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    Mainberg

    Grüne weisen Ecks Vorwürfe an Paul Knoblach zurück

    MdL Kerstin Celina kritisiert den Ton, den Gerhard Eck in seinem offenen Brief anschlägt. Außerdem widerspricht sie seinen Ausführungen zu Schloss Mainberg. 
    Schlagabtausch in Sachen Schloss Mainberg: Grünen-MdL Kerstin Celina sieht die Dinge anders als Staatssekretär Gerhard Eck. 
    Schlagabtausch in Sachen Schloss Mainberg: Grünen-MdL Kerstin Celina sieht die Dinge anders als Staatssekretär Gerhard Eck.  Foto: Anand Anders

    Die Abgeordnete Kerstin Celina ist sehr verwundert über die von Gerhard Eck erhobenen Vorwürfe gegenüber ihrem unterfränkischen Fraktionskollegen Paul Knoblach, sowohl was deren Ton, als auch deren Inhalt betrifft, heißt es in einer Stellungnahme der Landtagsabgeordneten. 

    Celina, die sich laut Mitteilung  intensiv mit der Situation von Schloß Mainberg befasst hat, stellt fest: „Wenn Staatssekretär Eck sagt, der Freistaat habe schon genug für den Erhalt des Schlosses Mainberg getan, dann sehe ich schwarz für dessen langfristigen Erhalt“. Bisher, fasst Celina zusammen, wurden eben nur Notmaßnahmen zur Sicherung des Gebäudes umgesetzt. Über diese bestand parteiübergreifend und auf den verschiedenen beteiligten Ebenen Konsens, langfristig sei das jedoch natürlich noch keine Lösung. „Hier fehlt noch ein ganzes Wegstück, das wir gemeinsam gehen müssen, und das jetzt begonnen werden muss. In ein paar Jahren kann es zu spät sein, deshalb ist Aufschieben keine Lösung“, sagt die Abgeordnete.  

    Celina betont, dass die Staatsregierung ihr schließlich vor zwei Jahren auf eine schriftliche Anfrage hin die überragende kulturgeschichtliche Bedeutung des Schlosses bestätigt habe. Wörtlich heißt es in der Antwort der Staatsregierung: „Die kulturhistorische und industriegeschichtliche Bedeutung des Schlosses reicht weit über Bayern hinaus, da der Komplex auf ganz besondere Weise mittelalterliche, frühneuzeitliche und moderne Geschichte in sich vereint und vor allem in der jüngeren Baugeschichte europaweite Bezüge aufweist.“ „Das heißt für mich“, so Celina, „dass es mit Notsicherungsmaßnahmen eben nicht getan ist, die langfristige Perspektive muss in Sichtweite kommen.“ Eine wünschenswerte Konsequenz dieser Bewertung wäre eine ernsthafte Prüfung, auf welchem Weg eine Aufnahme in den Immobilienbestand der Bayerischen Schlösserverwaltung möglich gemacht werden kann. Davon, so Celina, entfernt sich die Staatsregierung aber Stück für Stück – und diesem Eindruck gilt es parteiübergreifend entgegenzuwirken. „Da vermisse ich klare Ansagen des Staatssekretärs“.

    Kerstin Celina
    Kerstin Celina Foto: Richard Schönherr

    Celina belegt ihren Eindruck mit einer neueren Anfrage aus dem Jahr 2019 zum Schloss Mainberg, denn in der neueren Anfrage spricht die Staatsregierung nur noch von einer regionalen Bedeutung des Schlosses und sagt, deshalb sei eine Übernahme von Schloss Mainberg durch die Bayerische Schlösserverwaltung ‚aus verfassungs- und haushaltsrechtlichen Gründen nicht möglich‘. „Das klingt für mich nach einem Rückzug auf Raten“, so Celina. „Und ich frage mich natürlich, wie sich in zwei Jahren die Bewertung des Schlosses von einer überregionalen Bedeutung zu einer Reduzierung auf regionale Bedeutung geändert haben kann. Falls die Staatsregierung bei dieser Auffassung bleibt, wird eine weitere finanzielle Beteiligung an den Sanierungskosten immer unwahrscheinlicher, und dass weiß auch der Staatssekretär.“  

    Die Abgeordnete Celina erachtet „ein gutes Miteinander über Parteigrenzen und Ebenen als sehr wichtig, um den Erhalt des Schlosses in den nächsten Jahren stemmen zu können.“ Desto unpassender und wenig hilfreich empfindet sie den Ton und den Inhalt des offenen Briefes des CSU-Abgeordneten Gerhard Eck, heißt es in der Stellungnahme. „Dem Weihnachtsfrieden diente dieser offene Brief jedenfalls nicht“, so Celina.  

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    Bearbeitet von Susanne Wiedemann

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