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    Stadtlauringen

    Jahr der Rekorde für Stadtlauringen

    Die Bauruine am Eingang zu den Baugebieten Nonnensee/Eichelberg gefällt keinem, doch der Gemeinde sind die Hände gebunden. Foto: ner

    Mit beeindruckenden Zahlen wartete Bürgermeister Friedel Heckenlauer bei der Bürgerversammlung in Stadtlauringen auf. Mit einer pro-Kopf-Verschuldung von unter einem Euro ist der Markt nahezu schuldenfrei. Dem stehen Rücklagen von etwa 5,5 Millionen Euro gegenüber. Geld, das dem Markt viel Spielraum für die Zukunft lässt, angesichts der Vorhaben aber auch notwendig ist.

    Größte Herausforderung in den nächsten Jahren wird der Umbau der Friedrich-Rückert-Schule in Stadtlauringen mit Neubau einer Zweifachturnhalle werden. Die Kosten würden sich in eben jenem Bereich wie die Rücklagen bewegen, doch es ist in dieser Zeit auch wieder mit Einnahmen zu rechnen, etwa durch Schlüsselzuweisungen. Diese bewegten sich 2018 mit mit 1,55 Millionen Euro auf einem Höchststand in der seit 2002 währenden Amtszeit Heckenlauers.

    Mehr Einwohner, mehr Kindergartenkinder und ein Höchstwert bei der Gewerbesteuer

    Auch die Einkommensteuerbeteiligung hat 2018 mit knapp zwei Millionen Euro ein Rekordniveau erreicht. Einen Höchstwert erreicht zudem die Gewerbesteuer mit knapp über einer Million Euro. Gleichwohl betonte Heckenlauer, dass dies das letzte Rekordjahr gewesen sein könnte, wenn die verhaltenen Konjunkturprognosen eintreffen.

    Die positive Entwicklung der Marktgemeinde spiegelt sich auch in anderen Zahlen wider. Mit 4071 leben zehn Personen mehr in Stadtlauringen, als noch im Vorjahr, davon 1547 im Kernort Stadtlauringen. Die Kindergartenzahlen sind von 126 auf aktuell 144 gestiegen und für das neue Kindergartenjahr werden gar 160 kleine Stadtlauringer erwartet. Dann werden den Stadtlauringer Hort 105 Kinder besuchen, den in Oberlauringen 35 und die Einrichtung in Ballingshausen 20.

    In der Grund- und Mittelschule wurde mit 196 Schülern der höchste Stand seit 2015 erreicht. In der Offenen Ganztagsschule werden 77 Kinder betreut. 106 000 Euro flossen in das Projekt "digitales Klassenzimmer", das unter anderem eine komplette Versorgung der Schule mit Glasfaserkabel vorsah.

    Probleme bei der Mobilfunkversorgung – Netzanbieter stellen Ultimatum

    Während der Breitbandausbau gute Fortschritte macht, bereitet die Mobilfunkversorgung Probleme. Netzausbau sei in Deutschland nach wie vor der freien Wirtschaft überlassen, so dass politisch keine verbindliche Handhabe möglich sei. Trotzdem konnten Vertreter von Netzanbieter D1 und Telekom zu Besuchen in Stadtlauringen bewegt werden. Mögliche Standorte für Mobilfunkmasten in Oberlauringen und Wetzhausen wurden jedoch von den Bürgern mit Unterschriftenlisten abgelehnt. Trotz Ultimaten der Netzanbieter möchte Heckenlauer nichts überstürzen und auch die Belange der Bürger in mögliche Alternativstandorte mit einbinden.

    Immerhin gibt es öffentliche W-Lan-Punkte. Diese befinden sich in Stadtlauringen am Marktplatz und am Kunsthandwerkerhof sowie in Oberlauringen am Rückert-Poetikum und an der Ellertshäuser See-Gaststätte.

    Gut angenommen werde das Förderprogramm für Privatmaßnahmen. Für 255 beantrage Maßnahmen wurden bereits 1,26 Millionen Euro bewilligt, bzw. schon ausgezahlt. Bei den gemeindlichen Baumaßnahmen konnten der Kunsthandwerkerhof (knapp eine Million), das Bauhaus in Mailes (670 000 Euro), Erschließung Altenburgweg (400 000 Euro), Spielplatzsanierung Birnfeld (100 000 Euro), Friedhofssanierung Ballingshausen (283 000 Euro) Sanierung alte Schule Sulzdorf (190 000 Euro) und die Neugestaltung Ortsdurchfahrt Stadtlauringen (1,8 Millionen) vollendet werden.

    Fertig werden soll in diesem Jahr außerdem die Rathaussanierung (1,1 Millionen), der Kindergarten Stadtlauringen (eine Million), das Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus Altenmünster (930 000 Euro), das Dorfgemeinschaftshaus Sulzdorf (600 000 Euro) und das neue Feuerwehrgerätehaus Stadtlauringen (zwei Millionen).

    Bauruine noch in Privatbesitz, Zwangsabriss nicht möglich

    Es gab nur wenige Nachfragen der Bürger, etwa zur Zukunft einer Mehrfamilienhausbauruine hinter dem Kindergarten, quasi am Eingang zu den beliebten Baugebieten Nonnensee und Eichelberg. Da sich die Bauruine offiziell nach wie vor in Privatbesitz befinde, seien der Gemeinde die Hände gebunden, sagte Heckenlauer.

    Die eingeworfenen Vorschläge von Enteignung über Zwangsabriss bis hin zur Zwangsversteigerung seien alle rein rechtlich nicht möglich. Weil das Haus offensichtlich nicht frei von Dienstbarkeiten sei, will es wohl auch niemand kaufen. Zwangssicherungsmaßnahmen ordne das Landratsamt erst dann an, wenn von der Ruine Gefahr für Leib und Leben ausgehe.

    Am spannendsten war dann die Frage, ob der Bürgermeister für eine weitere Amtszeit kandidieren werde. Die beantwortete er mit einem klaren "Ja!".

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