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    Schweinfurt

    In Schweinfurt: Trio aus Technik, Mathematik und Informatik

    Beste Berufsaussichten verspricht ein zwischen dem klassischen Mathematikstudium und den Ingenieurwissenschaften angesiedelter Studiengang: Die Technomathematik.
    Für technische Berufsbilder ist ein Frauenanteil bei der Technomathematik mit 40 Prozent hoch. Foto: FHWS

    Am Arbeitsplatz gilt er als Exot. So richtig wissen seine Kollegen – vor allem Ingenieure, aber auch Physiker – nicht, was er studiert hat, nur dass "es irgendwas mit Mathe war" und er "gut in Mathematik sein muss". Michael Schäfer zählt zum ersten Absolventen-Jahrgang des Bachelor-Studiengangs Technomathematik an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS). Die Technomathematik will Studenten in die Lage versetzen, die Sprache der Ingenieure zu verstehen und technische Ausgaben mit computergestützter Mathematik zu lösen.

    Kein Überflieger, aber fasziniert

    Michael Schäfer ist gelernter Industriemechaniker. Von der Technomathematik, die an der FHWS in Schweinfurt erstmals 2012 angeboten wurde, erfuhr er an einem Tag der offenen Tür an der Hochschule. Schäfer: "Zu Schulzeiten bin ich nie ein Überflieger in Mathematik gewesen, doch ich war immer sehr fasziniert von Mathematik. Die Technomathematik schien diese Faszination mit meiner Begeisterung für Technik zu vereinen." 

    Wenige Tage später entschloss sich Michael Schäfer zum Studium. Die Aussicht, als einer der ersten in Schweinfurt diesen Abschluss zu erreichen, sorgte für zusätzlichen Antrieb. Heute weiß Schäfer, dass er die richtige Wahl getroffen hat, auch weil die Technomathematik das Interesse in den Vorstellungsgesprächen bei den Arbeitgebern weckte – zum einen aus Neugier, zum anderen wegen der grundlegenden Kompetenzen in der Lösung komplexer Probleme.

    Technische Anwendungen

    Der Studiengang Technomathematik gliedert sich in drei Teile: 60 Prozent Mathematik, 20 Prozent Informatik und 20 Prozent technische Anwendung. Für Bernd Weidenbach, ebenfalls Absolvent des Bachelor-Studiengangs, war die technische Anwendung in verschiedenen Fachbereichen der "wichtige" Unterschied zum reinen Mathematikstudium. Und: zusätzlich zur Theorie durchläuft der Technomathemaiker ein Praktikum in einem Unternehmen oder Institut.

    Zu den Stärken des Technomathematikers zählt die schnelle Einarbeitung in Themenfelder, etwa in analytische Probleme, vielfach mit einem betriebswirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen und/oder IT-Hinterrund. Zu den Voraussetzungen für das Studium gehören ein hohes Abstraktionsvermögen, strukturiertes Vorgehen und eine analytische Denkweise. Ein typisches Vorgehen des Technomathematikers ist das Transferieren physikalisch-technischer Herausforderungen in ein mathematisches Modell mit Gleichungen, um anschließend Lösungen auf der Basis von Computer-Simulationen aufzubereiten.

    Im Ausland studieren

    In das Studium ist ein Englisch-Modul integriert (ein Teil des Studiums kann im Ausland absolviert werden). Für den Absolventen Joshua Simon ist dies ein weiterer Pluspunkt: "Heute ist es normal, dass man im Beruf Beziehungen zu internationalen Kunden und Kollegen pflegen muss." Darauf könne man sich hervorragend vorbereiten, so Joshua Simon. Bernd Weidenbach ergänzt: "Bei Recherchen muss man oft englische Quellen zurate ziehen."

    Gelernt wird in einem Verband in Klassengröße. In diesen vergleichsweise kleinen Teams kann der Dozent gut auf individuelle Fragen eingehen, was bei einem so komplexen Fachbereich wie der Mathematik als Vorteil gilt. Wohl gefühlt hat sich dort auch Elena Gessner, eine der weiblichen Absolventinnen (40 Prozent). 

    Master-Studiengang

    Durch Kooperation der FHWS mit der Technischen Hochschule in Nürnberg wurde ein Master-Studiengang konzipiert und dieser ist seit Sommer 2018 auch umgesetzt. Doch ob Bachelor- oder Masterabschluss, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt gelten als bestens, was Michael Schäfer auch auf den Praxisbezug an der FHWS zurückführt. 

    Bernd Weidenbach, Michael Schäfer, Elena Gessner und Joshua Simon hatten keinerlei Probleme bei der Jobsuche und würden sich erneut für den Studiengang entscheiden, in dem man "die wichtigen Grundlagen der Mathematik und durch die Anwendungen unterschiedliche Fachbereiche kennenlernt".

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