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    Geldersheim

    Geldersheimer "Pflasterklang" soll ein Ende haben

    Steine des Anstoßes werden entfernt: Die Pflasterung auf der Würzburger Straße sorgt vor allem nachts für Geräuschbelastung. Foto: Uwe Eichler

    Viele Anwohner sind genervt, vom Verkehrslärm in der Würzburger Straße, den drei Pflasterstreifen verursachen, vor allem auf Höhe Lange Gasse/Zürch. Der Gemeinderat beschloss nun, im Rahmen einer Straßensanierung, die "Steine des Anstoßes" entfernen und durch roten Farbasphalt ersetzen zu lassen: mit Gesamtkosten von rund 28 600 Euro. Annemarie Schuler legt Wert darauf, dass die Autofahrer den Übergang optisch wahrnehmen, in der Nähe des Kindergartens. Auch Markus Vogel sieht es als Maßnahme für die Kinder, "nachdem wir es nicht geschafft haben, eine Tempo-30-Zone einzuführen."

    "Bei der roten Farbe habe ich eine Große Koalition", meinte Erich Hemmerich (CSU), mit Blick auf SPD-Ratskollegin Irmgard Pawlak, die sich ebenfalls dafür ausgesprochen hatte. Bürgermeister Oliver Brust erinnerte daran, dass die Pflaster vor vielen Jahren statt Bodenschwellen eingebaut worden waren. Der "Pflasterklang" sollte auf unübersichtlicher, vielbefahrener Strecke Autofahrer zum Abbremsen bewegen, brachte aber eher die Nachbarn auf die Palme.

     

    Investitionsplan vorberaten

     

    Vorberaten wurde der Verwaltungshaushalt sowie der Investitionsplan 2019. Schwerpunkte sind der Neubau des Kindergartens (der in diesem Jahr mit 427 000 Euro zu Buche schlägt) und der Mittagsbetreuung (für die aktuell 273 000 Euro eingestellt werden) sowie die Neugestaltung der Aussegnungshalle, die 300 000 Euro, im nächsten Jahr 500 000 Euro kosten wird. Insgesamt werden knapp 2,2 Millionen Euro investiert, im nächsten Jahr sollen es 4,5 Millionen Euro sein.

    Für die Jahre 2020 und 2021 ist eine Kreditaufnahme von 1,4 Millionen Euro geplant. Ansonsten leidet auch der Geldersheimer Haushalt unter einem "Nullsummenspiel". Die Gemeinde bekommt zwar mehr Steuern, insbesondere bei der Einkommenssteuer-Beteiligung, im Gegenzug aber weniger Zuweisungen, die Kreisumlage steigt ebenfalls.

     

    Jugendsozialarbeit an der Schule

     

    Markus Vogel regte Jugendsozialarbeit an der Schule an: "Das wäre eine unschätzbare Hilfe." Die aktuelle Förder-Richtlinie gelte noch bis 2019, meinte Ulrike Gallus, nach einem Gespräch mit dem Landratsamt. Erst danach würden auch reine Grundschulen berücksichtigt. Aktuell bräuchte es zwanzig Prozent Anteil an Migrantenkindern, die man nicht habe. Annemarie Schuler kann sich eine Anfinanzierung durch die Gemeinde vorstellen und verwies auf das Beispiel Bergrheinfeld. Dort sei die Hauptschule mit angeschlossen, sagte die Finanzverwalterin. Wer selber bezahle, müsse die Kosten womöglich dauerhaft übernehmen. "Wir sollten uns da auf den Weg machen", fand Oliver Brust, der ansonsten auf die kommende Richtlinie verwies.

    Annemarie Schuler und Martin Schlör forderten schon jetzt mehr Geld für die Straßen. 2019 sind 100 000 Euro für die Sanierung von Frankenstraße, Brunnhöhe und Euerbacher Weg eingeplant.

    Erich Hemmerich stellte als Fachausschussleiter die Prüfung der Jahresrechnung 2018 vor, mit Entlastung. Vorgeschlagen wurde eine Mieterhöhung in den Gemeindewohnungen am Euerbacher Weg. Für 72 000 Euro werden dort Aluminium-Balkonanlagen in Lichtgrau und teilweise mit Sicherheits-Milchglas eingebaut.

     

    Mehr Blühflächen

     

    Unter Vermischtes forderte der Gemeinderat beim Grünschnitt mehr Rücksicht auf die Bienen. Man solle nicht alle Palmkätzchen niedermachen und die Gemeinde den Bürgern kostenlos Saatgut für Blühwiesen zur Verfügung stellen. Diese Spezialmischungen seien relativ teuer, stellte Oliver Brust fest. Die Gemeinde müsse sich schon auf ihren Blühflächen anhören: "Wollt ihr das alte Gestrüpp nicht wegmachen?" Monika Rödemer hofft ebenfalls auf einen Bewusstseinswandel anstelle von Steingärten. "Auch beim Mulchen werden viele Insekten geschreddert", sagte Martin Schlör.

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