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    Kolitzheim

    Kandidaten-Porträt: Horst Herbert für Kolitzheim

    Horst Herbert ist ein alter Bürgermeister-Hase. Nach 24 Jahren auf dem Chefsessel im Kolitzheimer Rathaus tritt er bei den Wahlen wieder für die CSU an
    Bei schlechtem Wetter ist das Amtszimmer im Kolitzheimer Rathaus der Lieblingsort von Horst Herbert. Bei Sonnenschein wäre es der Garten zuhause. Foto: Peter Pfannes

    In Sachen Kommunalpolitik ist Horst Herbert ein echter Profi. Seit 24 Jahren sitzt der heute 62-Jährige auf dem Chefsessel im Kolitzheimer Rathaus. In seiner Amtszeit hat er viel erlebt, und er will es noch einmal wissen. Bei den Kommunalwahlen Mitte März kandidiert der in Zeilitzheim lebende Herbert als Bürgermeisterkandidat erneut auf der Liste der CSU. "Ich habe viele Projekte angeschoben und möchte sie noch umsetzen. Die Arbeit macht mir Spaß ", zeigt er sich leidenschaftlich.

    Kontinuität ist ihm besonders wichtig, auch weil elf der 20 amtierenden Gemeinderäte – darunter seine beiden Stellvertreter – nicht mehr kandidieren. Es wird also einen einschneidenden Wechsel im Gremium geben. In seinem Amtszimmer im Rathaus fühlt sich das amtierende Gemeindeoberhaupt besonders wohl. Sein Lieblingsort ist eigentlich der Garten zuhause. "Von dort kann man über fast alle Gemeindeteile blicken", schwärmt Herbert.

    Dass er für den Interviewtreff das Rathaus gewählt hat, ist dem grauen Januarwetter zu verdanken. "Mein Büro ist mein zweitliebster Ort", lacht er. Dem verheirateten Vater zweier erwachsener Kinder liegt der Nachwuchs in den acht Ortsteilen sehr am Herzen. Jungen Familien will er es ermöglichen, dass sie ihr Nest in der Heimatgemeinde bauen können. "Mein Ziel ist es, vor allem unserer jungen Bevölkerung Wohneigentum zu ermöglichen", sagt er und erinnert an aktuelle Planungen. Ab diesem Frühjahr bietet die Gemeinde Bauplätze in Unterspiesheim und Herlheim an. In den Ortsteilen Gernach, Kolitzheim, Lindach und Zeilitzheim laufen die Planungen für die Ausweisung von neuem Bauland.

    Altsiedlungen nicht aus den Augen verlieren

    Gedanken macht sich der Bürgermeisterkandidat auch über die Ortszentren und Altsiedlungen: "Die dürfen wir nicht aus den Augen verlieren und freien Wohnraum aktivieren." Förderprogramme sollen bei der Finanzierung helfen. Denkt er an die Kleinsten in der Gemeinde, will er die Kinderbetreuung forcieren. Weil aktuell die Geburtenzahlen ansteigen, sei der Ausbau in vollem Gange. Gerne würde er diese Entwicklung nach seiner Wiederwahl fortsetzen.

    Herbert ist bewusst, dass auf den "neuen" Bürgermeister jede Menge Arbeit wartet. Offene Ganztagsschule und Schulhausneubau wurden bereits begonnen oder stehen an. Mit der Zusammenlegung der drei Schulstandorte will er optimale Unterrichtsbedingungen schaffen. "Wir wollen Eltern darin unterstützen, Familie und Beruf in Einklang zu bringen", betont er.

    Seine Tochter und sein Sohn kennen es von klein auf nicht anders, dass ihr Papa wegen des Bürgermeisterjobs nur wenig Zeit hat. Auch Hobbys wie Radfahren und Schwimmen werden bei einer Wiederwahl nur begrenzt Raum finden. Auf Herberts zeitintensiver Agenda stehen unter anderem die Aufwertung aller Ortskerne durch Dorferneuerungen. Geld dürfte dabei nicht das Problem sein, denn Kolitzheim ist praktisch schuldenfrei. Im Blick hat Herbert auch den Hochwasserschutz. Gerade an der Volkach erlebt die Bevölkerung regelmäßig Hochwasser. Herbert will gemeinsam mit betroffenen Kommunen von Michelau bis Volkach an einem Konzept arbeiten.

    Auf Umweltthemen angesprochen, meint er zufrieden: "Die Energiewende ist bei uns bereits eingeläutet." Mit der Biogasanlage in Oberspiesheim, einer Windenergieanlage sowie  Photovoltaikanlagen und Solarkraftwerken werde bereits Strom erzeugt. Außerdem leiste die neue Gemeinschaftskläranlage in Zeilitzheim einen Beitrag zum Schutz der Gewässer.

    Bei allen Projekten liegt ihm die Gleichbehandlung aller Gemeindeteile am Herzen. Überall gibt es dort herrliche Feste, einen Favoriten hat Herbert nicht. Besonders stolz ist er auf die Erfolge zweier junger Frauen aus Zeilitzheim und Stammheim, die die fränkische Weinkrone in die Großgemeinde holten: Jennifer Herbert (2006) und Silena Werner (2017). Trotz der Triumphe des heimischen Weinadels gibt er ehrlich zu: "Mit Alkohol halte ich mich normal zurück, aber wenn, dann bevorzuge ich ein Weißbier."

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