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    Schweinfurt

    Hartnäckiger Bürgerprotest hat sich gelohnt

    Die Stadtbusse nehmen wieder Fahrt(en) auf. Nach der heftigen Kritik an der Streichung von Fahrten vor allem am Wochenende sowie in den Abendstunden wird der Fahrplan auf Beschluss des Aufsichtsrates nun wieder ausgeweitet. Foto: Irene Spiegel

    Der Bürgerprotest hat Wirkung gezeigt: Der um etliche Fahrten ausgedünnte Fahrplan der Stadtbusse wird wieder ausgeweitet. Dies hat der Aufsichtsrat der Stadtwerke Schweinfurt GmbH in einer Sondersitzung am Freitagnachmittag beschlossen. "Mit der Ausweitung des Angebots werden Takte und Betriebszeiten des laufenden Fahrplans spürbar erhöht", informiert die Stadtwerke GmbH. Das neue, wieder aufgestockte Angebot soll bis spätestens Ende Februar umgesetzt werden.

    Selbstkritisch heißt es in der Pressemitteilung der Stadtwerke, dass man die öffentliche Kritik angenommen und erkannt habe, dass insbesondere in den Abend- und Nachtstunden sowie an Sonn- und Feiertagen das Leistungsspektrum des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) erhöht werden müsse. "Mit der Ausweitung des Angebots werden im Vergleich zum Fahrplan 2018 rund 78 Prozent der entfallenen Fahrten zeitnah wieder aufgenommen", verspricht die Stadtwerke GmbH. So sind alle gestrichenen Spätfahrten jetzt wieder drin. Auch die für Schichtarbeiter wichtigen Frühverbindungen in den Hafen werden reaktiviert. Auf manchen Linien werden Kompromisse gemacht. Zum Beispiel auf der 51 ins Hochfeld, die stark in der Kritik stand. Hier fährt der Bus künftig wieder ab 8.35 Uhr, aber bis 10.35 Uhr nur stündlich und erst danach im 30-Minuten-Takt. Oder die Anbindung zur Eselshöhe: Der gestrichene Spätbus um 22.15 Uhr findet sich jetzt wieder auf der Kombi-Linie 43 nach Dittelbrunn und zum Sonnenteller. Oder auf der 42: Die Sonntagsfahrt um 15 Uhr ist nicht entfallen, die Route wurde verlängert, um auf die entfallene Fahrt um 15.30 Uhr Rücksicht zu nehmen. Gleiches gilt für den 10.30-Uhr-Sonntagsbus auf der 43. Auch hier wurde die Route verlängert, um die entfallene 10-Uhr-Fahrt kompensieren zu können. 

    10 000 Kursbücher müssen neu gedruckt werden

    "Wir haben alle Beschwerden ausgewertet und die Linien neu geplant", erläutert Pressesprecherin Hannah Schesink den neu entworfenen Fahrplan. 10 000 Kursbücher müssen nun eingestampft und neu gedruckt werden. Auch die Turnuspläne für die Busfahrer müssen wieder geändert werden. "Wir geben Gas", damit alle Fahrgäste wieder zufrieden sind. 

    Das ist auch Oberbürgermeister Sebastian Remelé ein Anliegen. Als Stadtoberhaupt stehen für ihn Servicegedanke und Bürgernähe im Vordergrund. "Zwar gilt es aus ökologischen und ökonomischen Gründen, Leerfahrten zu vermeiden. Es muss aber natürlich möglich sein, nach einem Theater- oder Kinobesuch am Abend mit dem Stadtbus nach Hause zu kommen", stellt Remelé klar.

    Als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stadtwerke war es Remelé ebenfalls wichtig, schnell wieder Kundenzufriedenheit herzustellen. Denn nicht nur in der Stadt hatte es einen Aufschrei über den neuen Busfahrplan angesichts der vielen gestrichenen Fahrten gegeben, auch aus den angebundenen Landkreisgemeinden hatte es von Fahrgästen und Bürgermeistern Beschwerden gehagelt. Remelé: "Ich freue mich, dass wir nach Abstimmung mit dem Landratsamt Schweinfurt, den betroffenen Gemeindebürgermeistern, Betriebsräten der Industrie, dem gemeinsamen Nahverkehrsbeauftragten des Landkreises und der Stadt Schweinfurt sowie den Stadtwerken als Erbringer der Verkehrsdienstleistungen im Aufsichtsrat eine ausgewogene Lösung beschlossen haben."

    Landrat Töpper: "Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen."

    Landrat Florian Töpper begrüßt ebenfalls die vom Aufsichtsrat der Stadtwerke beschlossene Lösung: "Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen." In enger Abstimmung mit den betroffenen Bürgermeistern habe er sich mit Nachdruck für die nun in Aussicht gestellten Verbesserungen eingesetzt, die im Vergleich zum seit Januar gültigen Fahrplan eine "entschiedene Ausweitung" der Bedienung der Gemeinden durch die Stadtwerke bedeuteten.

    Positiv fällt auch das Statement des Aufsichtsrats aus: "Der Aufsichtsrat unterstützt die Aktivitäten der Stadtwerke, die Attraktivität des ÖPNV in Zusammenarbeit mit den Gemeinden fortzusetzen." Insbesondere begrüßt das Gremium, dass neben Gochsheim auch die Gemeinden Bergrheinfeld und Sennfeld ab 1. Februar ein Ortsticket anbieten werden.

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