• aktualisiert:

    Schonungen

    Hausener Hauptstraße soll größer werden

    Um die Dorferneuerung in Hausen drehte sich die Sondersitzung des Gemeinderats: Ortsplaner Artur Metz und Ingenieur Wolfgang Müller hatten den Sachstand dabei, bezüglich der Neugestaltung von Kirchenvorplatz und Hauptstraße, plus Kanalerneuerung im Untergrund. Auf dem kleinen Dorfplatz soll ein Podest den Konflikt mit parkenden, an- oder abfahrenden Autos "eliminieren", so Metz. Ebenso soll es einen barrierefreien Aufgang geben.

    Die große Frage, um der es bei diesem Tagesordnungspunkt ging: Wie soll der Bodenbelag beschaffen sein, auf dem Platz wie auf der einmündenden Hauptstraße? Das war in erster Linie eine Preisfrage: Knapp 1,53 Millionen Euro würde die Asphaltierung von Straße wie Platz kosten, rund 1,62 Millionen Euro die Platzgestaltung mit Karomuster und eine Komplettasphaltierung der Straße. Würde diese (in Einmündungsbereichen) gepflastert, kämen die Kosten auf rund 1,74 Millionen Euro. Nachdem der Dorfplatz auch als Buswendeplatz dient, rät Metz dort von reiner Pflasterung ab. Die Tendenz geht zu gebändertem Asphalt. Vom Amt für ländliche Entwicklung wird mit einem größeren Zuschuss gerechnet.

    Behindertenparkplätze und E-Ladesäulen

    Die enge Hauptstraße soll in jedem Fall aufgeweitet werden, mit Begrünung am Straßenrand und Parkplätzen. Der Gehweg würde durch eine "Umgehung" am Bach ersetzt. "Wir wissen nicht, was uns im Untergrund erwartet", meinten die Planer zum Thema Boden-Entsorgung. Inklusive stichprobenartigem Gutachten wird dafür mit 167 000 Euro Kosten gerechnet. Bürgermeister Stefan Rottmann war bei einer Probefahrt in der "Problemzone" dabei, inklusive Sattelschlepper, Mähdrescher und anderer landwirtschaftliche Fahrzeuge, die künftig mehr Kurvenradius erhalten sollen: "Wir müssen nicht immer von einem Markewitsch-Kran ausgehen."

    Jürgen Geist fragte, inwieweit die Parkplätze die Straße nicht wieder verengen würde. "Wenn ohne Parkplätze geparkt wird, kommen die Leute auch nicht vorbei", meinte Artur Metz. Jürgen Lindner sah Stellplätze an der Abbiegespur Richtung Neubaugebiet als problematisch an, aufgrund der Sichtbehinderung. Jürgen Geist brachte Behindertenparkplätze und E-Ladesäulen ins Gespräch. Prinzipiell entschied sich der Gemeinderat für die 1,7 Millionen-Euro-Variante, bei drei Gegenstimmen.

    Gestalterisches Gesamtkonzept

    Artur Metz sprach außerdem den Planungsstand bei den "Bachgärten" unweit des Rathaus an: Gemäß Urkatasterplan war die Steinach in diesem Bereich Beruhigungsstrecke für einen Mühlkanal – die noch verlängert wurde, als 1906 die große Mühle kam: eine grabenähnliche Gestaltung, die ihren technischen Sinn längst verloren hat. Aktuell ist an eine Auflockerung durch Uferabflachung und die Schaffung zweier "Inseln" gedacht.

    Ebenso ist für Metz die Frage, wie man in diesem Bereich die Zufahrt vom Radweg ins Dorf sowie den Spielplatz attraktiver gestalten kann. Für Rudolf Müller wäre ein gestalterisches Gesamtkonzept nötig, mit Blick auch auf Unterführung, Brücke oder Bachstraße. Christina Westerhausen würde das Projekt ebenfalls weiter fassen. Der Planer will nun erst einmal mit den Fraktionen und Bürgern sprechen. "Die Bachgärten können wir nur peu à peu angehen", sagte Stefan Rottmann. Wichtig sei, dass, angesichts anderer Baustellen der Gemeinde, die Stabilisierungshilfen nicht gefährdet werden.

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!