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    Kalt-Warmdusche mit armen Säuen

    Der lustigste Lebensmittelchemiker seit Dr. Oetker: Helmuth Steierwald nimmt die Gesundheits- und Ratgeberliteratur aufs Korn. Foto: Christopher Civitillo
    Musikalische Lieblingsperlen

    Fr., 10. Januar, 19.30 Uhr Schon seit vielen Jahrzehnten sind die drei Schweinfurter Mad Bob, Fritz Wenzel und Elke Neugebauer ein fester Bestandteil der fränkischen Kulturlandschaft. Unzählige Menschen haben sie mit ihrer Musik ein Stück auf ihrem Lebensweg begleitet: in ein neues Glück, auf dem allerletzten Weg, oder einfach nur durch einen schönen Abend. Jetzt haben sie tierisch Lust, ihre musikalischen Lieblingsperlen in der Heimat zum Besten zu geben. Bob schlägt die Tasten, Fritz bläst das Horn und Elke singt dazu. Für den richtigen Rhythmus haben sie sich den ungarischen Schlagzeuger Czaba an Bord geholt.

    The Power of Irish Folk Musik

    Sa., 11. Januar, 19.30 Uhr Irlands Folklore ist gesungene und gespielte Geschichte, unendlich fröhlich und endlos betrübt, mitreißend schnell und mitfühlend langsam – ein Bild gelebten Lebens. „We will folk you“, so der Titel einer der mittlerweile sieben CDs der Black Velvet Band – und dies ist auch schon seit über 25 Jahren die musikalische Devise von Peter Wendel, Christian Hartung und Udo Hafner. Ohne großen technischen Aufwand, allein durch ihre musikalische Virtuosität und die lebendige Bühnenpräsenz schaffen es die drei Vollblutmusiker, ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen.

    Kabbaratz

    So., 12. Januar, 17 Uhr Wenn man das Kabel aus der Wand riss, hatte man ein Mobiltelefon – halt ein kaputtes. Die Navigationsgeräte hießen Beifahrer, die Nachmittagsbetreuung bestand aus dem Wohnungsschlüssel an einem Bindfaden um den Hals. Trotzdem sind in solchen Zeiten Menschen großgeworden: die Kinder des Wirtschaftswunders. Man nennt sie die geburtenstarken Jahrgänge. Evelyn Wendler und Peter Hoffmann gehören zu den starken Jahrgängen. Ihre Schwäche: Die Achtundsechzigar waren immer vor ihnen. In seinem Programm „Wo wir hinkamen, war es voll! – Ansichten einer (geburten)starken Generation“ richtet Kabbaratz den Blick nicht nur nostalgisch zurück, sondern auch auf heute.

    Helmuth Steierwald – Kabarett

    Fr., 17. Januar, 19.30 Uhr Wer kennt sie nicht: Die Chemie. Manch einer sagt „Kemie“, wieder andere „Schömie“ oder „Chimie“, da kriegt man nicht nur als Logopäde einen amtlichen Nervenzusammenbruch. Wer an Chemie denkt, denkt an explosive Laborversuche oder wilde Exzesse in versteckten Drogenküchen a la „Breaking Bad“. Helmuth Steierwald ist Chemiker und bei seinem zunächst mürrisch wirkenden Anblick denkt man an beides. Helmuth Steierwald ist aber nicht Chemiker im klassischen Sinn. Er ist Lebensmittelchemiker. Und er ist halb Iraner und halb Türke. Exotisch, orientalisch und stets mit einem Hauch Kardamom veredelt, hat er zugleich ein unstillbares Verlangen nach Nürnberger Rostbratwürstchen. Er vereinigt ungezügelte Stand-Up-Comedy mit wissenschaftlichem Kabarett und blickt dabei über den Tellerrand der gewöhnlichen Gesundheits- und Ratgeberliteratur hinaus.

    John Lennon Abend

    Sa., 18. Januar, 19.30 Uhr John Lennon war der charismatische Kopf der Beatles. Seine musikalische Inspiration und die hintergründigen Texte begründen den Mythos der Fab Four. Nach dem Ende der Beatles nutzte John mit seiner Lebensgefährtin Yoko Ono seinen Ruhm für politisches Engagement. „Give Peace A Chance“ und „Imagine“ wurden zu Hymnen der Friedensbewegung. Und noch heute, fast 40 Jahre nachdem er vor seiner Wohnung in New York von einem geistig verwirrten Fan ermordet wurde, erreicht seine Stimme die ganze Welt. Achim Amme und Volkwin Müller bestreiten den Abend.

