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    Gerolzhofen

    Geschichte der ältesten und aktivsten Bürgerinitiative

    Bei der Eröffnung der Ausstellung, die 150 Jahre Geschichte der Feuerwehr Gerolzhofen beleuchtet: (von links) Bürgermeister Thorsten Wozniak, Kreisbrandrat Holger Strunk, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Berthold Möslein und Museumsleiter Klaus Vogt. Foto: Johannes Vogt

    Die Sonderausstellung des Stadtmuseums Gerolzhofen zum Frühlingsfest beschäftigt sich in diesem Jahr mit der Geschichte der ortsansässigen Floriansjünger. 1868 wurde die Wehr durch den königlichen Notar Andreas Hippler gegründet - damals wie heute ein wichtiger Sicherheitsaspekt im städtischen Leben.

    Bürgermeister Thorsten Wozniak erinnerte bei der Vernissage an die Erfolgsgeschichte, die die Feuerwehr Gerolzhofen seit ihrer Gründung schreibt - bis heute. Bedauerlicherweise konnte die Ausstellung nicht, wie geplant zeitgleich mit den Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich des 150 jährigen Bestehens der Wehr gezeigt werden, da sich die Sanierungsarbeiten am alten Rathaus unplanmäßig in die Länge zogen. Die Geschichte der Feuerwehr sei fest verwoben mit der Geschichte dieser Stadt. Sie habe es verdient im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Der Bürgermeister bedankte sich bei Museumsleiter Klaus Vogt für die Organisation der Ausstellung, die eben dies bewirke.

    Das Ehrenamt würdigen

    Kreisbrandrat Holger Strunk überbrachte die Grüße von Landrat Florian Töpper und der gesamten Kreisbrandinspektion. Es sei wichtig, dass Ehrenamt in der heutigen Zeit zu tragen und zu würdigen. Die Feuerwehr sei seit jeher eine Einheit, eine Bürgerinitiative in der Mitte der Gesellschaft. In der heutigen Zeit sei es umso wichtiger, die Jugend von den Bildschirmen und hin zum ehrenamtlichen Engagement zu holen. Bei all den Sorgen und Herausforderungen der Gegenwart dürfe man jedoch auch nie seine Vergangenheit aus den Augen verlieren - eine Geschichte, auf die die Gerolzhöfer zu recht stolz sein dürften. Er bedankte sich für die in die Vorbereitung geflossene Arbeit und wünschte der Ausstellung gutes Gelingen.

    Museumsleiter Klaus Vogt stellte im Anschluss die einzelnen Vitrinen und die darin enthaltenen Zeugnisse vor. Die ältesten ausgestellten Schriftstücke, die Aufschluss über den Brandschutz der längst vergangenen Zeit bringen, seien um die 600 Jahre alt. Darunter befindet sich auch der Nachweis bezüglich des großen Rathausbrandes. Diese Unterlagen datieren den Brand in den Zeitraum zwischen 1453 und 1475 und nicht, wie es die Stadtchronisten Sixt und Jäger beschrieben, ins Jahre 1552.

    Alarmordnung von Julius Echter

    Neben der originalen Gründungsurkunde, in der sich neben Andreas Hippler noch weitere Gründungsväter verewigt haben, findet sich in den Archivalie auch die Alarm- und Ausrückeordnung aus der Zeit Julius Echters. Schon damals wurde alles bis ins kleinste Detail genauestens durchgeplant.

    Neben Unterlagen zur Entstehungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Gerolzhofen finden sich auch noch weiter Zeugnisse in Form von Rechnungen und Zeitungsberichten aus der damaligen Zeit, die Einblicke gewähren, wie präsent damals die Gefahr des roten Hahns, des oft nicht mehr zu kontrollierenden Feuers war.

    Aber auch Beiträge, die den Leser zum Schmunzeln bringen, finden sich unter den ausgestellten Stücken. So etwa der Bericht über einen Hornbläser, der damals mit seinem Instrument den Brandfall signalisieren sollte. Ungünstig nur, wenn besagter Signalgeber gänzlich ungeübt ist im Umgang mit seinem Instrument. In der daraufhin einberufenen Sitzung wurde der Mann um sein Signalgerät erleichtert und ein in der Handhabung geübter Kamerad übernahm den verantwortungsvollen Posten. Das strittige Horn kann man heute ausgestellt in einer der Vitrinen betrachten.

    Interessant seien auch die ausgelegten Mitgliedsbücher und Haftungszettel, die damalige Floriansjünger ausfüllen mussten - so mancher Vorfahre von noch heute lebenden Gerolzhöfern findet sich in diesen Listen. Familienforschung leicht gemacht.

    Erinnerung an Frauen-Feuerwehr

    Wer mehr erfahren möchte über die Geschichte der ältesten und aktivsten Bürgerinitiative Gerolzhofens, ihre teils fast vergessenen Seiten, wie etwa die der ersten Frauen-Feuerwehr, kann dies innerhalb der nächsten vier Wochen, jeweils zu den Öffnungszeiten der Tourist-Information, tun.

    Führungen für Gruppen sind auf Anfrage möglich. Informationen bezüglich der Ausstellung erhält man bei der Tourist-Info unter Tel.: (09382) 903512

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