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    Schweinfurt

    Glosse: Milder Verlauf beim Klopapier

    Ab Montag sind Schulen und Kindergärten zu. Der Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus belastet das gewohnte Leben immer stärker. Und wo bleibt das Positive?
    Kein Notstand beim Klopapier: Scheinbar zeigt das Coronavirus bei Klopapierhamstern doch einen milderen Verlauf als ursprünglich befürchtet.
    Kein Notstand beim Klopapier: Scheinbar zeigt das Coronavirus bei Klopapierhamstern doch einen milderen Verlauf als ursprünglich befürchtet. Foto: Stefan Sauer

    Nein, lustig ist das nicht, was da gerade über die Welt hereinbricht, auch über Schweinfurt und sein Umland. Ein Virus, gegen das es noch keinen Impfstoff gibt, marschiert in kurzer Zeit von Asien aus über Ländergrenzen hinweg in alle Kontinente. Der amerikanische Präsident, nach eigener offizieller Feststellung ein "stabiles Genie", hat "Convid-19" gerade als eine europäische Seuche ausgemacht und den Flugverkehr von Europa in sein wunderbares, dank seiner Regentschaft wieder großes Amerika einstellen lassen. Mit Ausnahme der Briten (?) natürlich.

    Wer will noch nach Amerika?

    Aber wer will jetzt noch nach Amerika fliegen, wenn in Bayern sicherheitshalber ab sofort alle Schulen und Kitas dicht sind und die Kinder fünf Wochen zu Hause hocken sollen? Das wird nicht leicht werden, für  niemanden. Doch immerhin scheint sich Entspannung an einer sensiblen Front abzuzeichnen. Lebensmittelhandel und Klopapierhersteller haben die Lücken, die vom Hamster-Kauf-Virus (HKV) Infizierte in die Toilettenpapierabteilungen gerissen hatten, wieder gefüllt. Wobei eine Recherche in Geschäften Innenstadt feine Unterschiede offenbart: Vollsortimenter weisen weiterhin Lücken auf, besonders bei ihren dreilagigen Eigenmarken mit zehn bis zwölf Rollen.

    Edelpapier hütet den Laden

    Einige teure Edelklopapiere bleiben aber, wahrscheinlich zum Ladenhüten, im Regal. Discounter sind dagegen schon ab zweilagig deutlich besser bestückt. Ein Geschäft sogar so gut, dass der begehrteste Supermarkt-Artikel der letzten Woche zusätzlich auf einer Palette draußen vor der Tür lagert. Küchenrollen dagegen, in der Regel direkt neben dem Klopapier zu finden, sind in großer Zahl vorhanden. Das ist gut. Sollte der Haupttoilettenartikel wirklich knapp werden, könnte man mit scharfem Messer aus einer Küchenrolle auch zwei Klopapierrollen machen.

    Lieber nicht reinblasen 

    Nun ist am Sonntag auch noch Wahl, und zwar die mit dem größten Aufwand. Nur wer sich's leicht machen will, kreuzt beim Stadt- und Gemeinderat oder Kreistag einfach eine Liste an und gut ist's. Man kann aber auch bis zu drei Stimmen auf einzelne Kandidaten vergeben, quer durch alle Listen, und wenn man eine Liste angekreuzt hat, Leute streichen, die einem nicht passen. Da ist viel möglich, es kostet aber Zeit, wovon etliche Wahlkämpfer nun etwas mehr haben, weil sie ihre letzten Auftritte abgesagt haben. Die Schweinfurter Grünen haben einen Stand angekündigt, wollen Corona-halber aber "nicht aktiv auf die Menschen zugehen". Das ist vernünftig, und auch in ihr putziges grünes Papierwindrädchen sollte man gerade lieber nicht reinblasen, so schwer das fallen mag.

    Kandidat am Blumenparadies 

    Dann hat uns am Donnerstag der Bürgermeister einer stadtnahen Gemeinde ein Foto zugeschickt, gerne zum Veröffentlichen, das ein "altes, ausgeschlachtetes Auto" zeigt (verrosteter Trabi), den sein Bauhof "zu einem Blumenparadies umfunktioniert" habe. Dieses Paradies schmücke nun "den Hauptknotenpunkt" des Dorfes, eine Verkehrsinsel. Wie sehr der Blümchen-Trabi schmückt, ist Ansichtssache. Direkt daneben strahlt der Herr Bürgermeister zusammen mit einem befreundeten Mandatsträger vom Wahlplakat.

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