• aktualisiert:

    Oberschwarzach

    Kandidaten im Porträt: Alfons Hespelein für Oberschwarzach

    "Ich bin ein Schaffer, einer der zuhört und anpackt." Der 54-jährige Alfons Hespelein tritt für die Wählergemeinschaft Wiebelsberg als Bürgermeister an.
    Der Bürgermeisterkandidat für die Marktgemeinde Oberschwarzach, Alfons Hespelein aus Wiebelsberg, stellte in der Main-Post-Redaktion sein Programm vor.
    Der Bürgermeisterkandidat für die Marktgemeinde Oberschwarzach, Alfons Hespelein aus Wiebelsberg, stellte in der Main-Post-Redaktion sein Programm vor. Foto: Klaus Vogt

    "Ich bin kein Beamter, sondern ein Macher. Einer, der gerne mit anpackt." So charakterisiert sich Alfons Hespelin selbst. "Ich bin ein Schaffer, einer der zuhört und anpackt." Der 54-jährige verheiratete Familienvater aus Wiebelsberg tritt für die dortige Wählergemeinschaft im Rennen um das Bürgermeisteramt in der Marktgemeinde Oberschwarzach an.

    Der Wiebelsberger, der sich als Vorsitzender des örtlichen FC für die Allgemeinheit engagiert, weiß, dass auf die Marktgemeinde wichtige Herausforderungen zukommen. Hespelein sieht die Gefahr, dass man sich finanziell überhebt. "Ich würde erst eine Prioritätenliste aufstellen, was die wichtigsten fünf Themen sein sollen." Zu den Großprojekten zähle natürlich das Schloss in Oberschwarzach. "Dies kann ein Vorzeigeobjekt werden", sagt Hespelein, der Diplomingenieur (FH) Maschinenbau ist und derzeit als selbstständiger Handelsvertreter arbeitet. Aber: Was die Gemeinde dringend brauche, das seien beständige Einnahmen. "Gewerbesteuer geht bei uns de facto ja gegen Null."

    Probleme beim Zusammenhalt

    Gerade bei den Großprojekten müsse man die Bevölkerung mitnehmen. Und dies gelinge nur, "wenn der Bürger immer auf dem aktuellsten Stand ist". Hier liege aber einiges im Argen. "Die Kommunikation und die Transparenz sind zu oberflächlich." Dies führe dazu, dass sich falsche Informationen verbreiten und Missstimmungen entstehen. Er sieht gravierende Probleme beim Zusammenhalt in der Marktgemeinde. Es gebe zum Beispiel extreme Lücken bei einem einheitlichen Feuerwehrkonzept.

    Alfons Hespelein stört sich daran, dass derzeit viele kleinere Projekte in der Gemeinde seiner Meinung nach zu bürokratisch und zu umständlich behandelt werden. Bei den großen, teuren Maßnahmen sehe er ja ein, dass man ein bestimmtes Procedere einhalten muss, insbesondere wenn es um die Voraussetzungen für Förderprogramm geht. Aber bei kleineren Projekten könnte es "deutlich ergebnisorientierter" laufen. Dies würde sich, falls er zum Bürgermeister gewählt wird, auf jeden Fall in der Gemeinde ändern. "Denn ich bin kein Paragraphenreiter, sondern möchte möglichst schnell mit geringen Mitteln ans Ziel kommen."

    Gegen langwierige Planungen

    Ein Beispiel dafür sei die geplante Umgestaltung des Kirchenvorplatzes in Wiebelsberg. Zwei Jahre lang rede und diskutiere man inzwischen über dieses Vorhaben. "Es bläht sich immer mehr auf." Mittlerweile drehe man sich im Kreis. Es wäre besser gewesen, einer örtlichen Arbeitsgemeinschaft das Geld zu geben, damit die vor Ort den Platz in Eigenregie umgestaltet. Solche kleineren Projekte sollten die Bürger selbst in die Hand nehmen. "Das wäre auch gut für die Dorfgemeinschaft."

    Schließlich habe man in der Marktgemeinde sehr aktive Ortsteile. "Man muss dies nutzen und das Potenzial abschöpfen." Dafür sei es aber auch wichtig, dass ein Bürgermeister sich vor Ort zeige und den Bürgerinnen und Bürgern auch mal sein Lob ausspreche. "Die Leute wollen ihre Arbeit gewürdigt wissen." Dazu gehöre es auch, die örtlichen Vereine künftig besser zu unterstützen. "Da könnte auch mal die eine oder andere Maschine von der Gemeinde ausgeliehen werden." Wichtig sei es zudem, die Vereine gleich zu behandeln. "Dies verspreche ich – denn ich bin ein Vereinsmeier."

    Interkommunale Zusammenarbeit

    Nicht nur für die Gemeindeteile von Oberschwarzach sieht Hespelein Chancen für eine bessere und intensivere Zusammenarbeit. Auch auf der Ebene der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen kann er sich gut gemeinsame Projekte vorstellen. Der Beschluss der Mitglieder des Schulverbands, gemeinsam eine neue Schule in Gerolzhofen zu finanzieren, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Auch bei der Entwicklung des Tourismus gebe es noch viel Potenzial. Denn: "Der Fremdenverkehr fällt derzeit bei uns ziemlich hinten runter, da tun wir uns sehr schwer." Und selbst beim Sport, seiner großen Leidenschaft, sieht Hespelein Chancen für Synergien. Er kann sich beispielsweise vorstellen, in einer interkommunalen Aktion auf dem Gelände des FC Gerolzhofen dort auf dem bisherigen Platz zwei einen Kunstrasen-Platz anzulegen. Davon würde die ganze Region profitieren.

    Zwei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Schweinfurt-Newsletter!

    Kommentare (1)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!