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    SCHWEBHEIM

    In der Heideschule ist der Zirkus los

    Schon nach wenigen Tagen werden aus den Schülern kleine Trapezkünstler. Foto: Ursula Lux

    Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Heideschule gönnte der Förderverein der Schulfamilie wieder einmal ein Zirkusprojekt. Bereits zum dritten Mal innerhalb der letzten 15 Jahre hieß es eine Woche lang „Mange frei“. Dabei haben die Verantwortlichen wieder auf den bereits bewährten pädagogischen Projektzirkus ZappZarap gesetzt.

    Die Botschaft von ZappZarap, „kannst du nicht, war gestern“, ist genau das, was die Kinder und Jugendlichen des „Förderzentrums mit Förderschwerpunkt lernen“ brauchen. Egal ob sie barfuß auf Glasscherben stehen, am Trapez hängen oder buchstäblich mit dem Feuer spielen, sie wachsen über sich hinaus. Ehrgeiz, Mut und Disziplin stehen in keinerlei Widerspruch dazu, dass alle unglaublich viel Spaß haben.

    Ein großer Motivationsschub für die Schüler war wohl die Zirkusvorstellung zur Eröffnung der Woche. Da nämlich standen ihre Lehrer in der Manege und zeigten, was sie in der eintägigen Trainerfortbildung gelernt hatten. „Die Kinder waren total heiß“, erzählt Konrektorin Susanne Deuringer lachend. Und obwohl einige Kollegen anfangs Bedenken hatten, „weil sie ja auch nicht jünger geworden“ seien, waren sie mit ebenso viel Begeisterung und Einsatz dabei wie dann ihre Schüler.

    290 Kinder, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden, üben für die Generalprobe am Freitag und die beiden Vorstellungen am Samstag. Die Gruppen trainieren abwechselnd. In jeder können die Schüler unter 14 Angeboten auswählen, von der Jonglage über Akrobatik bis hin zum Clown oder Zauberer, jeder nimmt das, was ihn am meisten anspricht. Zu Beginn der Trainingseinheiten versammeln sich alle im Zirkuszelt. Jetzt wird gemeinsam der Ein- und Auszug geübt und die rechte Verbeugung geprobt. Twin, Theaterpädagoge im ZappZarap-Team, lobt: „Das war schon ganz gut. Aber das macht euch noch viel mehr Spaß, wenn ihr etwas habt, worauf ihr stolz sein könnt.“

    Erstmals mit dabei ist in diesem Jahr auch eine Grundschulklasse aus Schleerieth, wo die Heideschule zwei Außenklassen hat. Die Kinder kommen jeden Tag mit dem Bus und wenn sie wieder zurückfahren, ist die Stimmung ausgelassen. Jeden Tag zeigen sie gleich nach dem Aussteigen, was sie alles Neues können.

    Es ist auch das erste Mal, dass die Zirkuswoche gleich zu Beginn des Schuljahres stattfindet. Der frühe Zeitpunkt sei schon eine Herausforderung, allerdings habe er sich als sehr gut für die Gruppenfindung und die Einbindung neuer Lehrkräfte erwiesen, stellte Deuringer fest. Schulleiterin Christine Rennert ergänzt: „So lernen sich nicht nur die Kinder untereinander kennen, sondern wir auch die Kinder. Sogar die kleinen Stöpsel kennt man jetzt schon.“

    Auch die Erstklässler trainieren schon fleißig und so manch' einer wird von einem der Großen an der Hand genommen und durchs Schulhaus geführt. „Die sind ganz süß miteinander“, stellen die beiden Schulleiterinnen fest. Was jetzt so gut läuft, hat heuer allerdings unter großem Druck begonnen. Eltern und Lehrer trafen sich am Sonntag um 12 Uhr zum Aufbauen des Zirkuszeltes. Was normalerweise fünf bis sechs Stunden dauert, haben sie in vier erledigt, denn über allen schwebte der Wetterbericht, der Regen und Sturm angekündigt hatte. „Das Zelt stand und der Platzregen setzte ein“, erinnert sich Deuringer. Jetzt war es am Projektleiter Ivo Lindemann, trotz strömenden Regens auf dem Zeltdach herumzuklettern um die Löcher rund um das Gestänge abzudichten.

    Auch der Förderverein, der alle Kosten für das Zirkusprojekt übernimmt, ging heuer neue Wege. Neben den üblichen Spenden und Aktionen startete er ein Crowdfunding, das immerhin über 3000 Euro einbrachte.

    Groß hilft klein, das gilt nicht nur bei den Akrobatikübungen, sondern im gesamten Zirkusprojekt. Foto: Ursula Lux

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