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    BERGRHEINFELD

    Fußballturnier für Kinder der Intensivstation

    Ernst Gehling am Turniertag mit jungen Fußballern Foto: KIWI/Susanne Mott

    Gut 500 junge Fußballerinnen und Fußballer spielen auf der TSV-Anlage in Bergrheinfeld (Lkr. Schweinfurt) für Kinder in intensivmedizinischer Behandlung. Mit großem Engagement wird diese Großveranstaltung im Ehrenamt gestemmt – ein schönes Zeichen, dass gemeinsam vieles gelingt.

    1990 gründeten Eltern, Pflegepersonal und Ärzte der Kinderintensivstation der Universitätsklinik Würzburg den Verein „Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V.“ (KIWI e.V.) mit dem Ziel, die kleinen Patienten, deren Eltern und das Personal der Intensivstation in jeder Hinsicht und ganz unbürokratisch zu unterstützen. Der gemeinnützige Verein besteht aus etwa 350 Mitglieder, geleitet von der ersten Vorsitzenden Ina Schmolke.

    In diesem Jahr sind einige besondere Jubiläen beim KIWI-Cup zusammengetroffen. Organisator Ernst Gehling zählt auf: Seit zehn Jahren findet das Fußballturnier zugunsten von KIWI e. V. in Bergrheinfeld statt, initiiert wurde die sportliche Großveranstaltung erstmals vor 25 Jahren, und in diesem Jahr wurde die magische Eine-Millionen-Euro-Grenze geknackt. Ein Erfolgsgeschichte, hinter der sich viele ehrenamtliche Gesichter verbergen, die alljährlich gemeinsam den KIWI-Cup stemmen und dabei zu logistischen Meisterleistungen auflaufen.

    Seit Jahren ein tolles Team

    Allen voran sind da die drei Hauptorganisatoren Ernst Gehling, Burkhard Pfister und Helmut Müller, ein Team, das „gut miteinander kann“. Die beste Voraussetzung, wie alle im Gespräch bestätigen, für das Gelingen. Ernst Gehling leitet seit 25 Jahren die Turniere und erläutert den Werdegang: Einst als Kupsch-Aktion für KIWI e.V. mit Kuchenbacken und Spargelschälen begonnen, entstand 1995 parallel dazu die Idee eines Benefiz-Fußballturniers.

    Erst kickte die Belegschaft, doch so um die Jahrtausendwende gingen die Organisatoren dazu über, „Kinder für Kinder“ spielen zu lassen. „Passt auch noch besser“, findet Gehling, schließlich kommen die Spenden Kindern zugute, die in intensivmedizinischer Behandlung mit großen Belastungen konfrontiert werden. Die Spenden sorgen für Erleichterungen im Klinikalltag.

    Vor zehn Jahren stand die weitere Durchführung des KIWI-Cups dann auf der Kippe und die Bergrheinfelder Edeka-Kaufleute Dieter Sczygiel und Burkhard Pfister dachten damals ganz spontan „Das machen wir hier“ und holten die Großveranstaltung in Rücksprache mit dem damaligen TSV-Vorstand und heutigen Ehrenvorsitzenden Helmut Müller nach Bergrheinfeld.

    Seit 2010 herrscht nun alljährlich im Juni auf dem TSV-Gelände positiver Ausnahmezustand mit Herz: Etwa 500 Nachwuchs-Fußballerinnen und Fußballer aus der Region und darüber hinaus kicken an einem Samstag in den Altersklassen U 7 und U 9 in 50 Mannschaften für den guten Zweck. Mit torreichen und spannenden Begegnungen locken sie viele hunderte, eher tausende Schaulustige auf die TSV-Anlage – alle wollen beschäftigt und verköstigt werden. Zu stemmen ist das nur mit etwa 150 Ehrenamtlichen zwischen 15 und 85 Jahren, die vor und hinter den Kulissen beim Auf- und Abbau helfen, als Schiedsrichter für faire Begegnungen sorgen, die Stände besetzen, Kuchen backen, die Tombola vorbereiten, die 5000 Preise eintüten, Lose verkaufen und Klein und Groß beschäftigen.

