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    Grafenrheinfeld

    Grafenrheinfeld: Ebnet Neubaugebiet den Weg für die Ostumgehung?

    Egon Heinisch moderierte ein Bürgertreffen, das sich mit der Verkehrssituation beschäftigte, die durch das Neubaugebiet Kapellenweg III entsteht. Foto: Ursula Lux

    "Mit so einer Resonanz habe ich nicht gerechnet." Egon Heinisch hatte die Anlieger des Kapellenwegs, der Jahnstraße und der Margarete-Schreiber-Straße in Grafenrheinfeld eingeladen. Das vom Gemeinderat beschlossene Baugebiet "Kapellenweg III" bereitete den Anrainern Kopfzerbrechen. Über 50 Bürger kamen und diskutierten miteinander, verkehrstechnische Lösungen.

    Man habe nicht grundsätzlich etwas gegen dieses Baugebiet, erklärte Heinisch, wohl aber mache man sich Sorgen wegen der Verkehrssituation. Schon jetzt herrsche ein eklatanter Mangel an Parkplätzen, das Verkehrsaufkommen sei durch landwirtschaftliche Fahrzeuge, Kleingewerbe und Anlieger hoch. "Wenn noch mehr dazu kommt wird's einfach eng", stellte Heinisch fest. Er hatte eingeladen sich frühzeitig über mögliche Lösungen Gedanken zu machen.

    Bürgerbeteiligung kommt noch

    Michael Niklaus von der Bau- und Hauptverwaltung der Gemeinde erklärte den momentanen Planungsstand. Der Gemeinderat habe einen Aufstellungsbeschluss gefasst und nun sei der zuständige Planer dabei, die Legende für das Gebiet zu zeichnen. Wenn diese fertig sei, müsse erneut der Gemeinderat darüber entscheiden. Dann ginge das Ganze in die Offenlage und zur Bürgerbeteiligung. Jeder könne dann seine Wünsche und Bedenken einbringen. Er werde dem Planer jetzt den Auftrag geben auch die verkehrstechnischen Fragen mit zu klären, versprach Niklaus.

    Was viele Bürger verunsicherte war, dass für das neue Wohngebiet das "beschleunigte Bauverfahren" beschlossen wurde. Niklaus erklärte, dass dies möglich sei, weil die Staatsregierung den schnellen Wohnungsbau fördern will. "Momentan werden 80 Prozent der Bauvorhaben in diesem Verfahren durchgeführt", erklärte er. Dabei sei die Bürgerbeteiligung eine Kann-Vorschrift, die Gemeinde habe sich aber auf ein "Muss" festgelegt. Also auch im beschleunigten Verfahren werden Grafenrheinfelds Bürger ein Mitspracherecht haben.

    Mehrere Verkehrsvarianten wurden von den Bürgern engagiert diskutiert. Zum einen eine Art Insellösung, bei der das neue Baugebiet über eine eigene Verbindungsstraße von der Gochsheimer Straße aus zugänglich wäre und zum Kapellenweg nur eine fußläufige Verbindung hätte.

    Ein zweiter Vorschlag betraf den Umbau des Kapellenwegs, nach dem Vorbild der Schillerstraße. Dazu wäre eine zusätzliche Anbindung des Kapellenwegs um die Bestandsgärten herum an die Gochheimer Straße nötig. Eine weitere Möglichkeit wäre es zumindest zeitweise Kapellenweg und Jahrstraße zu Einbahnstraßen zu machen und ab der Kreuzung der beiden Straßen den Kapellenweg zweispurig auszubauen mit einem feldseitigen großen Parkstreifen.

    Östlich des Gärtnereigeländes

    Thomas Werner schlug vor, das Neubaugebiet mit einer kleinen Ostumgehung zu verbinden. Dies befürworteten auf die eine oder andere Art die meisten Anwesenden. Östlich des Gärtnereigeländes könnte der bestehende Feldweg zu einer Zufahrtsstraße von der Gochsheimer Straße bis zum Kapellenweg ausgebaut werden, der wiederum seinerseits ausgebaut werden müsste. Die neue Straße erschlösse dann auch das Neubaugebiet.

    Langfristig könnte man diese Ostumgehung dann hinter dem Fronseefriedhof vorbei bis nach Röthlein führen, mit Anbindungen für das Baugebiet Erleinsweg und das Gewerbegebiet. Niklaus rechnete für eine solche Maßnahme mit 15 bis 20 Millionen Euro und meinte, so etwas könne man nur nach und nach angehen. Nach einem Zeitplan gefragt meinte er, dass frühesten in vier bis sechs Wochen dem Gemeinderat die Planung des Baugebiets und der Zufahrtsmöglichkeiten vorliegen könne. Nach dessen Beschluss seien aber die Bürger gefragt.

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