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    Grafenrheinfeld

    Harsche Kritik an Bürgermeisterin Sabine Lutz

    Im Januar wurde die Grafenrheinfelder Bürgermeisterin Sabine Lutz noch von ihrem Stellvertreter Gerhard Riegler für 40 Jahre in der Gemeindeverwaltung geehrt. Im Mai trat sie aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurück. Im Gemeinderat gab es nun eine Erklärung, in der deutliche Kritik an Lutz' Erklärung über die Gründe ihres Rücktritts geübt wird. Foto: Daniela Schneider

    Die Grafenrheinfelder Bürgermeisterin Sabine Lutz ist im Mai aus gesundheitlichen Gründen zurück getreten. In einem Artikel in dieser Zeitung zog sie Bilanz ihrer elf Jahre als Bürgermeisterin, auch mit nachdenklichen Worten über menschliche Enttäuschungen. Unter anderem erklärte Lutz, sie habe das Vertrauen in andere Menschen nach elf teilweise herausfordernden Jahren im Amt verloren: "Viele lachen dir ins Gesicht und hintenrum wird dann geschimpft", sagte sie.

    Einige Aussagen von Lutz wollten die Sprecher der drei im Gemeinderat vertretenen Fraktionen FBL, CSU und SPD/FW, der zweite Bürgermeister Gerhard Riegler und der dritte Bürgermeister Ludwig Weth nicht unkommentiert stehen lassen. Weth verlas im Namen der Kollegen ein Statement, das zeigt, wie erzürnt er, Riegler sowie Walter Wegner (SPD/FW), Walter Kaspar (FBL) und Walter Weinig (CSU) sind.

    In der dieser Zeitung im Wortlaut vorliegenden Erklärung betont Weth, dass der FBL (Freie Bürger Liste), die Lutz 2008 als Bürgermeisterkandidatin aufstellte, "zu keinem Zeitpunkt" bekannt gewesen sei, dass diese sich über ihren Vorgänger geärgert habe und dies sogar der Ausschlag für ihre erste Kandidatur als Bürgermeisterin gewesen sei. Weth erklärt, von seiner Seite aus habe Lutz immer die "notwendige Unterstützung und Solidarität" erfahren.

    Gemeinderat hat nicht hinten herum geschimpft

    Im August 2013, vor ihrer zweiten Amtsperiode, habe Lutz ihm und seinem FBL-Ratskollegen Walter Kaspar versichert, dass sie keine erneute Kandidatur anstrebe. Daraufhin habe die FBL einen neuen Kandidaten gesucht. "Dass sie davon aus der Zeitung erfuhr, ist ein Märchen", erklärt Weth. Das Empfinden der ehemaligen Bürgermeisterin, grundsätzlich das Vertrauen in andere verloren zu haben, weil "viele einem ins Gesicht lachten und hinten rum dann geschimpft werde", treffe "auf die Gemeinderäte nicht zu", betonte Weth. Auch "Hass" habe er zu keiner Zeit erlebt. Beides warf Lutz in dem Artikel aber auch nicht dem Gemeinderat vor, sondern formulierte es als allgemeine Lebenserfahrung.

    Bei ihrer zweiten Kandidatur als Bürgermeisterin bei den Kommunalwahlen 2014 wusste Lutz bereits, dass sie krank ist, hoffte aber, die Krankheit im Griff zu haben. Nach Meinung von Weth hätte sie eher zurücktreten müssen, "längere Fehlzeiten im Amt hätten sie überzeugen können", schreibt er. Lutz Rückblick auf ihre Amtszeit in dem genannten Zeitungsbericht findet Weth "teilweise wahrheitswidrig und realitätsfern".

    Die Neuwahlen für das Amt des Bürgermeisters oder der Bürgermeisterin finden in Grafenrheinfeld am 29. September statt. Die Wahl des neuen Gemeinderates ist wie in ganz Bayern am 15. März 2020.

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