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    Dittelbrunn

    Gemeindefeuerwehrtag mit ungewöhnlichen Einsatzszenarien

    Wasser marsch: Im futuristischen Brandschutzanzug wurde in Hambach ein "Großbrand" bekämpft. Foto: Uwe Eichler

    Hebekissen,  Wasserstrahl und Spreizer hat man schon öfter gesehen bei Feuerwehrübungen. Bei einer ganzen Reihe von Vorführungen am Sonntag und Montag rund um den Gemeindefeuerwehrtag gab es auch ungewöhnlichere Einsatzszenarien zu bestaunen. Beim "Heimlich-Griff" der Sanitäter wurde eine Pommes abgeschossen. Timo Windsauer steckte vor dem Hambacher Feuerwehrhaus in der "Anti Choking"-Weste, mit der sich trainieren lässt, wie man im Notfall die Luftröhre wieder freibekommt: durch beherzten Druck auf den Bauch.

    Da fliegt die Pommes: ASB-Sanitäterin Birgit Rückert zeigt, wie der "Heimlich-Griff" vor dem Erstickungstod retten kann. Foto: Uwe Eichler

    Ein paar Bar mehr hatte die Feuerwehr auf der Pumpe bei den gut besuchten Schauuübungen der Hambacher Feuerwehr am Sonntag. Die Floriansjünger aller vier Ortsteile zeigten ihr Können. Die Dittelbrunner Wehr demonstrierte, wie man bei einem Verkehrsunfall einen eingeklemmten Verletzten befreit. Nicht aus dem Auto heraus, sondern darunter hervor: mit Hilfe zweier Hebekissen. Zum Glück war es nur eine Stoffpuppe, die am Ende leicht zerbeult abtransportiert wurde. Die Pfändhauser packten unter Atemschutz die Strahlrohre aus, um den "brennenden" Motor zu löschen. Die Holzhäuser simulierten gleich ein Flammeninferno: Zwei Feuerwehrler sprühten eine Wasserwand – im Brandschutzanzug, Modell Raumfahrer. Ausbilderin Birgit Rückert demonstrierte den Kindern an einer Puppe, wie eine Wiederbelebung per Defibrillator funktioniert. Diese sind im gesamten Gemeindegebiet aufgehängt. Für den Heimlich-Griff lag die "Anti Choking-Vest" bereit.

    Beim Gemeindefeuerwehrtag in Hambach wurde die Rettung aus zwei Autowracks simuliert. Foto: Uwe Eichler

    Danach packte die Hambacher Feuerwehr den großen technischen Rettungssatz aus, um zwei Unfallopfer aus ihren ineinander gekrachten Autos zu retten. Als erstes waren die beiden "First Responder" Julia Kraus und Alexander Ratte am Unfallort, mit eigenem Einsatzfahrzeug, um die Erstversorgung der "Verletzten" zu übernehmen. Die Jungfeuerwehrler im Wagen hatten mit 13 Jahren noch keinen Führerschein. Bürgermeister (und Feuerwehrmann) Willi Warmuth bedankte sich im Namen der Gemeinde und leistete dann gleich selbst ehrenamtlichen Dienst am Pommes-, Steak- und Bratwurst-Stand. Am Montagabend zeigte dann noch die Feuerwehr Schweinfurt ihr Können.

    Am Montagvormittag wiederum gab es eine große Räumungsübung in der Schule am Dittelbrunner Sonnenteller durch die Ortsfeuerwehr, unterstützt von Bauhof, Schule und Malteser-Rettungsdienst. Über 200 Schüler wurden zur Sammelstelle auf dem Sportplatz gebracht. Zwei Siebtklässler waren "vermisst" und wurden durch Atemschutzgeräte-Träger in Sicherheit gebracht.

    Im Rauchpavillon an der Dittelbrunner Schule gabs nur in der Wärmebildkamera etwas zu sehen. Foto: Uwe Eichler

    Aufs "Einräuchern" wird bei solchen Übungen mittlerweile verzichtet. Im Anschluss wurde den Kindern gezeigt, wie gefährlich schon das Einatmen geringer Mengen von Rauch ist, vor allem wenn man im Schlaf überrascht wird. Die Werbung für die Dittelbrunner Kinderfeuerwehr, unter Leitung von Nadine Bechmann, war natürlich voll beabsichtigt. Die Schüler durften Atemschutzmasken anlegen und zusehen, wie sich Qualm in einen Mini-Rauchhaus ausbreitet. Außerdem wurde mit dem Feuerwehrschlauch gespritzt und das Absetzen eines Notrufs geübt. Dazu kamen Einblicke in die Feuerwehrautos oder den Rettungswagen der Malteser. Nur im Rauchpavillon sah man nichts, im (ungiftigen) Nebel: Außer in der Wärmebild-Kamera der Feuerwehrleute. "Brandrauch ist immer giftig", hieß es auf der Infotafel. Im Notfall bleiben nur wenige Minuten zur Flucht.

    Wo Rauch ist, ist auch Feuer: Im Mini-Rauchhaus breitet sich der Qualm bis in die letzte Ecke aus. Foto: Uwe Eichler

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