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    Stadtlauringen

    Kandidaten-Porträt: Friedel Heckenlauer für Stadtlauringen

    Für Friedel Heckenlauer  ist Einstimmigkeit bei Entscheidungen und Beschlüssen ein hoher Wert. Warum er Bürgermeister bleiben will. 
    Friedel Heckenlauer an seinem Lieblingsplatz: Der Altenburg in Stadtlauringen. Heckenlauer ist seit 2002 Bürgermeister und kandidiert wieder.  
    Friedel Heckenlauer an seinem Lieblingsplatz: Der Altenburg in Stadtlauringen. Heckenlauer ist seit 2002 Bürgermeister und kandidiert wieder.   Foto: Anand Anders

    "Man hat einen wunderbaren Überblick über die Gemeinde", sagt Friedel Heckenlauer (Jahrgang 1956) über die Altenburg, seinen Lieblingsplatz. "Hier kann man alle Kirchturmspitzen der Gemeinde sehen". Den Überblick haben: Wer sich mit  Heckenlauer, seit 2002 Bürgermeister, unterhält, merkt schnell, das der Überblick ihm wichtig ist: Auch von seinem Schreibtisch aus hat er einen Fast-Rund-um-Blick. Und könnte zu jedem, der vorbei läuft, zu jedem, der auf einem der Bänkchen am Marktplatz sitzt, etwas erzählen. Und auch zu jedem Haus, jedem Stein, weiß er was.       

    Ziel: Die Menschen mitnehmen

    Konfrontation mag Heckenlauer nicht so gerne. Deswegen verwendet er auch das Wort Wahlkampf nicht gern. "Das hört sich nach Gegeneinander an." Warum kritisiert wird, dass viele Beschlüsse im Gemeinderat einstimmig fallen, versteht er nicht. "Wir besprechen alles vorher, finden einen Konsens. "Für ihn ist Gemeinschaftsgeist, gemeinsame Verantwortung  wichtig.  Er weist dem Bürgermeister eine entscheidende Rolle zu. "Ich habe die Verantwortung, muss voran gehen. Aber ich muss die Menschen mitnehmen: Die Bürger und auch den Gemeinderat."     

    Heckenlauer will nicht nur, das die Leute wissen, was geplant ist, dass sie zum Beispiel in Arbeitskreisen miteinbezogen werden, wie beim Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK).  Das Konzept liegt auf seinem Schreibtisch, mit Anmerkungen und Lesezeichen: Ein Drehbuch mit den Gedanken, Sorgen und Wünschen der Bürger. "Ich habe damit gearbeitet, das lag nicht nur in der Schublade", sagt er. Und nimmt das zum Anlass für ein Lob der Allianz Schweinfurter Oberland, die er federführend  auf den Weg gebracht hat.  Gemeinsam habe man vieles bewegen können, auf der Basis von nüchternen Analysen.  "Du stehst  vor Herausforderungen." Bevölkerungsschwund, viele kleine Ortsteile, viel nötige Infrastruktur.  "Und eine Finanzausstattung, die nicht so opulent ist."  

    Umso stolzer macht es ihn, dass die Gemeinde schuldenfrei ist. Obwohl 50 Millionen Euro investiert wurden. "Als ich angefangen habe, hatten wir 600 000 Euro Schulden und vier Millionen Rücklage. Jetzt haben wir null Schulden und 5,7 Millionen Euro Rücklagen." Radwege wurden gebaut, der Ellertshäuser See umgestaltet, der Marktplatz in Stadtlauringen umgebaut, das Schüttbau-Ensemble hergerichtet, in Oberlauringen das Poetikum  gebaut, Dorfgemeinschaftshäuser entstanden. Auf was sind Sie besonders stolz? "Das sollen die Bürger entscheiden", sagt Hecklenlauer, der sich nicht auf Erfolgen ausruhen will. "Wer annimmt, alles ist erledigt, hat einen falschen Denkansatz."

    Heckenlauer  möchte, dass die Leute auch mitziehen, wenn es darum geht, die Dörfer zu beleben, die Angebote wahrzunehmen, sich zu engagieren."Wir können den Leuten nicht nur sagen, investiert in die Ortsmitte, wir müssen auch einen Strauß an Fördermitteln bieten." Kostenlose Architekturberatung, Zuschüsse, die Möglichkeit, Kosten steuerlich abzuschreiben. "Ich möchte nicht überheblich klingen, aber Sie finden sonst keine Gemeinde in Bayern, die das macht."

    Lebendige Dörfer soll es geben. Deswegen ist ihm die Dorferneuerung so wichtig.  Heckenlauer weiß, wo es Fördertöpfe gibt. Aber er will Dinge anpacken, weil es Sinn macht. Nicht, weil es dafür Geld gibt. Beim Thema Dorferneuerung wird er poetisch. Früher ging es dabei um Schönermachen. "Jetzt geht es darum, die  Herzen pulsieren zu lassen." Was ihm noch sehr am Herzen liegt: Statt Neubaugebiete auszuweisen, Anreize zu setzen, die Innen-Orte zu beleben.  Deswegen will er als nächstes  die  Baugebiete aus den 1960ern angehen. Auch hier sollen Anreize geschaffen werden, damit junge Leute sagen: Wir bauen lieber einen Altbau um, als neu zu bauen.   

    Was wünscht er sich? "Der Bund sollte es sich zur Aufgabe machen, flächendeckend die gleiche Versorgung anzubieten. Glasfaser-Ausbau zum Beispiel sollte nicht dem freien Markt überlassen werden. "Da muss der Bund das Heft in die Hand nehmen." 

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