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    SCHWEINFURT

    Gunter Sachs, der Fotograf

    Es wird geweißelt, gehämmert, gebohrt, gehängt. In der Kunsthalle endete erst vor kurzem die Ausstellung „Eisfreund“ von Gerhard Rießbeck, doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf den Höhepunkt des Jahres 2019, die Ausstellung „Kamerakunst“ von Gunter Sachs, auf Hochtouren.

    Im gesamten Erdgeschoss sowie der Großen Halle ist ab 15. März bis 16. Juni die Sachs-Ausstellung zu sehen. Deswegen ist die Kunsthalle auch in den ersten beiden März-Wochen geschlossen. Bei dem, was man bisher schon zu sehen bekommen kann, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass die neue Sachs-Ausstellung, die zweite nach „Die Sammlung Gunter Sachs“ zwischen November 2013 und März 2014, wieder mächtig Eindruck hinterlassen wird.

    In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturaustausch aus Tübingen zeigt die Kunsthalle einen Teil der Fotografie-Sammlung von Gunter Sachs und zahlreiche seiner eigenen Fotografien. Es ist ein exquisites Geburtstagsgeschenk, das sich die Kunsthalle zu ihrem zehnten Wiegenfest da macht.

    Sachs, der 2011 starb, galt durch seinen extrovertierten Lebensstil in den 1950er bis 1970er Jahren als Prototyp des Playboys, war unter anderem mit Filmstar Brigitte Bardot verheiratet. Doch ihn darauf zu reduzieren, wäre sicher ein großer Fehler. Sachs war nicht nur ein versierter Kunstsammler, sondern auch ein hervorragender Fotograf, der in der Branche anerkannt für seinen Stil war.

    Surreale Akt- und Landschaftsbilder

    Ab 1972 arbeitete Sachs, der damals in Hamburg eine Kunstgalerie führte, die mit einer Andy-Warhol-Ausstellung eröffnet wurde, professionell als Fotograf. 1973 sorgte er für Aufsehen mit der ersten veröffentlichten Aktaufnahme in der französischen Modezeitschrift Vogue. Schwerpunkt seiner Fotografie sind surreale Akt- und Landschaftsaufnahmen.

    Außerdem war Sachs Vorreiter der digitalen Fotografie, beschäftigte sich damit schon Mitte der 1990er Jahre. Für seine Fotografien erhielt er internationale Preise, auch für seine Filme, mit denen er Ende der 1950er Jahre begann. In der Ausstellung werden sie in einem eigenen Raum gezeigt. Zu sehen sein werden gut 170 Exponate aus seiner Sammlung, unter anderem erstellt von Andreas Feininger oder Andy Warhol sowie eigene Fotografien. Themenschwerpunkte sind Architektur/Stadt, Landschaft, Portrait, Stillleben, Akt, experimentelle Fotografie und künstlerische Mode. Außerdem gibt es Kunstwerke von Warhol oder René Margritte, die Gunter Sachs bei seiner künstlerischen Arbeit beeinflussten.

    Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist sicherlich die Große Halle. Hier werden großformatige, von der Decke abgehängte Fotografien von Gunter Sachs in Verbindung mit berühmten Kunstwerken unter anderem von Andy Warhol ein besonderes Eintauchen in die Kunstwelt von Sachs ermöglichen.

    Zur Eröffnung zugesagt hat Rolf Sachs, der Sohn von Gunter Sachs. Die Kunsthalle ist für die Familie Sachs bekanntlich historisches Terrain, der Großvater Ernst stiftete sie, Gunter Sachs' Vater Willy weihte sie ein

    Gunter Sachs – Kamerakunst. Fotografie, Film und Sammlung. 15. März bis 16. Juni, Kunsthalle Schweinfurt (Erdgeschoss und Große Halle). Weiterer Ausstellungsort: Sparkassengalerie. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kulturaustausch, Tübingen. Vernissage: Donnerstag, 14. März, 19 Uhr, in der Kunsthalle. Bei der Eröffnung spricht Rolf Sachs, in die Ausstellung führt Dr. Otto Letze vom Institut für Kulturaustausch ein. Die Leiterin der Kunsthalle, Andrea Brandl, referiert zu 10 Jahre Kunsthalle Schweinfurt. Öffnungszeiten Kunsthalle: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr. Jeder erste Donnerstag im Monat Eintritt frei. Eintritt 9 Euro/ermäßigt 7. Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18. Öffnungszeiten Sparkassengalerie: Montag bis Donnerstag 8.30 bis 18 Uhr, Freitag, 8.30 bis 16.30 Uhr, Eintritt frei. Führungen buchbar unter info@kunsthalle-schweinfurt.de oder Tel. (0 97 21) 51 47 44. Öffentliche Führungen jeweils Donnerstag, 18.15 Uhr, sowie Samstag, 14.30 Uhr (Kosten 2,50 Euro plus Eintritt). Darüber hinaus werden Themenführungen und Kuratorenführungen angeboten. Veranstaltungen: Fotoworkshop für Kinder: Samstag, 23. März, 10–15 Uhr (acht bis zwölf Jahre), 5 Euro; Samstag, 30. März, 10–17 Uhr (zwölf bis 16 Jahre), 7 Euro „Tischgespräche“: Ein Gespräch mit dem Fotografen Werner Pawlok aus Stuttgart über Gunter Sachs, Fotografie und Film; Donnerstag, 4. April, 19 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog: Gunter Sachs Kamerakunst. Fotografie, Film und Sammlung, hg. Dr. Otto Letze und Maximilian Letze, 248 Seiten, 208 farbige Abbildungen, Hirmer Verlag, ISBN 978-3-7774-3327-1, 34,90 Euro (Sonderpreis im Museumsshop).

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