 Tage die Gesamtsumme von 2500 Euro zusammenkommt, müssen alle Spenden zurückbezahlt werden.

    „Der Zuschauer weiß lange nicht, was Traum und was Realität ist.“
    Diana Michl zu ihrem Filmprojekt

    Dann, sagt Diana Michl, müssten sie sich etwas anderes überlegen. Denn aufgeben will die 27-Jährige keinesfalls. „Schon wegen der vielen tollen Leute, die mitmachen.“ Zu denen gehört auch ihr Vater, der Dittelbrunner Arzt Dr. Horst Michl. Er wird den Vater der Hauptfigur spielen.

    Die Geschichte handelt von einer jungen Frau, die leidenschaftlich gerne läuft. Eines Tages landet sie im Garten einer geheimnisvollen Frau. Die beiden lernen sich kennen, was ziemlich krasse Konsequenzen für Merle hat. Viel mehr will Diana Michl nicht verraten. Nur soviel: „Der Zuschauer weiß lange nicht, was Traum und was Realität ist.“

    Geplant ist ein etwa 20-minütiger Kurzfilm, der auf möglichst vielen Festivals laufen soll. Obwohl die beiden Regisseure keine Gagen zahlen können, haben sie auch Profis gefunden: junge Kameraleute und neben einigen Laiendarstellern auch ausgebildete Schauspieler. Die Ausrüstung können sich Michl und Röser von einer Filmhochschule leihen. Geplant sind acht Drehtage, Regie führen Michl und Röser gemeinsam.

    Diana Michl lebt in Tübingen, wo sie gerade ihren Magister in Linguistik der englischen Sprache, Rhetorik und Philosophie gemacht hat. Aufgewachsen ist sie in Dittelbrunn, Abitur hat sie in Schweinfurt gemacht.

    Seit 2006 ist sie Mitglied der Tübinger Theatergruppe „Wir Boni“, seit 2008 schreibt sie Theaterstücke und Kurzgeschichten. Mit dem Stück „Von der Unmöglichkeit, philosophische Gedanken glücklich aufs eigene Leben zu übertragen“, war sie im vergangenen Jahr in der Disharmonie.

    Die 27-Jährige ist ganz vielseitig begabt, sie spielt, schreibt, macht Musik und führt Regie. Und hofft nun auf möglichst viele Unterstützer.

    Das letzte Projekt aus der Region auf Startnext hatte es geschafft: Die DDC Company aus Schweinfurt konnte für ihr Projekt „Der Weg der Elemente“ 8150 Euro über die Plattform sammeln, das waren 109 Prozent der anvisierten Summe. Der Erfolg gab den Machern und Unterstützern recht: das multimediale Spektakel, das Theater und Breakdance verband, hatte im November 2012 zwei ausverkaufte und umjubelte Vorstellungen im Theater der Stadt Schweinfurt.

    Crowdfunding

    Crowdfunding ist eine immer beliebter werdende Form der Finanzierung. Sie stammt aus den USA und hilft, Kapital für Projekte und Existenzgründungen zu sammeln. Eine Crowd, also viele Menschen, unterstützen ein Vorhaben mit einem bestimmten Geldbetrag.

    Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, die Projektfinanzierungen in dieser Form vermitteln. Startnext hat sich auf die Vermittlung im kreativen Bereich (Kunst, Kultur und Erfindungen) spezialisiert. Die Plattform besteht seit September 2010.

    Es sind vor allem Filmemacher, Musiker, Designer, Fotografen oder Autoren, die hier versuchen, Projekte von einer Gemeinschaft finanzieren zu lassen.

    Von unserem Redaktionsmitglied Katharina Winterhalter

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