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    Schweinfurt

    IHK zieht positive Bilanz bei Integration

    „Wir ziehen eine positive Bilanz bei der Integration von Geflüchteten in Ausbildung“, erklärt Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt.

    Bis Ende 2018 waren laut einer Mitteilung der IHK mehr als 200 Menschen mit Fluchthintergrund in einem IHK-Berufsausbildungsverhältnis. Die ersten Absolventen einer Berufsausbildung stehen den mainfränkischen Unternehmen nun als Fachkraft zur Verfügung. Das hänge auch damit zusammen, dass die IHK seit 2016 einen Ausbildungsakquisiteur für Flüchtlinge beschäftigt. Dieser unterstützt, informiert und berät Unternehmen und Geflüchtete rund um die duale Berufsausbildung.

    Ebenfalls 2016 hatte die IHK gemeinsam mit der Handwerkskammer das Regionalnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge in Mainfranken“ gegründet. Rund 350 Teilnehmer nahmen seitdem an fünf Netzwerkveranstaltungen teil, um Unternehmen, Behörden, Organisationen und Schulen zum Thema zu vernetzen und zu informieren. Bis Ende September 2018 konnte die mainfränkische IHK an beiden IHK-Standorten Würzburg und Schweinfurt noch Alphabetisierungs-, und Sprachkurse mit dem Sprachniveau B1 und B2 anbieten.

    In diesem Zeitraum wurden 1976 Sprachkursmodule gebucht, gelehrt und geprüft. Seit März 2019 bietet die IHK nun ein neues Serviceangebot für Menschen mit Fluchthintergrund an. Eine „offene Sprechstunde für Geflüchtete“. An diesen Terminen können sich Geflüchtete über IHK-Ausbildungsberufe informieren und beraten lassen. Die  aktuellen Termine sind auf der Homepage der IHK Würzburg-Schweinfurt www.wuerzburg.ihk.de/fluechtlinge zu finden.

    Am 14. November 2019 findet das sechste Regionalnetzwerktreffen bei der Firma Riedel Bau in Schweinfurt statt. Interessierte Unternehmen können sich  per Mail bei marcus.miller@wuerzburg.ihk.de anmelden.

    Beratungsbedarf der Unternehmen lässt nicht nach. Bundesweit setzen dich 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) mit 120 Mitarbeitern, für die Integration von Geflüchteten und Beschäftigung ein. Im vergangenen Jahr organisierten die IHKs deutschlandweit über 1000 Veranstaltungen. Der Beratungsbedarf der Unternehmen ist weiterhin hoch und besonders viele Fragen haben die Betriebe zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für die Beschäftigung von Geflüchteten. 

    Ganz oben auf der Agenda steht ein gesicherter Schutz vor Abschiebung während der Einstiegsqualifizierung (Langzeitpraktikum), schnellere Asylverfahren und eine einheitliche und ausbildungsfreundliche Umsetzung der 3+2-Regelung. Letztere gewährt Geflüchteten Abschiebeschutz während der Gesamtdauer der Ausbildung und in den folgenden zwei Jahren anschließender Beschäftigung. Insbesondere die uneinheitliche Umsetzung der 3+2-Regelung sorge für große Verunsicherung in den Unternehmen, heißt es abschließend.

    Bearbeitet von Horst Breunig

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