• aktualisiert:

    Schwanfeld

    Kabarett-Trio „tbc“ füttert Schwanfelder mit Gags ohne Ende

    Da wird er gerade gesichtet: ein "freilaufender SPDler in Bayern" Foto: Guido Chuleck

    Die trauen sich was, die drei Kabarettisten Georg Koeniger, Michael A. Tomis und Florian Hoffmann, dem "totalen Bamberger Kabarett", vom Volksmund auch "tbc" genannt. Bei einem ihrer früheren Auftritte in Wipfeld hatte das Trio die Schwanfelder genüsslich beleidigt, indem sie "den Schwanfelder" als Beispiel für einen behinderten Menschen hergenommen hatten.

    "Wenn ein Schwanfelder neben Ihnen sitzt, denken Sie daran: Gewalt ist auch keine Lösung", hatte es damals geheißen. Sollten sich die Schwanfelder an diesen denkwürdigen Auftritt erinnert haben, so hatten  sie ihnen beim 16. Kabarett-Tag von "Dietmann Wohnen & Küchen" schon längst verziehen. Das selbsternannte "Driemdiem" deckte die gut 150 Besucher nämlich mit so vielen Gags ein, dass an irgendwelche Rachegelüste nicht zu denken war. Zumal am Dienstagabend auch die Wipfelder ihr Fett wegbekamen. "Ach ist der Gag endlich bei Ihnen angekommen?", so die rhetorische Frage, als die Lacher zwei Sekunden später einsetzten, "in Wipfeld haben sie dafür eine halbe Stunde gebraucht."

    Forscher sichtete einen "freilaufenden SPDler"

    "Wann, wenn nicht wir?" ist der Name des Programmes, mit dem das geniale Trio durch die Regionen tingelt, auch immer wieder irgendwo in der Pampas vor unglaublich hinterwäldlerischem Publikum. Nach der obligatorischen Orts- und Zuschauerbeleidigung (O-Ton tbc) ging es der SPD an den Kragen. Ein Forscher suchte und sichtete mit dem Fernglas einen "freilaufenden SPDler". Leider schwelgte der in zu vielen alten Erinnerungen, etwa dem Willy-Brandt-Spruch nach der "gelebten Demokratie". Letztlich stellte der SPDler fest: "Das Ende ist Nahles."

    Oder die Vorstandssitzung des Faschingsvereins, deren verkaterte Mitglieder sich zahlreichen Beschwerden wegen Sexismus und Rassismus ausgesetzt sahen. Das Ende vom Lied: die Prunksitzung wird nicht gestrichen, sondern muss viermal wiederholt werden, wegen der großen Nachfrage.

    Oder: ein Anti-Anti-Aggressionstraining. Fakten und Wahrheiten brauche kein Mensch, wie der Chef einer Anti-Anti-Aggressionsagentur feststellte. "Als Wutbürger muss man sich aufregen, da braucht kein Mensch die Wahrheit." Als ein Neuling doch tatsächlich eher an Fakten interessiert war, bemühte der Chef die Höcke-Skala. "Eins ist die Wahrheit, 10 eine Höcke-Lüge, Sie sind bei einer minus zwei", musste sich der Neuling sagen lassen. Die beiden Grundregeln des Wutbürgers: "Sie haben immer Recht" und "Sie haben nie die Schuld". Und siehe da, es hätte doch fast geklappt.

    Ein Trio schwuler Pfarrer beim Tanz, ein Trio Insekten, das sich gegen seine Ausrottung wehrt, eine Verarsche der "ZDF-Hitparade mit Dieter, mit Thomas, mit Heck" vom Allerfeinsten – das Trio tbc ließ nichts aus.

    Ein AfD-Bundestagsmitglied sah eine Verschwörung der besonderen Art: aus Schweden. Ins Fadenkreuz geriet neben dem Möbelgiganten Ikea auch die ehemalige Band Abba, "und, meine Damen und Herren, ich sage nur: Dänisches Bettenlager". Und dann die vielen Brennpunkte im Fernsehen. "Schnee im Winter in den Alpen – damit kann ja niemand rechnen." Genüsslich widmete sich tbc tatsächlich dem in China umgekippten Sack Reis, und die drei weideten diesen den Weltfrieden gefährdenden Umstand bis zum Exzess aus. Nach zweieinhalb Stunden Programm skandierten die mit gefühlt tausend Gags gefüllten Schwanfelder immer wieder das  allerhöchstmögliche unterfränkische Lob: "Respekt."   

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!