• aktualisiert:

    Lindach

    Jagdgenossenschaft Lindach mit neuer Führungsmannschaft

    Für Bürgermeister Horst Herbert (hintere Reihe, zweiter von rechts) war es ein großes Anliegen, wieder eine aktive Führungsmannschaft für die Jagdgenossenschaft Lindach zu finden, damit diese Arbeit nicht noch zusätzlich auf die Gemeinde zukommt. Im Bild zu sehen sind die abdankenden und die neuen Vorstandsmitglieder. Foto: Kurt Albert

    Der Begriff „Grundholde“ ist ein historischer, der aus der Zeit der Feudalherrschaft bzw. der adeligen Grundherrschaft stammt. Im Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein war dieses Wort im umgangssprachlichen Gebrauch. Heute wird es in einem fränkischen Dorf nicht mehr alltäglich verwendet, insofern ist es in den einzelnen Bevölkerungsschichten kein gängiger Begriff mehr; die jüngeren Leute wissen damit kaum etwas anzufangen. Dennoch wird der  Begriff „Grundholde“ in unseren Dörfern immer noch, wenn auch nur vereinzelt, gebraucht.  Gemeint  sind damit die Bewirtschafter von Grund- und Bodenflächen, die einst von adeligen Großgrundbesitzern an die von ihnen abhängigen Bauern verliehenen wurden. Man spricht hier auch von so genannten Lehen.

    Im Laufe der Zeit gingen diese adeligen Besitztümer allerdings dann in der Regel in das Eigentum der Bauern über, was heute in Lindach auch so zutrifft. Grundholden sind demnach Besitzer von jagdbaren Flächen, die sowohl einem heutigen Großgrund-  als auch einen Kleinflächenbesitzer gehören können. Die Jagd in unserer Region, das sind in der Regel so genannte Niederwildjagden mit Hasen, Hühnervögel, kleines Raubwild und Rehe im Bestand, wird in Dörfern wie Lindach von der ansässigen Jagdgenossenschaft an einen oder mehreren Jägern gegen Pachtzahlungen, dem so genannten Pachtschilling,  vergeben. Das sind im Falle von Lindach pro Jahr 2000 Euro.

    Einnahmen aus Wasserverkauf

    Als Pächterpaare der Lindacher Jagd fungieren zurzeit Albert Bedenk und Hubert Dotzel, die die südlich gelegenen Fluren in Besitz haben, während Alfred und Klaus Hegler die nördlich gelegenen bejagen. Diese vier Pächter teilen sich die Pachtkosten. Mit den Einnahmen aus dieser Pacht finanziert die Jagdgenossenschaft in der Regel dann die Instandhaltung von Feldwegen und die Anlage von Tiefbrunnen. So geschieht das beispielsweise im Obstbaudorf Lindach, wobei hier noch die Einnahmen aus dem Wasserverkauf von den jagdgenossenschaftlichen Tiefbrunnen dazu kommen. Wer Wasser aus dem Brunnen entnimmt muss für den Kubikmeter einen Euro bezahlen Diese Einnahmen bilden die Finanzbasis der Jagdgenossenschaft.

    Die Versammlung der Jagdgenossen wurde notwendig, weil der amtierende Vorsitzende Jürgen Hellert sein Amt nach 25-jähriger ununterbrochener Tätigkeit in jüngere Hände übergeben wollte. Damit das auch reibungslos geschehen konnte war eigens der Bürgermeister der Gemeinde Kolitzheim, Horst Herbert, gekommen. Durch sein Verhandlungsgeschick und durch seinem Einfluss gelang es, wieder Personen zu finden, was nicht ganz so leicht war, die sich in den nächsten fünf Jahren (so lang dauert eine Wahlperiode), diesem Ehrenamt widmen wollen. Ansonsten wäre diese Aufgabe an der Gemeinde hängengeblieben.

    Einwandfreie Buchführung

    Hellert gab einen detaillierten Tätigkeitsbericht über das, was in der abgelaufenen Wahlperiode von der Jagdgenossenschaft in Angriff genommen wurde. Die Hauptmaßnahme war der Bau und die installationsmäßige Einrichtung eines zweiten Brunnens, der den bestehenden Brunnen hinsichtlich der Wasserschüttung unterstützen soll. Das gelang trotz des erneut trockenen Sommers ganz gut, insofern habe sich die Investition in Höhe von 27 000 Euro gelohnt, so der Vorsitzende. Die Deckung des Finanzkontos dafür war durch Ansparung der Jagdpacht stets gegeben, berichtete der Kassenwart der Genossenschaft, Heinz Rock, in seinem detaillierten Kassenbericht. Die Kassenprüfer, Wilfried und Klaus Seger, bescheinigten dem Schatzmeister eine einwandfreie Buchführung, was in einer Abstimmung problemlos zur Entlastung führte.

    Die nachfolgende Wahl brachte folgendes Ergebnis, wobei manche Neubesetzung notwendig wurde, weil der eine oder andere Amtsträger sich aus Altersgründen nicht mehr zur Verfügung stellte. Neuer Vorsitzender wurde nach einer Wahl Andreas Markert, vorher war es Jürgen Hellert. Als Stellvertreter fungiert nun Jürgen Seger, er löst Peter Seufert ab. Die Kasse führt nun Holger Englert, vorher Heinz Rock. Als Schriftführer verbleibt Alfred Schwenk im Amt. Als Beisitzer wählte man Wilfried Seger und Jürgen Hellert. Das Amt der Revisoren übernimmt wieder Klaus Seger, Hubert Dotzel kommt neu dazu.

    Im Ausblick schlug der neue Vorsitzende vor, eine Waldbereinigung im so genannten Armetsholz anzugehen, damit es hier für die herrschenden unklaren Besitzverhältnisse endlich einmal zu einer sauberen Klärung kommt. Mit dem Armetsholz ist ein Waldstück gemeint, das in sehr frühen Jahren einmal als so genannte Allmende in der Ortschronik erwähnt wird. Das war sozusagen der Wald der armen Leute. Mit anderen Worten: Er galt als Allgemeingut.

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!