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    GEROLZHOFEN

    Für jeden Patienten die optimale Linse

    Dr. Marc Schargus ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Behandlung des Grauen Stars. Am Montag informierte der erfahrene Augenchirurg in der Geomed-Klinik über operative Möglichkeiten. Foto: Peter Pfannes

    „Mit modernen Untersuchungstechniken kann man mittlerweile die Linsenauswahl sehr präzise treffen und so für jeden Patienten die optimale Kunstlinse finden“, sagt Dr. Marc Schargus am Montag.

    Der Chefarzt der Augenklinik Gerolzhofen führt pro Jahr zirka 1000 Augenoperationen an Patienten durch, die am grauen Star leiden. Am Montagabend informierte der routinierte Augenchirurg in der Geomed-Klinik in Gerolzhofen vor 30 interessierten Zuhörern über operative Möglichkeiten, bestehende Sehfehler wie Hornhautverkrümmungen und Altersweitsichtigkeit, die durch das Einsetzen von sogenannten Premiumlinsen korrigiert werden kann.

    Die Katarakt, umgangssprachlich als „Grauer Star“ bezeichnet, sei immer noch die häufigste Erblindungsursache weltweit, so der Mediziner. Hierbei komme es zur Eintrübung der Augenlinse, am häufigsten altersbedingt, seltener durch Zuckerkrankheit, Verletzungen, Medikamente oder als angeborene Veranlagung.

    In Deutschland stehe die Katarakt nur an vierter Stelle der Erblindungsursachen mit etwa fünf Prozent. Grund hierfür sei die gute augenärztlich operative Versorgung in Deutschland. Jedes Jahr würden rund 800 000 Operationen zur Behandlung des grauen Stars durchgeführt.

    Seit 60 Jahren gibt es Ersatzlinsen

    Die Linse bündelt die Lichtstrahlen, die in das Auge eintreten und ermöglicht so die Abbildung und Wahrnehmung eines scharfen Bildes durch die Netzhaut. „Das Entfernen der Linse, das sogenannte ,Starstechen‘, gab es schon vor 3000 Jahren im alten Ägypten“, sagte Schargus. Aber erst seit gut 60 Jahren sei es technisch möglich, als Ersatz für die natürliche eine künstliche Linse in das Auge einzusetzen.

    Wer den Grundstein gelegt hat, weiß Schargus: „Die Entwicklung und der Einsatz der ersten Kunstlinsen durch Sir Harold Ridley 1950 in London war ein Meilenstein in der Entwicklung der Augenchirurgie.“ Hierbei spiele die Brechkraft der Linse eine wichtige Rolle. Nur durch eine präzise Vermessung des Auges und der Linse sei es möglich, die optimale künstliche Linse für jedes Auge auszuwählen.

    Seit einigen Jahren werden auch Linsen angeboten, die zusätzliche Sehfehler korrigieren oder erweiterte Funktionen aufweisen. Hierzu zählen Linsen für ein besseres Dämmerungssehen und Blaufilterlinsen, Linsen, die Hornhautverkrümmungen ausgleichen und multifokale Linsen, die einen zusätzlichen eingebauten Lesebereich bieten und so in vielen Fällen eine zusätzliche Lesebrille überflüssig machen.

    Die meisten regulären Katarakt-Operationen der Augenklinik Schweinfurt-Gerolzhofen werden im Medizinischen Versorgungszentrum in Schweinfurt ambulant durchgeführt. Die Operation wird meist ambulant durchgeführt und dauert heutzutage in der Regel weniger als eine halbe Stunde. Bei komplizierten Fällen und besonders kranken Patienten werden die Operationen durch Schargus in der Augenklinik in Gerolzhofen durchgeführt. Hierfür stehen zehn stationäre Betten und ein moderner Operationssaal innerhalb der Geomed-Klink zur Verfügung.

    Der Infoabend fand im Rahmen der deutschlandweiten „Woche des Sehens“ statt, deren Ziel es ist, auf die Situation blinder und sehbehinderter Menschen aufmerksam zu machen und sich aktiv mit Themen aus der Augenheilkunde auseinanderzusetzen. Neben der Augenklinik Gerolzhofen beteiligten sich in dieser Woche auch das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Schweinfurt und das MVZ Volkach an der Aktion.

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