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    Gernach

    Gernacher Frauenbund bindet Palmsträußchen in Heimarbeit

    Auch am Palmsonntag findet kein Gottesdienst in Gernach statt – ganz zu schweigen von der Palmprozession. Damit, so schien es zunächst, gibt es auch keine Palmsträußchen. Vielen, vor allem älteren Menschen würde etwas fehlen, wenn es die Palmsträußchen nicht gäbe.

    Die Palmsträußchen wurden bisher immer von Mitgliedern des Frauenbundes Gernach und anderen Helferinnen gebunden und zu Gunsten des Schulprojekts inKishabya (Uganda) vor den Palmsonntagsgottesdiensten in den drei Gemeinden zum Verkauf angeboten. Daher hat sich die Vorstandschaft des Frauenbundes Gernach Gedanken gemacht, wie dieser Brauch unter Einhaltung der einschlägigen Hygienevorschriften aufrecht erhalten werden könne.

    In Absprache mit Pfarrer Amrehn binden die Vorstandsfrauen des Gernacher Frauenbundes 350 Palmsträußchen – jede für sich, in Heimarbeit. Am Samstag stellen sie die Körbe mit den gebundenen Sträußchen vor ihre Haustüre. Dort werden sie abgeholt und nach Unterspiesheim in die Kirche gebracht. Dort werden sie im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes, der ab 10.15 Uhr im Live-Stream übertragen wird, gesegnet.

    Die Palmsträußchen erinnern an den Einzug Jesu nach Jerusalem. Alle vier Evangelisten berichten den Einzug von Jesus nach  Jerusalem. "Er fand einen jungen Esel und ritt darauf und die Menge nahm Palmzweige und jubelte ihm zu" berichtet zum Beispiel das Johannesevangelium. Alle Evangelien machen deutlich: Jesu Ziel ist der Tempel, nicht der Königspalast – Zeichen dafür, dass sein Reich "nicht von dieser Welt" ist, wie er später im Verhör vor Pilatus sagen wird.  

    Im Lauf des Sonntag-Nachmittags werden die gesegneten Palmsträußchen in die drei Gotteshäuser in Unter- und Oberspiesheim und Gernach gebracht. Weitere "Palmsträußchenstationen" sind an den Friedhöfen der drei Ortschaften vorgesehen – damit man beim Spazierengehen auch dort vorbeigehen kann und sich so der Abstand leichter einhalten lässt. Die Vorstandschaft des Frauenbundes freut sich über eine Spende. Der Erlös aus den Spenden kommt,wie es schon lange guter Brauch ist, dem Schulprojekt in Afrika zugute. Die Frauen bitten darum, beim Abholen der Palmsträußchen den nötigen Abstand einzuhalten.

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