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    Kreis Schweinfurt

    Jahresrückblick 2019: Umzug des Ankerzentrums und Eklat um Maria

    Im Mai zieht das Ankerzentrum in die ehemalige Conn-Kaserne um. Mehr Schlagzeilen macht eine Auseinandersetzung um Maria.
    Im Mai zieht die Flüchtlingsunterkunft von Schweinfurt in die ehemalige Conn-Kaserne bei Geldersheim um. Foto: Anand Anders

    Im Mai startet der Umzug ins neue Ankerzentrum: Flüchtlinge werden von da an nicht mehr in den Gebäuden der ehemaligen Ledwards-Kaserne in Schweinfurt, sondern der ehemaligen Conn-Kaserne bei Geldersheim untergebracht. Vor dem Einzug der neuen Bewohner öffnet die Regierung von Unterfranken die Tore für die Bevölkerung. Um zu informieren und mögliche Vorurteile abzubauen.

    Auch im Jahr 2019 beschäftigt der Stromtrassenbau Bergrheinfeld: Die Gleichstromleitung SuedLink soll dort ebenso gebaut werden wie zwei Wechselstromleitungen. Der Widerstand im Ort ist weiterhin groß. Zu einer Veranstaltung des Netzbetreibers Tennet im Mai sind  Landwirte zum wiederholten Mal per Traktor-Protest unterwegs. 

    Mit Traktoren demonstrieren Landwirte in Bergrheinfeld gegen die Stromtrasse Suedlink. Foto: Anand Anders

    Das kommt nicht allzu oft vor: Eine große Gruppe evangelischer Christen feiert in Sennfeld ihre Konfirmation vor 50 und mehr Jahren. Die älteste beging ihre Aufnahme in den Kreis der Gläubigen 1933, also vor 86 Jahren.

    Eine Bluttat schockt die Gemeinde Bergrheinfeld. Ein Mann hat seine von ihm getrennte Frau getötet und sich anschließend selbst das Leben genommen. Bei ihm handelt es sich um einen ehemaligen Profisportler aus der Region.

    In Dittelbrunn kommt ein Thema vorerst vom Tisch, das vor allem den Bürgermeisterwahlkampf 2017 stark mitgeprägt hatte: Der Streit um einen weiteren Supermarkt in Dittelbrunn und den Erhalt des Tegut-Marktes in Hambach. Es kommt im Mai zum Kompromiss: Die Bürgerinitiative verzichtet auf einen Bürgerentscheid und die Gemeinde fünf Jahre auf planungsrechtliche Änderungen, die für einen Neubau nötig wären. In dieser Zeit soll der Hambacher Markt Gelegenheit haben, sich zu revitalisieren.

    Umstrittenes Thema: Zeit bekommt der Tegut-Supermarkt in Hambach, um sich zu modernisieren. Ansonsten könnte in Dittelbrunn ein neuer Markt gebaut werden. Foto: Gerd Landgraf

    Traumwetter lockt hunderte Naturbegeisterte an die Mainschleife zum autofreien Sonntag: Inlineskater und Radfahrer nützen die Gelegenheit, sich gefahrlos auf den Straßen zu bewegen. Motorisiert ist nur die Polizei.

    Hunderte Radfahrer und Skater bevölkerten im Mai die Strecken, auf denen sonst Autos unterwegs sind. Foto: Guido Chuleck

    Großen Anklang findet im Mai ein Benefiz-Familienfest in Marktsteinach. Es geht um ein an Leukämie erkranktes Mädchen und die Hoffnung, einen Stammzellenspender zu finden. 500 Menschen lassen sich typisieren, lauschen der Musik und verspeisen 60 Kuchen.

    Nach elf Jahren verabschiedet sich die Grafenrheinfelder Bürgermeisterin Sabine Lutz Ende Mai aus dem Amt. Eigentlich wollte sie noch bis zu den regulären Wahlen 2020 durchhalten, die Gesundheit macht aber nicht mit. Ende Juni wird sie verabschiedet. Einen kritischen Nachschlag gibt es aber dennoch aus dem Gemeinderat. Die vorgezogene Neuwahl ist für September angesetzt.

