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    Gernach

    Gernacher bewältigen ihre "Regierungskrise"

    Gernacher Ringstraßenbürgermeisterin für das Amtsjahr 2019/20 ist Ramona Nicklas Foto: Erhard Scholl

    Schon zum 32 . Mal versammelten sich die Ringstraßenbürger, die den Norden Gernachs bewohnen, zum Ringstraßenfest. Sie schmücken ihre Straße mit Girlanden, stellen Biergarnituren  auf, damit sich die Ringsträßler in gemütlicher Runde zusammenfinden können. Jede Ringstraßenfamilie bringt einen Salat  oder eine Süßspeise mit, sodass das Buffet reich gedeckt ist. Hähnchenschenkel und Spießbraten hatte die Bürgermeisterin je nach Wunsch geordert.

    Fester Bestandteil des Ringstraßenfestes ist die Wahl des Ringstraßenbürgermeisters oder der Ringstraßenbürgermeisterin, deren Amtszeit jeweils von Ringstraßenfest bis zum Ringstraßenfest im nächsten Jahr dauert. Die Mehrheiten für den jeweiligen Kandidaten für dieses Amt fallen immer sehr hoch aus, so auch in diesem Jahr.  Mehr als 85 Prozent der der Stimmen entfielen auf Reinhard Heck. Völlig überrascht wurde dann die Ringstraßengemeinschaft von dessen "Nein" auf die Frage der Sekretärin Gaby Berchtold, ob er die Wahl annehme.

    So war eine plötzliche, unvorhergesehene und unvorhersehbare Regierungskrise in der Ringstraße entstanden. Wie sollte man diese Krise bewältigen? Nach kurzer Beratung zwischen der scheidenden Ringstraßenbürgermeisterin, Doris Berchtold und der Ringstraßensekretärin fasste man den Entschluss: Neuwahlen. Mit neun zu acht Stimmen setzte sich bei dieser Neuwahl Ramona Nicklas gegen Rita Gemirr durch. Alle waren gespannt: nimmt die Kandidatin mit den meisten Stimmen die Wahl an? Und alle waren erleichtert, das "Ja, ich nehme die Wahl an" von Ramona Nicklas zu hören.

    Alle applaudierten der neuen Ringstraßenbürgermeisterin, und so schnell war die Regierungskrise in der Ringstraße bewältigt. Die große Politik kann von der Ringstraße nur lernen: Regierungskrisen werden am schnellsten durch Neuwahlen beendet, so schnell wie die Ringstraße hat das wohl kaum eine Regierung geschafft.

    Zuvor hatte sich die scheidende Ringstraßenbürgermeisterin Doris Berchtold bei ihren Ringstraßenbürgern bedankt. Sie sei immer freundlich empfangen worden, wenn sie kam, um den Obolus für die Gratulation zu den runden Geburtstagen, zu Hochzeitsjubiläen oder der Geburt eines neuen Ringstraßenbürgers zu sammeln.

    Bürgermeisteraufgabe ist es nämlich unter anderem, im Namen der Anwohner zu diesen Festen zu gratulieren und ein kleines Präsent zu überreichen.  Die scheidende Bürgermeisterin bedankte sich bei ihrer Sekretärin Gaby Berchtold für die gute Zusammenarbeit und überreichte ein kleines Präsent, die Sekretärin übergab ihrerseits eine Flasche Wein mit dem Wunsch, diese jetzt, da der Stress des Bürgermeisteramts vorbei ist, mit ihrem Gatten in Ruhe zu genießen.

    Mit der Übergabe der Amtskette an die neue Bürgermeisterin war die Regierungskrise endgültig überwunden, und die Ringstraßenbürger konnten entspannt weiterfeiern. Erste Aufgabe der neuen Bürgermeisterin ist, für das Ringstraßenfrühstück, das am Morgen nach dem Ringstraßenfest stattfinden, die gewünschte Zahl an Brötchen zu erfragen und die Kosten dafür zu übernehmen. Der feierliche Transfer des Schildes "Wohnung des Ringstraßenbürgermeisters" vom Anwesen der Altbürgermeisterin hin zum Grundstück der neuen Bürgermeisterin erfolgt in den letzten Julitagen.

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