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    Dittelbrunn

    Ist Tegut-Ende unausweichlich?

    Heftige Kritik an der Wiederbelebung des Projekts "großflächiger Einzelhandel/Vollsortimenter" im Norden von Dittelbrunn üben die "Christ-Demokratischen Wähler Dittelbrunn" (CDW). Die Gruppierung, die im Gemeinderat durch Udo Jablonski vertreten wird, war ein Initiator des Bürgerentscheids vom August 2017,bei dem sich eine Mehrheit gegen den Vollsortimenter ausgesprochen hat.

    Dass der Gemeinderat dieses Projekt nach Ablauf der Bindungsfrist von einem Jahr per Mehrheitsbeschluss wieder in den Flächennutzungsplan aufgenommen hat, sorgt für Unmut. In einer Stellungnahme äußerten sich die CDW-Vertreter Peter Strzezyk, Udo Jablonski und Martin Pfeiffer "entsetzt darüber, mit welcher Hartnäckigkeit und Ignoranz der Bürgermeister und die ihn unterstützenden Gemeinderäte das Votum und den erklärten Willen der Gemeindebürger übergehen". Begründet worden sei dies mit einer Aussage der Firma Tegut, eine Schließlung ihres Lebensmittelmarktes in Hambach in Erwägung zu ziehen.

    "Aus unserer Sicht werden Tatsachen gezielt zur Stimmungsmache verschwiegen", heißt es in dem CDW-Schreiben. Fakt sei, dass die Firma Tegut den Markt in Hambach in erster Linie modernisieren wolle: "Da dies eine Investition von rund einer Million Euro bedeutet, bittet sie um schriftliche Zusicherung seitens der Gemeinde, dass für zehn Jahre im Gemeindegebiet kein weiterer Konkurrenzmarkt zugelassen wird. Das unternehmerische Risiko sei andernfalls zu hoch. Die Gemeinde fühlt sich erpresst und bevorzugt einen neuen Vollsortimenter anstelle einer Modernisierung und Erhaltung des bestehenden Tegut-Marktes". Daraus ergebe sich, dass Tegut die Filiale schließen werde, sobald der Bau eines Konkurrenzmarktes beschlossen wird.

    Trotz Aussagen von Bürgermeister Willi Warmuth, die Willensbekundung der Bürger zu aktzeptieren, mache er und der Gemeinderat nun "letztlich was und wie sie es wollen." Die Interessen des Gemeindebürgers würden nicht vertreten. In Nüdlingen etwa habe der Bürgermeister zugesichert, keinen Konkurrenzmarkt zuzulassen. Nun werde der Hambacher Tegut mitsamt neuem Metzger geschlossen: Dies führe zur Unterversorgung aller Hambacher, und einer Überversorgung in Dittelbrunn, mit neun Supermärkten im Umkreis.

    Die CDW sieht außerdem die Zerstörung von Natur, Umwelt und Naherholung: "Für die reine Bequemlichkeit, sich dann auch mitten in Dittelbrunn mit Unterhemd und Bügeleisen versorgen zu können". Ein massives zusätzliches Verkehrsaufkommen sei die Folge, mit entsprechender Gefährdung von Kindern, Fußgängern und Radfahrern. Und: "2017 waren ein fehlender Metzger und die Schließung der Post Hauptargumente für den Vollsortimenter. Sowohl Post als auch Metzger konnten in der Gemeinde etabliert werden".

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