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    STADTLAURINGEN

    Gesunde Ernährung lernen

    Die 28 Schüler und Schülerinnen der vierten Klasse stehen in der Schulküche. Sie hantieren emsig mit Schüsseln, Pfannen, Tellern und Kochbesteck. Zwei Schülerinnen schieben gerade ein Blech mit rohen Kartoffelspalten in den Backofen, und drei Schulkameraden pressen gekochte Kartoffeln in eine Schüssel. Andere wiederum waschen die Salatblätter oder bereiten die Salatsoße zu.

    Die Klasse absolviert an diesem Morgen in den ersten beiden Schulstunden die vierte Einheit des Ernährungsführerscheins. Die Materialien für dieses Unterrichtskonzept stellte die AOK Bayern bereit. Jede Schule kann sich dafür bewerben. Geplant ist, dass an jeder Grundschule das Projekt einmal von einer Ernährungsberaterin abgehalten wird und dann sich eine Lehrkraft der Schule als Multiplikator dafür findet. Dann sollte der Ernährungsführerschein jährlich abgehalten werden.

    An der Friedrich-Rückert-Grundschule erlernen die Kinder unter der Regie von AOK-Ernährungsberaterin Ute Derleder zusammen mit Klassenlehrerin Sigrid Stühler und unterstützt von zwei Schülereltern in sieben Einheiten den richtigen Umgang mit Lebensmitteln. „Es geht darum, den Kindern schon früh Kompetenzen zu vermitteln, selbstständig gesundes Essen zuzubereiten und verschiedene Lebensmittel kennen zu lernen“, meint die Ernährungsberaterin. Ganz wichtig ist ihr, dass die Kinder auch die Geschmacksvielfalt der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten erleben.

    Der Einstieg in jede Unterrichtseinheit erfolgt zunächst mit Theorie zu den Themen Hygiene bei der Lebensmittelverarbeitung, Bausteine der Ernährungspyramide oder Tischkultur. „Ein Bestandteil jeder Einheit ist nach der Essenszubereitung das gemeinsame Essen an einem schön gedeckten Tisch“, erläutert Ute Derleder.

    Ehe die Kinder vom Klassenzimmer in die Schulküche wechseln, werden noch die an diesem Tag zu bereitenden Kochrezepte besprochen. Hauptthema des ersten Projekttages ist das „ausgewogene Frühstück“. Da werden Müsli-, Joghurt- und Quarkzubereitungen sowie Gemüsesticks und mundgerecht geschnittenes Obst serviert.

    Heute, bei der Einheit 4, stehen heiße Kartoffelgerichte auf dem Speiseplan: Kartoffelbrei mit Salat der Saison und Backofenkartoffel mit Kräuterquark.

    In den letzten beiden Projekteinheiten wird in einer schriftlichen Prüfung das über Ernährung erworbene Wissen bei den Kindern abgefragt. Die praktische Lernkontrolle ist beim Zubereiten eines Kalten Buffets zu beweisen. Für die „Gästebewirtung“ sind Salate, Dips, „Kalte Platten“ mit Wurst, Käse und Obst sowie Gemüse in Variationen anzurichten. Zudem lädt ein besonders schön gedeckter Tisch die „Gäste“ zum Essen ein. Und wie nach jeder Projekteinheit werden zum Schluss die Küchenkojen blitzblank geputzt und aufgeräumt sein.

    Dass alle Schüler und Schülerinnen das Dokument Ernährungsführerschein einheimsen, da sind sich Rektorin Susanne Kolb und Klassenlehrerin Sigrid Stühler sicher. „Die Kinder lernen was fürs Leben“, meint Susanne Kolb. Und Sigrid Stühler ergänzt: „Und sie haben Spaß. Sie sehen: Gesunde Ernährung ist nicht zeitaufwändig, alles ging flott.“

    Info: Schulen, die das Projekt Ernährungsführerschein anbieten möchten, können sich an die AOK-Geschäftsstelle Schweinfurt wenden. Gesponsert werden dafür die Unterrichtsmaterialien. Und jedes Kind erhält ein Rezeptheft, eine Kochschürze und die Bastelvorlagen für eine Kochmütze.

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