    Nach ihrem freiwilligen Rückzug aus dem Amt wird Grafenrheinfelds Bürgermeisterin Sabine Lutz feierlich verabschiedet. Foto: Josef Lamber

    Bei der Europawahl am letzten Sonntag im Mai werden die Grünen die zweitstärkste Kraft im Landkreis und holen 15,1 Prozent. Die CSU kommt auf 46,2 Prozent, während sich die SPD mit 9,5 Prozent knapp vor der AfD (8,9) behauptet.

    In weißen Gewändern machen die Frauen der Kirchenbewegung "Maria 2.0" auf sich aufmerksam, die im Mai ihren Forderungen nach Erneuerung in der katholischen Kirche in Forst Ausdruck verleihen. Im August kommt es dort zum Eklat, als eine Gruppe von Frauen in Weiß einem Vorabendgottesdienst beiwohnten und der Pfarrer ihnen die Tür wies. Es kommt zu großen Diskussionen. Auch das Bistum schaltet sich ein.

    Mit einem Tanz zeichneten die Mitgliedsfrauen des KDFB Forst ihren Weg in der Kirche nach und strecken sich zum Himmel aus. Sie fordern Neuerungen in der katholischen Kirche. Bei einem anderen Anlass kommt es dann zum Eklat. Foto: Ursula Lux

    Die Grünen fühlen sich nach anhaltenden Wahlerfolgen auch im Landkreis Schweinfurt im Aufwind. Kreisvorsitzender Johannes Weiß spricht von einem Mitgliederzuwachs von 30 Prozent. In Bergrheinfeld wird ein grüner Ortsverband gegründet. Im Laufe des Jahres kommen NiederwerrnGrafenrheinfeld und Gochsheim hinzu.

    Grüner Aufwind: In Bergrheinfeld gründet sich ein Ortsverband. Drei weitere kommen 2019 im Landkreis Schweinfurt dazu. Foto: Helmut Glauch

    Am 22. Juli beginnt ein neues Zeitalter im Landratsamt: Bürger haben nun einen zentralen Anlaufpunkt im Erdgeschoss, wo sie viele Dinge sofort erledigen können. Etwa ein Jahr hat der Umbau gedauert und 1,9 Millionen Euro gekostet. In Werneck hat das Verwaltungsgebäude eine Rundumerneuerung bekommen: Das Rathaus ist für 2,6 Millionen Euro saniert worden.

    Schnelleren und einfacheren Service will das Landratsamt nach dem 1,9 Millionen Euro teuren Umbau den Bürgern bieten. Foto: Martina Müller

    Der Kampf von Anwohnern gegen aus ihrer Sicht zu viel Lärm durch die Freilichtbühne Sömmersdorf geht im Sommer weiter, während dort weitere Großveranstaltungen geplant sind wie Aufführungen von Herr der Ringe und Mamma Mia. Die Stücke werden gefeiert, in der Nachbarschaft kommen Messgeräte  zum Einsatz. 

    Kaum beachtet von der Öffentlichkeit wird das Wehr an der Mainschleuse bei Garstadt saniert, das dazu beiträgt, dass der Main aufgestaut wird und somit den Schiffsverkehr ermöglicht. 1,9 Millionen Euro investiert das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in das Projekt, dessen Bauabschnitte auch 2020 und 2021 fortgeführt werden.

    In einer früheren Version war im Absatz zu Maria 2.0 zu lesen, die Frauen seien bei einer Andacht der Kirche verwiesen worden. Das stimmt nicht, es war ein Vorabendgottesdienst. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

    Die Sanierung des Main-Wehrs an der Staustufe Garstadt hat 20919 begonnen. Foto: Gerd Landgraf

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