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    HAIN

    Hainer Bürger will Feuerwehreinsatz bei Unwetter nicht bezahlen

    „Ungleichbehandlung“ nennt ein Bürger aus Hain die Vorgehensweise der Gemeinden in Bezug auf den Starkregen Ende Mai. Grafenrheinfeld verzichtet jetzt auch auf die Berechnung der Feuerwehreinsätze wegen der Schäden Ende Mai, Anfang Juni. Zuvor hatten schon andere Gemeinden mit Rücksicht auf die besonderen Umstände keine Kostenaufstellung für die Arbeit der Floriansjünger ausgestellt. Poppenhausen dagegen hat die Rechnungen verschickt.

    Untere Räume waren schnell vollgelaufen

    Der Bürger aus Hain wohnt am Hang, und die Dreck-, Schlamm und Regenmassen hatten sich am 29. Mai einen Weg durch sein Grundstück bis in sein Haus gebahnt. Die unteren Räume waren in schneller Zeit vollgelaufen.

    Unwetter: Keine Kosten für Feuerwehreinsatz 

    Die Nachbarn halfen mit, wertvolles Hab und Gut in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr war mit vielen fleißigen Helfern damit beschäftigt, Schlimmeres zu verhindern und anschließend all den Dreck und das Wasser wieder aus dem Gebäude zu bringen. Der Hainer Bürger ist der Wehr sehr dankbar und weiß auch, dass solche Einsätze „eigentlich“ bezahlt werden müssen.

    In seinem besonderen Fall beruft er sich aber auf die Gemeinden im Landkreis, die den Starkregen praktisch als Katastrophe und eben nicht als Regen einstuften. Sie haben ihre Bürger, die mit der Schadensregulierung in den eigenen vier Wänden schon eine ganze Menge Ärger, Arbeit und Kosten haben, von den Gebühren für den Hilfeeinsatz der Wehr befreit. Einen Ausgleich für die Feuerwehr bietet er an: Er möchte die Floriansjünger mit einem Grillabend entschädigen.

    Bürgermeister Ludwig Nätscher sieht die Lage in Poppenhausen naturgemäß anders. Auch er möchte alle, die die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen (müssen) gleich behandeln. Und das heißt, dass die zurechenbaren Kosten an die „Betroffenen“ weitergegeben werden. Er gibt für die Verwaltung Auskunft, weil die angehalten ist, Einsätze der Feuerwehr in Rechnung zu stellen. In den anderen Gemeinden, so mutmaßt Nätscher, habe man gar nicht mehr zuordnen können, welcher Feuerwehrler von welcher Wehr an welchem Haus geholfen habe. Eine realistische Zuordnung zu einzelnen Schäden sei dort wohl nicht möglich gewesen und deshalb auch nicht erfolgt.

    Detaillierte Auflistung in Poppenhausen

    In der Gemeinde Poppenhausen dagegen, habe man detailliert die Leistung der Feuerwehr beziffern können und habe deshalb die Rechnung zugestellt. Der einzige Protest kam von dem Bürger aus Hain, wo – das erwähnt Nätscher in einem Nebensatz – man eine wohlwollende Kostenrechnung erstellt habe. Alle anderen Betroffenen hätten sich bis heute nicht bei der Gemeinde gemeldet.

    Komplexer wird die Angelegenheit in Poppenhausen, weil der Gemeinderat einen Brief aus Hain (der wohl an die Gemeinde adressiert war) erhalten hat, der einen Antrag auf Rechnungsverzicht enthalten hat. Dazu meinte der betroffene Hainer, dass der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung am 9. Juli darüber entschieden habe. Bürgermeister Ludwig Nätscher wies dies zurück. Er habe für die Verwaltung die Räte lediglich informiert, dass dieser Brief eingegangen sei und welche rechtliche Position die Gemeinde einnimmt. Es habe keine Abstimmung und keinen Beschluss zu diesem Thema gegeben.

    Schon am Tag nach der Gemeinderatsitzung hat der Herr aus Hain mit dem Bürgermeister telefoniert und dort mündlich den Stand der Dinge erfahren. Die Rechnung, so Nätscher, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal zugestellt.

    Es besteht noch die Möglichkeit juristisch gegen den Bescheid vorzugehen und Widerspruch einzulegen. Mit jeder Gemeinde, die einen Verzicht erklärt, fühlt sich der Mann aus Hain in seiner Forderung bestätigt.

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