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    Gerolzhofen

    Hedwig Klebrig und der Frauenbund waren eins

    Im Alter von 94 Jahren ist die Gerolzhöferin Hedwig Klebrig gestorben.  Foto: Karin Sauer

    Im Alter von 94 Jahren ist die Gerolzhöferin Hedwig Klebrig gestorben. Die letzten Jahre verbrachte sie im Wohnstift. Ihr Name ist eng mit dem Katholischen Frauenbund Gerolzhofen und dessen erfolgreicher Entwicklung verbunden.

    Der lange Lebensweg der Verstorbenen begann 1925 in Gerolzhofen. Hedwig Klebrig ist eine geborene Walter. Sie stammt aus der Glaserei in der Grabenstraße. In ihrer Heimatstadt wuchs sie auf, bevor sie für den Reichsarbeitsdienst erst ins österreichische Melk und dann nach Wien abkommandiert wurde. In Wien war sie Straßenbahnschaffnerin und lernte nach und nach alle 26 Bezirke der Metropole vom Gleis aus kennen.

    Noch vor Kriegsende kehrte sie nach Gerolzhofen zurück. Hier nahm sie als junge Frau am "Gerolzhöfer Frauenaufstand" teil. Ihre detailreichen Erinnerungen an dieses Stück Stadtgeschichte waren für die Heimatforschung eine wichtige Hilfe.

    1946 heiratete sie Oswald Klebrig. Aus der Ehe gingen fünf Söhne und eine Tochter hervor, "fast eine halbe Fußballmannschaft", wie sie einmal selbst gesagt hat. In der Tat waren alle ihre Söhne aktiv für den FC Gerolzhofen im Einsatz, ebenso wie ihr Mann „Ossi“. Mit Franz ist allerdings der jüngster Sohn bereits verstorben. Auch ihr Mann verstarb ebenfalls frühzeitig, bereits im Jahr 1973.

    Hedwig Klebrigs Hauptaugenmerk galt der Familie und dem Anfang der 50-er Jahre in der Steigerwaldstraße errichteten Eigenheim. Einen großen Teil ihrer Freizeit opferte sie aber dem Katholischen Frauenbund. „Mit 21 Jahren habe ich geheiratet, vier Wochen später sagte mein Vater zu mir: Ich bin bei Kolping und du gehst zum Frauenbund“, erinnerte sich einst die Verstorbene. 1947 trat sie dem Frauenbund bei - und blieb Mitglied bis zuletzt. Hedwig Klebrig und der Katholische Frauenbund in Gerolzhofen waren eins.

    Sie hat ihn geprägt wie keine andere Vorsitzende vor ihr. 25 Jahre lang gehörte sie in verschiedenen Funktionen der erweiterten Vorstandschaft an: Schriftführerin, Stellvertreterin der Vorsitzenden, Mädchen für alles. 1978 wählten die Frauen Hedwig Klebrig dann zur Vorsitzenden.  Bis 1994 füllte sie dieses Amt mit viel Herzblut und enormem zeitlichen Aufwand aus.

    Hedwig Klebrig hat zum Beispiel das Rosenkranzbeten bei Beerdigungen von Frauenbund-Mitgliedern eingeführt. Unvergessen sind auch die legendären Faschingssitzungen, die sie stets moderierte. Die Rhetorik-Seminare, auf die sie die Diözese schickte, kamen ihr bei der Moderation der Frauenbund-Faschingsabende zugute. In dieser Zeit entwickelte sich der Gerolzhöfer Frauenbund mit 420 Mitgliedern zum größten Ortsverband des Frauenbunds in der Diözese Würzburg. Erst durch Fusionen anderer Ortsvereine verlor er diesen Status.

    Die kirchlichen Trauerfeierlichkeiten beginnen am Freitag, 18. Oktober, um 13.30 Uhr mit dem Rosenkranz in der Stadtpfarrkirche. Das Requiem im Steigerwalddom und die Urnenbeisetzung auf dem Friedhof schließen sich an. 

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