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    Geldersheim

    Kandidaten-Porträt: Thomas Hemmerich für Geldersheim

    Thomas Hemmerich nimmt einen zweiten Anlauf um Bürgermeister von Geldersheim zu werden.  Die Belange junger Familien und die energetische Wertschöpfung im Dorf treiben ihn an
    Beim Fußball war Thomas Hemmerich als Fels in der Brandung eher in der Defensive. Jetzt will er politisch in die Offensive gehen und Bürgermeister von Geldersheim werden. Foto: Helmut Glauch

    Es war sicher nicht einfach für seine Gegner, an diesem 1,93-Meter-Mann Thomas Hemmerich vorbeizukommen. Mehr als 1000 Spiele hat er als Fels in der Brandung für seinen 1. FC Geldersheim im defensiven Mittelfeld bestritten. Jetzt ist er 44. Alte Herren hat der FC nicht gemeldet, also macht er, was ihm noch mehr Spaß macht – er trainiert die Bambinis. Vier bis Siebenjährige, zwei davon sind seine eigenen, lernen bei ihm die Grundlagen des Fußballs. "Ein prima Ausgleich", so der Familienvater, der aber noch mehr will – zum Beispiel am 15. März zum Bürgermeister von Geldersheim gewählt zu werden.      

    CSU, Freie Bürgerliste und Junge Liste haben Hemmerich gemeinsam nominiert, womit es zur Neuauflage des Wahlkampfes von 2014 kommt, als er knapp gegen den jetzigen Amtsinhaber Oliver Brust verlor. In die Kommunalpolitik bringt sich der selbstständige Metzgermeister seit Jugendtagen ein. Die Junge Liste hat er mit aus der Taufe gehoben, den Geldersheimer Jugendtreff geleitet, seit 2002, damals war er gerade mal 27, sitzt er für die CSU im Kreistag, seit 2008 für die Junge Liste im Geldersheimer Gemeinderat.    

    Was treibt ihn an, neben Schlachthaus und Sportplatz auch noch den Sessel im Büro des Geldersheimer Bürgermeisters ins Visier zu nehmen? Probleme, wie sie auch andere junge Familien in Geldersheim haben dürften, wie zum Beispiel die Verbesserung der Kindergartensituation. "Auch wenn der neue Kindergarten fertig ist, sind nicht genügend Plätze für alle Kinder da", so seine Einschätzung, und er fordert ein "Ende des Kindergartentourismus" zum Beispiel nach Obbach.

    Ich nehme die Menschen immer so wie sie sind, habe mir längst abgewöhnt, sie in Schubladen zu stecken
    Thomas Hemmerich über sein Verständnis dörflichen Zusammenlebens  

    Bauplätze fehlen, genauso wie maßgeschneiderte Wohnangebote für alle Generationen, für junges Wohnen oder neue Wohnformen im Alter. Die Wohnungen, die nach dem Abzug der Amerikaner frei wurden, waren schnell wieder belegt. Geldersheim ist auf Wachstumskurs, braucht neue Wohnmöglichkeiten. Visionen hat er auch für ein ökologisch ausgerichtetes Geldersheim, das seine brachliegenden Solardach-Potenziale besser ausschöpfen sollte. "Da geht noch einiges", ist er sich sicher, wenn er sich auf den Dächern von öffentlichen Gebäuden, Vereinsheimen oder Bestandsgebäuden umschaut. Die Vereine und die Bürger will er mit ins Boot holen, zeigen, dass sich so nicht nur der Aufbruch in ein neues Energiezeitalter gestalten, sondern auch viel Geld sparen lässt.  

    Familienthemen treiben ihn an

    Als Familienmensch "tief verwurzelt in Geldersheim", der mit seinen Kindern schon beim Babyschwimmen war, jetzt auch mal gerne mit der Frau und Kindern einen Mittelaltermarkt besucht, oder mit Freunden eine Runde Schafkopf spielt, sieht sich Hemmerich selbst. Und so sind es auch weitere "Familienthemen", die ihn antreiben.

    Er möchte als Durch-und Durch-Geldersheimer, der in einem guten halben Dutzend örtlicher Vereine Mitglied ist, seine Heimat voranbringen. Zum Beispiel indem endlich das Nadelöhr Richtung Schweinfurt, die zu enge Bahnunterführung  auf dem Weg zum Bergl, schnellstmöglich beseitigt wird.  Spätestens bis Mitte des Jahrzehnts will die DB Netz AG  die Bahnbrücke an der Geldersheimer Straße erneuern, die Vorplanungen haben begonnen. Da müsse man dran bleiben, zeitgemäße Ausbaustandards einfordern, die auch für Radfahrer und Fußgänger deutliche Verbesserungen bringen.    

    Wichtig ist ihm die Harmonie im Dorf, denn auch das sei Lebensqualität, wenn man jeden kenne und sich Grüßen könne. "Du kannst dem Dorfleben entfliehen, musst es aber nicht", untermauert er seine nach eigener Einschätzung liberale aber wertkonservative Art und und seine Lust ein Geldersheimer zu sein.

    Was ihm richtig weh tut ist, "dass die Geldersheimer Fußballer keine eigene 1. Mannschaft mehr gemeldet haben". Daran kann wahrscheinlich auch ein Bürgermeister nichts ändern, aber vielleicht einer wie Thomas Hemmerich, der heute die Bambini trainiert und so mithilft, die Weichen zu stellen für den künftigen Fußballbetrieb in Geldersheim.   

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