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    Gochsheim

    "Gochsheim inklusiv" nimmt Konturen an

    Der Gemeinderat hat das Papier vom Sitzungstisch verbannt. Im neuen Jahr liegen vor den Rätinnen und Räten nicht mehr stapelweise Papierberge, sondern stehen moderne Tablets, auf denen sie ihre Sitzungsunterlagen digital zur Verfügung gestellt bekommen. Das Gremium hatte im letzten Jahr die persönliche Ausstattung auf dem Ratstisch als Teil der Modernisierung des Sitzungssaales beschlossen.

    Nichtsdestotrotz kam der Bericht des Behindertenbeauftragten Frank Widmaier "analog", wie er betonte, zur Verlesung. Widmaier blickte auf "das letzte komplette Jahr der Amtszeit in der Legislaturperiode" zurück. Es sei geprägt gewesen von Einzelgesprächen und Hilfestellungen bei Anträgen und Problemstellungen betroffener Mitbürger. Er zählte auch eine Reihe von Seminaren und Runden Tischen auf, an denen er teilgenommen hatte. Ein besonderes Anliegen seien "barrierefreie Bushaltestellen".

    Widmaier verwies hierbei auf einen Antrag aus dem November 2015. Zwar sei schon angefangen worden, Bushaltestellen umzubauen, allein: "Der große Wurf war es leider noch nicht", mahnte er Verwaltung und Ratsgremium. Auch dem Landratsamt habe er Bild- und Textmaterial zukommen lassen. Aber nach einem Jahr habe er noch keine Antwort bekommen. Außerdem arbeite er an einer zusätzlichen Bushaltestelle im Industriegebiet Nord. Dort arbeiteten mehrere Schwerbehinderte in einem inklusiven Kooperationsprojekt. Mit den bestehenden Bushaltestellen kämen sie nur schwerlich dorthin. Nach Gesprächen mit den Stadtwerken habe er die Auskunft bekommen, dass innerhalb der Umlaufzeit von 30 Minuten durchaus verschoben werden könne. Er bat um Behandlung der Thematik im Gremium, damit bis nach dem Fahrplan 2020/21 eine Lösung gefunden werden könne.

    Widmaier wies auf Fördermöglichkeiten für die Einrichtung des Horts im alten AWO-Kindergarten hin. Er merkte an, dass "Barrierefreiheit auch Nicht-Behinderten zugutekomme". Letztlich lobte er, dass verschiedene Anträge bereits umgesetzt worden seien, wie automatische Türöffner und Toilettennachrüstung in der Fritz-Zeilein-Halle, eine "barrierefreiere" Gestaltung des Jugendtreffs Weyer, den Umbau der Toilettenanlage im Friedhof sowie die Verbesserung des Wegebaus und "viele Kleinigkeiten, die auf kleinem Dienstweg" erreicht worden seien. Von der Idee, welche das "Gochsheim inklusiv"-Konzept des Behindertenbeauftragten und seines Vertreters Edwin Hußlein verfolge, sei man aber noch "ganz schön entfernt". Widmaier legte dem neuen Gemeinderat ans Herz, die Inklusion weiter zu verfolgen.   

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