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    RÖTHLEIN

    Heizsysteme auf dem Prüfstand

    Auch wenn die archäologischen Grabungen im geplanten Heidenfelder Neubaugebiet „An der Sulz“ noch nicht beendet sind, laufen die Vorbereitungen für die Erschließung auf Hochtouren. In der Gemeinderatssitzung ging es diesmal um die Energieversorgung.

    Gäste waren Bernhard Bedenk und Alexander Wolf von der Unterfränkischen Überlandzentrale aus Lülsfeld (ÜZ). Die hat seit einiger Zeit quasi ein „Rundum-Sorglos“-Paket mit verschiedenen Möglichkeiten im Angebot. Zusammen mit den Kommunen erschließt die ÜZ Energie aus oberflächennahen Wärmequellen (Geothermie); mittlerweile favorisiert das Unternehmen die Kaltwärmeversorgung durch sogenannte Sole-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden.

    Wie Alexander Wolf auf verwunderte Nachfrage von Peter Gehring bezüglich der sonst beworbenen Luft-Wasser-Wärmepumpen erläuterte, sei die Soletechnik aus der eigenen Erfahrung heraus mittlerweile die effizienteste und trotz der höchsten Investitionskosten auf lange, über 20 Jahre angelegte Sicht wirtschaftlichste Lösung wohl auch für die insgesamt 41 Bauplätze in Heidenfeld verglichen mit anderen verfügbaren Heizsystemen (Biomasse, Holz-Pellets, Gasheizung).

    Als Wohnwert steigernde Vorteile nannte Wolf die monovalente Betriebsweise, heißt Wärme und Warmwasser werden im Haus alleine durch die Wärmepumpe erzeugt, niedrige Betriebskosten und geringen Wartungsaufwand, Geräuscharmut am Aufstellungsort, keine Verbauung der Dachfläche und einen Wärme-Arbeitspreis von unter fünf Cent pro Kilowattstunde. Dazu gesellen sich – gut für die Umwelt – eine geringe CO2-Belastung – und als „schöner Nebeneffekt“ kann im Hochsommer mit der Erdsonde passiv gekühlt werden.

    Doch wie funktioniert eine solche Synergie nun? Entscheidet sich die Kommune für eine gemeinsame Erschließung mit der ÜZ, findet eine geothermische Probesonden-Bohrung durch Fachfirmen statt. Die kostet etwa 12 000 Euro, 50 Prozent der Kosten trägt die ÜZ. Ist die Bohrung vielversprechend, muss der Leistungsumfang entschieden werden, die ÜZ bietet das Komplettpaket von Wärmeanlage mit Außen- und Innenanbindung, Wärmeerzeugungsanlage und Wärmeübertragungssystem für etwa 40 000 Euro an. 5000 Euro werden zwar gefördert, doch der Bauplatz verteuert sich, wie Andreas Hetterich feststellte. Dank Synergieeffekt ist die Gesamterschließung jedoch weitaus billiger als in Eigenregie, so der Energieberater, der einen weiteren Vorteil für den „Häuslebauer“ darin sieht, dass auf dem Baugrundstück der „Bodenschatz Wärme“ schon erschlossen ist und die Kosten transparent sind.

    Auch Teillösungen und eine Teilerschließung sind möglich, auch mit anderen Anbietern, wie Peter Gehring nachfragte. Die Erfahrung zeigt aber, so Wolf mit Blick auf Gerolzhofens Baugebiet am Nützelbach, dass sich die meisten Bauherren für die Kaltwärme-Versorgung entscheiden; in Gerolzhofen waren das 30 von 31.

    Generell gefiel den Räten das vorgestellte System; für einige im Gremium, allen voran die beiden Fachleute Florian Kress und Simon Stock, hatte es aber einen Haken: die fehlende Entscheidungsfreiheit. Stock hinterfragte auch die Langlebigkeit des Systems. Das ist laut Wolf wartungsfrei und „unkaputtbar“, die ÜZ garantiert dennoch zehn Jahre und bleibt Ansprechpartner.

    Möglich ist, wie Ingeborg Wegner vorschlug, ein Infoabend für potenzielle Bauherren. Der Gemeinderat muss sich nun zeitnah entscheiden, ob die Gemeinde den ersten Schritt einer Probebohrung gemeinsam mit der ÜZ gehen will.

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