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    Gerolzhofen

    Gerolzhofen: Höhere Zuschüsse für private Zisternen 

    Regenwasser gehört nicht in den Abwasserkanal: Damit mehr Leute das umsetzen, unterstützt die Stadt Gerolzhofen Zisternenbauer mit  750 Euro.  
    Regenwasser in Zisternen zu sammeln (Symbolfoto) hat viele Vorteile, wurde im Stadtrat deutlich. Deswegen wurden die Zuschüsse erhöht.
    Foto: Fabian Gebert

    Die Gegend hier ist schon recht trocken und niederschlagsarm. Laut einer Studie soll die Temperatur in Unterfranken in den nächsten 30 Jahren um gut fünf Grad steigen. "Wir sehen heute ja schon die Folgen", so Thomas Vizl (geo-net) bei der vergangenen Stadtratssitzung.  

    Sein Antrag, die Zuschüsse der Stadt für den Bau von privaten Zisternen zu erhöhen, wurde einstimmig angenommen. Bisher gibt es 520 Euro, jetzt 750. "Wir werden die Welt nicht retten damit, aber ein Signal setzen." Gegen drei Stimmen wurde beschlossen, den Zuschuss der Stadt zu verdoppeln, wenn das Wasser aus dem Überlauf der Zisterne nicht in den Abwasserkanal läuft, sondern auf dem eigenen Grundstück versickert.  

    Burkard Wächter (CSU) hatte sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Auf der Homepage der Stadt gebe es keinen Hinweis auf die Zuschüsse, kritiserte er. Nach seinen Recherchen wurden zwischen 2003 und 2010 insgesamt 29 Anträge gestellt, 10 140 Euro ausbezahlt.

    Überlastung der Kanalisation verhindern

    Wächter listete auch auf, warum Zisternen wichtig sind: Um zu verhindern, dass die Kanalisation bei Starkregen überlastet wird, zum Beispiel. Durch die Mischung von Regenwasser und Abwasser komme es bei Starkregen zu Überlastungen im Kanalnetz, die dazu führen, dass ungeklärte Abwasser in die Volkach oder den Silberbach fließen. Durch den langsamen Strom der Volkach setzen sich zudem Feststoffe leichter am Boden ab, das bedeute eine zusätzliche und dauerhafte Kontaminierung. Rückhaltebecken und Tanks würden nicht ausreichen, anfallendes Regenwasser aufzufangen. Wächter sprach auch noch ein Problem an: Nach jedem Starkregenereignis finde man in den Gebüschen längs der Volkach und des Silberbachs Toilettenartikel.

    Nach Wächters Darlegung zeichnet sich im Bereich der Abwasseranlagen bayernweit ein Investitionsstau ab. Seit 17 Jahren seien die Investitionen zurückgegangen. 

    Infotermin an der Kläranlage

    Wächter regte an, der Stadtrat solle sich vor Ort bei einem Termin in der Kläranlage informieren über die Überläufe in Volkach und Silberbach, außerdem sollte man klären, bei welchen Regenmengen und an welchen Stellen das Kanalnetz überfordert ist. Außerdem müsste man prüfen, ob das Bachbett der Volkach mit Stickstoff und Phosphat kontaminiert ist.   

    Kommentar von Thomas Vizl dazu : "Ein kleiner Antrag hat zu tiefschürfenden Recherchen und Überlegungen geführt."  

    Noch ein Antrag von geo-net beschäftigte sich mit dem Thema Wasser. Das Stadtbauamt soll prüfen, ob vermehrt Regen-und Brunnenwasser für öffentliche Zwecke eingesetzt werden kann. Auch sollte geprüft werden, wie man die Brunnenwasserversorgung im Friedhof verbessern kann, damit in trockenen Sommern kein Trinkwasser verwendet werden muss. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Zustimmung, es gab allerdings keinen Beschluss. Im Rahmen des Haushaltsplanes soll  das Thema wieder aufschlagen.      

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