    Django Asül – Rückspiegel 2019

    Sa., 18. Januar, 19.30 Uhr, Rathausdiele Wer nach vorne fährt, sollte den Blick nach hinten nicht vergessen. Und so hat sich das vergangene Jahr einen eigenen Rückspiegel redlich verdient: Europas Politiker schieben alle Verantwortung auf Greta. Angela Merkel schiebt Ursula von der Leyen auf der Gorch Fock nach Brüssel ab. Woraufhin Greta beweist, dass interkontinentale Flüge auch per Boot machbar sind. Das führt zu der Annahme, dass in puncto Klima das Glas (und nicht das Boot) halbvoll statt halbleer ist, solange freitags die Schulen halbleer statt halbvoll sind. Für die Bundesregierung hingegen brachte 2019 jede Menge Wahlen im Osten und Qualen im Westen. Was CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer dazu bewog, die Sicherheitszone lieber in Thüringen als in Syrien aufzubauen. Die SPD wollte die neue Spitze der Partei ganz fair in der Breite suchen. Der Rückspiegel 2019 ist ein Muss für alle, die begriffen haben: So rasant war Stillstand noch nie.

    Heidi Friedrich und Birgit Süss

    So., 19. Januar, 11 Uhr und 17 Uhr Heidi Friedrich und Birgit Süss feiern Jubiläum. Zehn Jahre „Inventur“ und die Welt hat sich in diesen Jahren nicht vorgenommen, eine bessere zu werden. Mit ihrer energiegeladenen Show lassen die beiden Kabarettistinnen das Jahr 2019 Revue passieren und sogar in diesem Jahr gab es etwas zu lachen. Mit ihren komödiantischen Jahresrückblicken inklusive herzergreifenden Melodien und aberwitzigen Tanzeinlagen begeistern Heidi Friedrich und Birgit Süss seit Jahren ihr Publikum. Die Pointen sitzen, zwei Stunden Spaß mit viel Ernst dahinter, ein kabarettistischer Schlagabtausch, der es in sich hat.

    Urban Priol – Jahresrückblick

    Mi., 22. Januar, 19.30 Uhr, Theater der Stadt Schweinfurt Alles, was man über die vergangenen zwölf Monate in Sachen Politik und Gesellschaft wissen muss, geballt in einem Programm. Schonungslos, schnell und wortgewandt kredenzt Urban Priol eine hochprozentig angesetzte Jahresendbowle für Hirn und Herz. Ob klitzekleines Klimapaketchen, der Master of Mautdesaster Andreas Scheuer, Miss Ernte Julia Klöckner oder das weltweite Reich der Politpsychopathen – nichts und niemand bleibt verschont, wenn es heißt: Abschlussbesprechung! Das lange Jahr kurzweilig verpackt vom scharfzüngigen Meister des politischen Kabaretts. Urban Priols TILT! 2019 ist ein Pflichttermin für alle, die noch Spaß verstehen, auch wenn nicht alles lustig war.

    Nepo Fitz – Kabarett und Rock

    Do., 23. Januar, 19.30 Uhr Nepo Fitz ist eine Rampensau, ein Entertainer, ein Multitalent, in seiner Generation der einzige dieses Formats. Er präsentiert sich als Satiriker, der den Leuten genau aufs Maul schaut – ein feiner Beobachter des Lifestyles seiner Generation. Bewaffnet mit Klavier, Soundeffekten, Maschinengewehrschnauze – so feuert er in seinem Programm mit dem Titel „Saumensch – wie bist'n DU drauf?!“ los: witzig, energiegeladen und bis zur Schmerzgrenze ehrlich. Bist du bereit, den Saumensch in dir zu entdecken?, Welcher Typ Sau bist du?, Saubazi?, Gesengte Sau, Sauhund, arme Sau?, Eine Saumatz oder eher die Perle vor die Säue?, Am End‘ ein Saupreiss? Oder a bayerische Wildsau?, Sau‘ ma mal... Lass Deine Sau raus! Indem er die Sau in sich selbst sucht, wirft er jeden auf seine eigene Performace zurück. Die Show ist eine Kalt-Warmdusche: laut und leise, trocken und witzig, böse und gut. Der Rocker, Komiker, Schauspieler und Urbajuvare ist ein Tausendsassa. Eine vor Energie berstende Rampensau, ein pulsierendes Gesamterlebnis, das jede Schublade sprengen und jeden Stempel ad absurdrum führen würde. Ein unverschämter, furioser Mix aus Kabarett, Theater und Rock.