    Wochenende auf TSV-Anlage

    Ein harter Kern von 50 Helfern lebt quasi das ganze Wochenende auf der TSV-Anlage, wie Gehling schmunzelnd erzählt. Dafür werden private Einladungen abgesagt und der Jahresurlaub genau geplant. Die ehrenamtlichen Stunden sind mit dem Taschenrechner nicht auszurechnen, sagen die Organisatoren.

    Für die langjährige Schirmherrin Barbara Stamm ist das Engagement der vielen Ehrenamtlichen ein „echtes Vorbild auf dem Feld der Selbsthilfe“ und der KIWI-Cup deshalb in ihrem Kalender nicht nur offizieller, sondern persönlich wichtiger Fixtermin, bei dem sie jedes Jahr selbst in der Kuchenbar Hand anlegt.

    Die legendäre Ü-50-Truppe stellt den Auf- und Abbau sicher, ein vielköpfiges Team unter der Leitung von Sieglinde und Karl Klein bereitet die Tombola vor. Rosi Müller organisiert am Spieltag die „wohl größte Kuchenbar Unterfrankens“, die Monika Wohlfahrt und ihr Team seit vielen Jahren bewirtschaften.

    Die Gochsheimer Theatergruppe Ratz-Fatz sorgt gratis für Unterhaltung, dazu gibt?s Kinderschminken, die Edeka-Erlebniswelt mit Hüpfburg und Schnippelküche, Torwandschießen und auch die „Polizei zum Anfassen“ bringt spielfreie Abwechslung. Schon in der Vorbereitungszeit ist Burkhard Pfister auf Sponsoren-Tour bei Industriepartnern und Einzelhändlern.

    Viele Sponsoren

    Eine Vielzahl von Unternehmen unterstützen den KIWI-Cup. Auch sie sind ein wichtiger Baustein der Erfolgsgeschichte und tragen zum Erlös und zu vielen Preisen bei, darunter ein Stadioneinlauf beim Bundesligaspiel – für viele Fußballer so unvergesslich wie der Turniertag selbst. Und auch nach oben stimmt beim KIWI-Cup der Draht: Noch nie hat es nämlich beim Turnier in Bergrheinfeld geregnet.

    Was ist KIWI e.V.

    1990 gründeten Eltern, Pflegepersonal und Ärzte der Kinderintensivstation der Universitätsklinik Würzburg den Verein „Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V.“ (KIWI e.V.) mit dem Ziel, die kleinen Patienten, deren Eltern und das Personal der Intensivstation in jeder Hinsicht und ganz unbürokratisch zu unterstützen.

    Angestoßen, unterstützt und finanziert wurden durch die Spendengelder, die durch verschiedene Aktionen, Spenden und den KIWI-Cup seit 1990 generiert wurden, verschiedene Projekte und konkrete Maßnahmen, so zum Beispiel die Einrichtung von zwei kliniknahen Wohnungen, einer Familienoase und eines Familienzimmers vor der Intensivstation, sowie die Einrichtung und Ausstattung eines Still- und Wickelraums für Geschwisterkinder.

    Zum Angebot für die schwerkranken Kinder und deren Familien gehören auch psychotherapeutische Unterstützungsmaßnahmen durch eine Seelsorgerin/Sozialpädagogin.

    Dazu wurde auch in die Klinikausstattung investiert, unter anderem in die Anschaffung einer spezielle Apparatur zur Aufbereitung von Muttermilch, sowie von Spezialbetten, „Behandlungspuppen“ und Hauben für die Inkubatoren. Der gemeinnützige Verein besteht aus etwa 350 Mitglieder, geleitet von der ersten Vorsitzenden Ina Schmolke. schd

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