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    RÖTHLEIN

    Gewässer erleben in Röthlein und Heidenfeld

    Ökologisch intakt und dicht bewachsen: Der Sportplatzgraben am Festplatz. Im Hintergrund die Tennisplätze, die den Umges... Foto: Daniela Schneider

    Unter dem Motto „Gewässer erleben“ stellte Landschaftsarchitektin Miriam Glanz im Rahmen des Gewässerentwicklungskonzeptes die Entwürfe für eine naturnahe Umgestaltung des Heidenfelder Mühlbachs und des Röthleiner „Sportplatzgrabens“ vor.

    Für beide Projekte präsentierte die Planerin abschnittsweise Renaturierungsmaßnahmen mit dem Ziel einer Gewässereigenentwicklung, berücksichtigt wurde dabei die Installation von Naherholungsräumen am Bachlauf. Während in einigen Teilbereichen des Heidenfelder Mühlbachs Maßnahmen aufgrund von Tiefe und Fließgeschwindigkeit kaum möglich sind, wären Uferabflachungen, Ausweitungen des Gewässerbetts, sowie die Anlage von Pufferzonen und Pflegestreifen in anderen Bereichen, wie am Kloster, durchaus sinnvoll.

    Als besonders spannend bezeichnete die Landschaftsarchitektin den östlichen Teilbereich an der Brücke zur Kleingartenanlage und dem sogenannten Schlittenberg. Hier könnte ein Naherholungsbereich mit geteiltem Bachlauf, Sitzgelegenheiten, Trittsteinen, möglichen Wasserspielen oder – bei angehobenem Wasserstand – Kneippbecken entstehen ähnlich der präsentierten Beispielfotos.

    Die Gemeinderatsmitglieder zeigten sich durchweg begeistert. Maßnahmen auf Klostergrund, informierte Bürgermeister Albrecht Hofmann, werden noch besprochen, möglich wäre wohl auch der Kauf betroffener Bereiche. Als „zu aufwändig“ befand Jürgen Lorenz das Kneippbecken, er plädierte für eine einfachere Lösung mit Platten im Bachlauf. Als „Traum“ bezeichnete Simon Stock das Konzept, erkundigte sich aber gleich nach dem Pflegeaufwand, den die Planerin als relativ gering bezeichnete.

    Auch Ingeborg Wegner fand das vorgestellte Konzept „toll“, befürchtete aber hohe Kosten. Die konnte die Planerin nur schätzen: Die Erdbauarbeiten bezifferte sie mit etwa 30 bis 40 Euro pro laufendem Meter. Kostenrelevant auch die Frage, ob der Aushub belastet ist, hier werden im Vorfeld ebenso Proben gezogen, wie auch beim zweiten Umgestaltungskonzept am Röthleiner Sportplatzweg.

    Während Glanz für den ersten Teilbereich am Röthleiner Sportplatzgraben zum Festplatz hin eine Baumpflanzung konzipierte, wurde im weiteren Verlauf hin zur Unkenbacheinmündung eine Fällung der teils maroden Hainbuchen und Fichten diskutiert. Spannend ist die Umgestaltungskonzeption der ausrangierten Tennisplätze, für die Glanz eine große und kleine Lösung parat hatte. Um es kurz zu machen: Der Gemeinderat votierte einstimmig für die „große Lösung“, die den kompletten Tennisplatzbereich überbaut mit Verlegung des Bachlaufs, Neuschaffung einer Begegnungsfläche, Wasserspielbereich, Baumanpflanzungen, Spielplatz und Sitzgelegenheiten.

    Die umfangreiche Umgestaltungsmaßnahme wird, wie Peter Krenzer nachfragte, mit dem aktuellen Dorfentwicklungskonzept koordiniert, die Planerinnen sind, wie Glanz bestätigte, im regen Austausch und auch das Kirchengelände, wie Florian Kress wünschte, wird da wohl miteinbezogen. Der ökologisch intakte Graben führt ausreichend Wasser, wie Armin Götz nachfragte, muss aber im weiteren Verlauf so dimensioniert werden, dass er stauentschärfend auch mögliche „Wassermengen packt“.

    Ingeborg Wegner plädierte für eine Verkehrsberuhigung des Sportplatzweges, dazu für die Einsehbarkeit der geplanten Naherholungsanlage. Die Umgestaltungsmaßnahme ist, abgesehen vom nötigen Gebäudeabriss, förderfähig. Gegebenenfalls, so Glanz, muss auch der inoffizielle Wohnmobilstellplatz verlagert werden. Aus naturschutzrechtlicher Sicht können die einstimmig abgesegneten Konzepte nur in der zweiten Jahreshälfte, die Rede war von 2019, umgesetzt werden. Die Verwaltung wird jetzt den Förderantrag auf den Weg bringen und notwendige Grunderwerbe vorbereiten, Planerin Ganz die Genehmigungsplanung fertigstellen.

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