• aktualisiert:

    SCHWEINFURT

    Gleiches Recht und Maßkrüge für alle!

    Zeug gibt's
    _ Foto: Thomas End) aussehen werden, sollte die Baumschutzverordnung tatsächlich abgeschafft werden.

    Die Stadt Schweinfurt möchte auf Betreiben des Festzeltwirtes Hahn ein einseitiges Maßkrugverbot auf dem Schweinfurter Volksfest erlassen. Dieses Verbot soll alle Schaustellerbetriebe betreffen, nur nicht das Unternehmen Hahn. – Wums! Er muss gesessen haben, dieser Vorwurf. Knapp und knochentrocken, gleich im ersten Satz des Briefes der drei regionalen Brauereien Roth, Martin und Wernecker an den Herrn Oberbürgermeister Remelé. Kann das sein, dass die Stadt Schweinfurt den Herrn Zeltwirt und das Kulmbacher Bier, das er ab heuer ausschenken wird, maßkrugmäßig bevorzugt und die übrigen Schausteller, die das Bier der Brauereien aus Schweinfurt, Werneck und Hausen ausschenken, benachteiligt?

    Überhaupt, fragen sich die Geschäftsführer der hiesigen Brauereien weiter, ob es nicht „ein wenig konstruiert“ sei, das „einseitige Maßkrugverbot“ zu ihren Lasten mit Sicherheitsbedenken der Polizei zu begründen, die wohl der Meinung ist, es seien zu viele Maßkrüge außerhalb der Verzehrstätten in den Volksfeststraßen unterwegs. Wären Seidleskrüge und andere Flaschen aus Glas nicht minder sicherheitsbedenklich? Und die Maßkrüge des Festzeltwirtes, der dann ja ein Maßkrugmonopol auf dem Volksfestplatz hätte? Wären die ungefährlich? Seit wann sind Kulmbacher Maßkrüge aus Weichplastik?

    Fragen über Fragen – noch dazu rhetorische. Dass der Sicherheitsaspekt ein vorgeschobener sein muss, ist offensichtlich, wenn er derart plump nur gegen die örtlichen Brauer ins Feld geführt wird. Die vermuten eh Marketinginteressen hinter der Aktion, „bitten“ am Ende ihres Briefes an den Herrn Oberbürgermeister aber fast schon überhöflich, „das Maßkrugverbot wieder aufzuheben und die Chancengleichheit zu wahren“. Sie beruhigen das Rathaus gar: Die Öffentlichkeit wisse von den Einschränkungen am Volksfest noch recht wenig: „Die Rückkehr zum Gewohnten ist da ein Leichtes“. Da aber irrten die Bittsteller. Die Öffentlichkeit wusste sehr wohl etwas, nachdem Grüne/Proschweinfurt damit rausgerückt waren.

    Jedenfalls war der drohende Krieg um Krüge beendet, bevor er richtig ausbrechen konnte. So schnell hat die Stadt schon lange keinen Rückzieher mehr gemacht, vielleicht nicht trotz, sondern wegen der Öffentlichkeit. Die suchen gerade auch etliche junge Leute, Schüler/innen, auch Schweinfurter – und zwar immer am Freitag. Für ihre „future“ (Zukunft) gehen sie auf die Straße, werden laut und deutlich fürs Weltklima beziehungsweise dessen Rettung, wenn die noch möglich wäre. Wenn nämlich das Klima kollabiere, behaupten sie, seien auch ihre Schulbesuche sozusagen für die Katz'. Welche Gründe könnte man anführen, um dem zu widersprechen?

    Vom Kaufhof zum Marktplatz sind am Freitagnachmittag jedenfalls die jungen Schweinfurter Protestierer gegen die unzureichende Klimapolitik der Altvorderen marschiert und haben dort bei einer Kundgebung Rambazamba gegen die Kohle und fürs Klima veranstaltet. Nun weiß man aber auch, dass nicht nur Kohle, die verfeuert wird, das Klima schädigt, sondern auch die, mit der zum Beispiel Flugtickets oder Lkw-artige Autos (SUVs) gekauft werden. Auf einem Plakat stand: „Verbietet euren Eltern, euch zur Schule zu fahren.“

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!