    Sammy Vomáèka Trio

    Fr., 24. Januar, 19.30 Uhr Sammy Vomáèka hat sich weit über Deutschlands Grenzen hinaus einen Namen als Fingerpickingspezialist in Sachen Ragtime, Folk und Blues gemacht. Der gebürtige Tscheche ist seit vielen Jahren als Sologitarrist auf Tour. Später hat er angefangen, sich für Jazz zu interessieren. Der einstige „Folkpicker“ spielt heute puren, erstklassigen Jazz in der klassischen Trio-Besetzung, die für einen Gitarristen die höchste Herausforderung ist. Vomáèka intoniert einen Jazz-Standard nach dem anderen mit einer Leichtigkeit, die schlicht und einfach sprachlos macht. Vollkommen frei hantiert er mit Melodiebögen und Motiven, entlockt ihnen immer neue harmonische Varianten und klingt dabei von vorn bis hinten authentisch. Die Musik atmet, sie ist luftig, ungezwungen und frei, hat dennoch einen überzeugenden Swing; sie ist harmonisch komplex und kommt dennoch keinen Augenblick abgehoben daher.

    Harzer Puppenbühne

    So., 26. Januar, 15 Uhr, Mo. 27. Januar, 10 Uhr, ab 3 Jahren Der Regenbogenfisch ist mit seinem schillernden Schuppenkleid der allerschönste Fisch im Ozean. Da er aber auch eitel und stolz ist, wird er mit der Zeit immer einsamer. Da merkt er, dass man Freunde nicht durch Eitelkeit gewinnen kann. Dank des weisen Oktopus überwindet er seinen Stolz und lernt das Geben und Anderen Freude zu bereiten. Doch wären nicht die Kinder da, die dem Regenbogenfisch hier und da helfen, würde die Geschichte bestimmt ganz anders ausgehen.

    Jam Jazz am Main

    Di., 28. Januar, 19.30 Uhr Hier treffen sich die Schweinfurter Jazz-Hörer und die Jazz-Musiker. Dabei wird in lockerer Atmosphäre gespielt und auch der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz.

    Comedy Lounge

    Mi., 29. Januar, 19.30 Uhr Welcome to the Comedy Lounge. Hier treffen Newcomer auf Vollprofis, Spaß auf Wahnsinn und das Lach auf die Muskeln. Denn die Comedy Lounge bietet Anfängern eine Möglichkeit, ihr Talent zu entfalten, und alten Hasen die Gelegenheit, ihren Lebensabend ruhmreich, aber arm zu beschließen. So präsentiert Moderator und Jazzkabarettist Andy Sauerwein dem neugierigen Zuschauer jeden Monat einen spannenden Abend mit den Comedy- und Kabarett-Helden von gestern, heute und morgen.

    Wellküren – Abendlandler

    Do., 30. Januar, Fr., 31. Januar, 19.30 Uhr Die selbsternannten Retter des Abendlandes sitzen jetzt im Reichstag. Versorgte Wut-Bürger haben sie da reingebrüllt. Und die Bayerische Staatsregierung verwandelt vorauseilend und aus panischer Angst vor dem drohenden Machtverlust die (Popu-)Liste der AfD in Realpolitik: Asylplan, Ankerzentren, Polizeiaufgabengesetz, Grenzpolizei, Kreuzerlass . . . Ja, geht?s noch blöder, Herr. . . ? Die Wellküren, Gründerinnen der Stugida-Bewegung (Stubenmusik gegen die Idiotisierung des Abendlandes), verteidigen und feiern in ihrem Programm das freie Abendland und den Abend an sich. Mit bayerischem Dreigesang gegen stumpfe Einfalt. Sie blasen den Leitkultur-Marsch, spielen Mozarts A-Dur Klaviersonate in G-Dur auf Hackbrett, Harfe und Gitarre, haben extra Bass-Ukulele gelernt für ihre Nina-Simone-Hommage „Mei Oida, der schaut auf mi“ im Stubenmusik-Format. „Abendlandler“ ist besonders geeignet für Menschen, die auch wenn?s dunkel wird, den Humor nicht verlieren. Nach über 30 Jahren auf der Bühne sind die drei Schwestern darin wahre Expertinnen geworden.

    Bearbeitet von Kirsten Mittelsteiner

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