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    Schweinfurt

    Im Rathaus hat jetzt auch Gudrun Grieser eine Bronzebüste

    Die Ahnengalerie der Oberbürgermeister in Schweinfurt ist vervollständigt: Auch Gudrun Grieser gibt es nun als Bronzebüste. Warum es zehn Jahre dauerte.
    Gruppenbild mit Büste: (v.l.) Künstlerin Anke Oltscher, Alt-OB und Ehrenbürger Kurt Petzold, Alt-OB und Ehrenbürgerin Gudrun Grieser sowie der amtierende Oberbürgermeister Sebastian Remelé. Foto: Oliver Schikora

    Es ist eine erstaunlich kurze Liste: Die Namen der Oberbürgermeister in Schweinfurt seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kann man an einer Hand abzählen. Von 1946 bis 1955 war es Ignaz Schön, ihm folgte Georg Wichtermann (1956 bis 1974), danach führte Kurt Petzold von 1974 bis 1992 die Geschicke der Stadt, bevor Gudrun Grieser von 1992 bis 2010 als erste Frau Oberbürgermeister war. Seit 2010 ist Sebastian Remelé OB. Schön, Wichtermann und Petzold gab es im Flur vor dem OB-Büro im Rathaus schon als Bronzebüsten, geschaffen von Heinrich Söller. Jetzt gibt es eine weitere Büste, nämlich für Gudrun Grieser.

    Wer aufmerksam in den vergangenen Jahren durch die Rathaus-Flure lief, sah die drei Büsten und eine großformatige Fotografie von Grieser, wie Petzold Ehrenbürgerin und eine der prägenden Figuren der Stadtgeschichte in den 1990er und 2000er-Jahren nach der großen Krise in der Schweinfurter Industrie. Bei der Präsentation der neuen Büste, geschaffen von der Fürther Bildhauerin Anke Oltscher, gab Grieser schmunzelnd zu, sie habe sich durchaus viele Jahre geziert und musste erst überzeugt werden: "Ich war selbst zurückhaltend bei dem Thema, bei Fotos weiß man, was herauskommt, bei einer Skulptur erstmal nicht."

    Doch mit dem was Anke Oltscher nun innerhalb von drei Jahren geschaffen hat, ist Grieser vollauf einverstanden: "Die Büste passt in die Reihe der schon bestehenden und ich habe mich bei der Künstlerin vor allem in guten Händen empfunden."

    Die Bronzebüste von Gudrun Grieser im Schweinfurter Rathaus, geschaffen von der Künstlerin Anke Oltscher. Foto: Oliver Schikora

    Die Initiative nun für die vierte Büste im Oberbürgermeister-Reigen der Stadt ging von Amtsinhaber Sebastian Remelé aus, der schmunzelnd erklärte, er habe seine Vorgängerin durchaus ein wenig "bedrängen" müssen, es sei ihm aber ein Anliegen gewesen. Als Oberbürgermeister sei man natürlich nicht nur Verwalter und Organisator, sondern das Rathaus als Ur-Ort der Demokratie habe eine größere Bedeutung. Es sei "richtig und angemessen, dass Gudrun Grieser eine solche Büste bekommt", was im übrigen auch der Ältestenrat vor gut drei Jahren so sah, als das Projekt angestoßen wurde.

    Man sei sehr froh, auf Vermittlung von Kunsthallen-Leiterin Andrea Brandl die Bildhauerin Anke Oltscher gefunden zu haben, so der OB, denn "es ist ein schwieriges Thema für Bildhauer, nicht nur ein Abbild zu schaffen, sondern auch den Charakter der Person mit abzubilden. Das ist der früheren Meisterschülerin des damaligen Leiters der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, Ottmar Hörl, die seit 2002 in Mittel- und Oberfranken freischaffend tätig ist, trefflich gelungen. Für sie war die Arbeit mit Gudrun Grieser "bereichernd und auch eine Herausforderung."

    Die ersten drei Büsten, geschaffen von Heinrich Söller, stehen im Flur vor dem OB-Büro. Foto: Oliver Schikora

    Grieser selbst ist es übrigens zu verdanken, dass es die Reihe der Büsten überhaupt gibt. Als sie 1992 im Rathaus auf dem OB-Sessel Platz nahm, hatte Heinrich Söller, der 1997 gestorben ist, die drei ersten Büsten schon geschaffen, sie wurden aber erst auf Griesers Initiative hin überhaupt aufgestellt.

    Beide sind zufrieden mit der neuen Büste: Künstlerin Anke Oltscher (links) und Alt-OB Gudrun Grieser. Foto: Oliver Schikora

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