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    WERNECK

    Gedenken an die Opfer von Krieg und Diktatur am Ostlandkreuz

    Mahnung am Ostlandkreuz: In Werneck wurde am Volkstrauertag der zahlreichen Opfer von Krieg, Diktatur, Völkermord, Flucht und Vertreibung gedacht. Foto: Uwe Eichler

    Sie waren am Ende nur schwer zu löschen, die Fackeln der Ehrenwachen, nach der Gedenkstunde zum Volkstrauertag am Ostlandkreuz. Was zum doppelten Symbol taugt: Sie raucht und glüht noch immer, die „brandgefährliche“ Vergangenheit mit ihrer rassistischen Diktatur und zwei Weltkriegen. Aber auch das Feuer des Gedenkens und Mahnens ist hartnäckig am Brennen.

    Nach dem Auftakt mit der Bläserphilharmonie Werneck verwies Peter Krier als Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen (BdV) darauf, dass es nicht nur um Vergangenes geht, sondern auch um die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft: Aktuell seien über 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. „Wir müssen die Mahnung der Steine ernst nehmen“, so Krier neben den Denkmälern am „Weißen Kreuz“, das bereits 1949 hinter der ehemaligen Grundschule errichtet worden ist.

    Verzeichnet sind die Namen der Kriegsopfer ebenso wie die Landsmannschaften der Heimatvertriebenen, seit 2016 steht hier zudem ein Gedenkstein für die im Einsatz gefallenen Bundeswehrsoldaten. Anlässlich des nach dem Krieg von Bundespräsident Theodor Heuss wiederbelebten Gedenktags erinnerte Krier an Schlagzeilen unserer Tage: wo 50 weitere Tote in Syrien kaum mehr als dramatische Nachricht gelten. Neben der von Manfred Weth dirigierten Bläserphilharmonie war erstmals der Chor des Landratsamts dabei, unter Leitung von Albin Freibott. Dienstherr Florian Töpper erinnerte an den Naziterror, das Elend der Heimatvertriebenen und das einstmals reiche jüdische Erbe, das unwiderbringlich ausgelöscht worden sei.

    Demokratie und Frieden

    Aber auch an große Gesten, wie die gemeinsame Eröffnung eines Museums durch Macron und Steinmeier, auf dem Hartmannswiller Kopf, einem im 1. Weltkrieg zwischen Deutschen und Franzosen umkämpften Bergrücken. Beim Gedenken gehe es nicht allein um den Erhalt der Demokratie, inneren und äußeren Frieden, sondern auch um die Europäische Union: „Sie ist die Zukunft, die in unserer Hand liegt“, zitierte der Landrat Bundespräsident Steinmeier. Die „Verrohung der Worte und Umgangsformen, auch in sozialen Netzwerken“, sei bedrohlich. Man lebe in Zeiten, die ein hohes Maß an Geschichtsbewusstein verlangten, ebenso den Einsatz für Menschenrechte weltweit. Zu den Klängen von „Ich hatt einen Kameraden“ wurden Kränze niedergelegt. Die „Deutsche Jugend des Ostens (DJO) Schweinfurt“ steuerte ein Barock-Gedicht von Paul Gerhardt bei.

    Terrorismus als Bedrohung

    Edeltraud Baumgartl erinnerte zuletzt an den Terrorismus als Bedrohung für den Frieden. Die Bürgermeisterin warnte angesichts einer unvorstellbar grausamen Vergangenheit, Errungenschaften der Demokratie aufs Spiel zu setzen. Generell komme es darauf an, die Ichbezogenheit zurückzustellen. An der Feierstunde beteiligt war außerdem die Reservistenkameradschaft Eckartshausen sowie die Schulgemeinschaft ehemaliger Angehöriger der Unteroffiziersschule 3 der Luftwaffe, im Wernecker Schloss: ein großer Teil der blutjungen Schüler ist bei Kriegsende umgekommen, als letztes Aufgebot an der Westfront.

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