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    WIPFELD

    Grundsätzliche Diskussion um das Wipfelder Ortsbild

    Dass eine Diskussion um einen Bauantrag weiterführend sein kann als das einzelne Bauprojekt selbst zeigte sich am Donnerstag in der Sitzung des Wipfelder Gemeinderates. Für eine gründliche Prüfung wurde das Anliegen letztlich auf die nächste Sitzung vertagt. Weiterhin beschloss das Gremium die Antragsstellung und die Durchführung der Maßnahmen für das Projekt „Barrierefreie Gestaltung des Ortskerns“.

    Nach längerer Planung beschlossen die Gemeinderäte einstimmig, dass man sich bei ELER für das Projekt, den Ortskern barrierefrei zu gestalten, anmelden wolle. Diskussionsbedarf gab es noch um das Projektvolumen aufgrund einer Empfehlung des Amtes für Denkmalschutz. Dieses empfahl aufgrund von Werk- und Materialgerechtigkeit, auf der geplanten Baufläche gesägten Muschelkalt zu verlegen.

    Bürgermeister Tobias Blesch betonte, dass dies im Auftragsvolumen die Materialkosten ungefähr um den Faktor drei erhöhen würde. Gemeinderat Sebastian Lother stellte daraufhin die Frage in den Raum, ob man ein solches Projekt finanziell überhaupt stemmen könne. Letztlich traf man die Entscheidung wie ursprünglich geplant ein Betonpflaster mit Muschelkalkoptik zu bevorzugen und das Landesamt für Denkmalschutz um die Erlaubnis der Verlegung zu bitten. Im ELER-Antrag werde man zunächst „angepasstes Pflaster“ einfügen.

    Für großen Diskussionsbedarf sorgte eine formlose Bauanfrage zum Umbau eines Einfamilien- in ein Mehrgenerationenhaus. Hierbei soll ein Satteldach zur Hälfte abgetragen, durch ein Flachdach ersetzt, sowie für eine großzügigere Platzgestaltung der Wohnraum in eine Kubusform verändert werden. Der Leiter der Verwaltungsgeschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Wipfeld, Thomas Degenhart, gab zu bedenken, dass dieses Bauvorhaben eine Vielzahl an Befreiungen vom Bebauungsplan nötig mache und man sich daher der Tragweite der Entscheidung bewusst sein müsse.

    Bürgermeister Blesch bewertete die Rückkehr zum Mehrgenerationenhaus zunächst positiv. Gemeinderat Michael Gröger warf allerdings ein, dass man sich der Konsequenzen bewusst sein müsse und man sich nicht einfach über Bebauungs- und Gestaltungssatzungen die von Fachleuten erstellt wurden, hinwegsetzen könne. Im Folgenden wurde klar, dass nicht nur das Bauvorhaben selbst auf dem Prüfstand war, sondern auch die nach Meinung von einigen Gemeinderäten alten und überholten Vorschriften.

    Diese seien zum Teil 40 Jahre alt und Geschmack sowie Architektur hätten sich seitdem gewandelt. Man müsse überlegen die Regularien an die Modernität anzupassen, wie Constantin Köblitz einwarf. Blesch warf ein, man müsse sich bewusst machen, ob man einen kompletten Bruch mit dem Bisherigen wolle. Nach kontroverser Diskussion stellte Dieter Schneider schließlich den Antrag auf Vertagung, da diese Thematik zu grundsätzlich sei, um sofort entschieden zu werden. Dieser Meinung stimmte das Gremium geschlossen zu und vertagte eine Entscheidung auf die nächste Sitzung.

    Punkt für Punkt in Kürze

    Dem Antrag der Festgemeinschaft Musikverein-Weinbauverein-Wipfeld auf Durchführung des Straßenweinfestes am 14. und 15. August in gewohnter Form wurde stattgegeben.

    Der Gemeinderat beschloss, auch weiterhin für die Kommunale Rechtsschutzversicherung Mitglied in der Gruppenversicherung des Bayerischen Gemeindetages zu sein.

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