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    Schweinfurt

    Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen gekämpft

    Die Ver.di-Jubilare und Funktionäre.  Foto: Josef Lamber

    „Dieses Jahr ist euer Jubiläum für uns ein besonderer Grund zum Feiern“, erklärte die Vorsitzende von ver.di Schweinfurt, Doris Berz. 142 Kolleginnen und Kollegen sind seit 25, 40, 50, 60 oder . 70 Jahren Mitglieder der Gewerkschaft ver.di und ihren Vorgängerorganisationen.  „Vor 100 Jahren haben unsere Kolleginnen und Kollegen den Freistaat Bayern, das Frauenwahlrecht und den 8-Stunden-Tag erstritten." 

    Festredner Frank Firsching gratulierte ebenfalls. Der DGB-Regionsgeschäftsführer dankte allen ver.dianern für ihren Einsatz.“ Ihr habt alle mitgeholfen, dass unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen besser geworden sind.“ Er zitierte aus dem Film „Keiner schiebt uns weg“: Gewerkschaft, das sind Leute, die aufpassen, dass niemand beschissen wird.

    Noch immer verdienten Frauen insbesondere in Bayern etwa 25 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. „Aber dort, wo es Tarifverträge und eine starke Mitbestimmung gibt, sind es „nur“ noch sechs bis acht Prozent. Immer noch zu viel. Aber wie im Film, sind es mutige Kolleginnen und Kollegen, die mit ihrem solidarischen Kampf diese Gerechtigkeitslücke schließen,“ betonte Firsching.

    Gemeinsam erinnerte sich die Gewerkschaftsmitglieder an die Entstehung der Gewerkschaft vor 150 Jahren. „Gewerkschaftliche Arbeit findet nicht nur im Betrieb oder in den Dienststellen statt. Ohne uns gäbe es nicht Demokratie und die Bürgerrechte“, sagte Firsching. Es sei Kurt Eisner gewesen, der mit Genossinnen und Genossen den Freistaat ausrief und so auch für die ersten Mitbestimmungsrechte im Betrieb sorgte. „Direkt nach dem zweiten Weltkrieg bauten Kolleginnen und Kollegen den demokratischen Staat wieder auf. Hier in Schweinfurt wurde bereits 1945 der Schweinfurter Gewerkschaftsbund gegründet. Gemeinsam haben 1946 über eine Million Kolleginnen und Kollegen gegen die Luxusgaststätten und für mehr Lebensmittel demonstriert.“

    In seiner Rede ging Firsching auf die Meilensteine gewerkschaftlicher Erfolge ein. „Die Einführung der 35-Stunden-Woche, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Tarifsteigerungen und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sind nur einige Beispiele.“ Gleichzeitig mahnte er eindringlich, wer nach Österreich blicke, sehe, wie schnell der 8-Stunden-Tag Geschichte sein kann. Durch den immer weiter aufgreifenden Nationalismus und Rechtspopulismus seien unsere Errungenschaften in Gefahr.

    Die Landtags- und Bezirkswahl zeige, dass Beschäftigte gegen ihre Interessen gewählt hätten. „Im Grundsatzprogramm der AfD finden sich nur vier Zuständigkeiten des Staates, innere und äußere Sicherheit, Justiz und die Finanzverwaltung." Alle anderen Bereiche unseres Lebens, von der Rente über die Gesundheitsversorgung, der Bildung bis zu allen Infrastrukturmaßnahmen, seien möglichst zu privatisieren. Daher verband Frank Firsching seine Festrede mit dem Appell an alle Kollegen, sich weiter aktiv für die eigene Sache einzusetzen und wie bisher die Grundwerte Solidarität, Gerechtigkeit und Freiheit zu leben.

    Anwesende Jubilare: für 40 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit Ella Baier, Peter Baumann, Günther Büchner, Michael Ditzel, Agathe Dülk, Claudia Engels, Anton Hart, Monika Hitchcock, Peter Hümmer, Ruth Iffland, Wolfgang Jäger, Walter Johann, Wolfgang Kaufhold, Thomas Kleinhenz, Dieter Köstler, Ansgar Kress, Bernhard Krines, Herta Kupfer, Harald Lommel, Christina Meyer, Gerhard Mündlein, Thomas Pfülb, Inge Pittrof, Peter Rüth, Uwe Schesink, Lorenz Schmidt, Elisabeth Wolak, Elisabeth.

    Für 50 Jahre Mitgliedschaft: Edeltraud Fähr, Stephan Kraus, Klaus Seufert.

    Für 60 Jahre Mitgliedschaft: Ruth Bubeck, Winfried Reuss. 

    Bearbeitet von Horst Breunig

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