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    Gochsheim

    Kein Betreiber für Einkaufsmarkt im Südosten

    Weihnachtsstimmung im Gemeinderat: Zur letzten Sitzung im ablaufenden Jahr hatten fleißige 'Geister' den Ratstisch und den Pressetisch mit stimmungsvoller Dekoration verziert.
    Weihnachtsstimmung im Gemeinderat: Zur letzten Sitzung im ablaufenden Jahr hatten fleißige "Geister" den Ratstisch und den Pressetisch mit stimmungsvoller Dekoration verziert. Foto: Herbert Markert

    Die Gemeinde wächst in Richtung Südosten. Für über 30 Einfamilienhäuser hat der Gemeinderat die Voraussetzungen geschaffen. Am Rande der schmucken Wohnsiedlung in der Nähe des "Grettstadter Kreisels" an der Umgehungsstraße ist auch Platz vorgesehen für einen Lebensmittel- und einen Drogeriemarkt.

    Nun machte Matthias Cordes von der Firmengruppe Krause aus Bayreuth, die für die Entwicklung der Grundstücke und Bauvorhaben verantwortlich ist, dem Gemeinderat unmissverständlich klar, dass die Märkte in absehbarer Zeit nicht entstehen werden. Dabei schien alles auf einen Rewe-Markt hinzulaufen. Cordes bestätigte, dass es bereits einen Vertrag gegeben habe. Allerdings habe der Lebensmittelkonzern in der Branche übliche Nachträge mit einer Verlängerung des spätesten Bezugsdatums abgelehnt und sich stattdessen zurückgezogen. Cordes vermutet dahinter ein System, denn er habe recherchiert, dass Rewe auf diese Weise schon mehrere Projekte in ganz Bayern habe platzen lassen.

    Obwohl nach Cordes Worten die Lage für die geplanten Märkte an dieser Stelle gut sei, sei das Bemühen, eine andere Kette oder einen anderen Discounter zu bekommen, umsonst gewesen. "Zurzeit finden wir keinen Betreiber aus dem Lebensmittelbereich", konstatierte er. Ihm sei durchaus bewusst, dass, wie CSU/Freie Bürger-Sprecher Dirk Hachtel einwendete, "die Bevölkerung dort eine Einkaufsmöglichkeit wünscht." Er sei sich auch sicher, dass "in fünf Jahren" an dieser Stelle ein Markt entstehen werde. Aktuell sei er aber nicht realisierbar.

    Als nicht realisierbar erwies sich auch die Zustimmung des Gemeinderates zu einem Baugesuch in der Grettstadter Straße. Für das Gebäude, in dem eine Bäckerei und zwei Wohnungen untergebracht waren, beantragte der Besitzer eine Nutzungsänderung für eine Bürofläche und vier Wohnungen. Der Antrag war bereits einmal behandelt, aber vertagt worden, weil dem Gremium die vorgelegten Pläne nicht schlüssig waren. Konkret fehlte es an einem Stellplatz.

    Die Verwaltung war in der vorletzten Sitzung beauftragt worden, mit dem Antragsteller Kontakt aufzunehmen, damit der Mangel behoben werde. Bürgermeisterin Helga Fleischer teilte jetzt mit, dass der Besitzer des Anwesens nicht erreichbar sei. Versuche, ihn zu kontaktieren, seien fehlgelaufen. Zudem sei der Umbau für die Nutzungsänderung bereits vorgenommen worden, und der Antrag dafür komme hinterher.

    Geschäftsleiter Udo Böhnlein erklärte, dass der Bauherr den geforderten Stellplatz nicht zeichnerisch dargestellt habe. Nach der Genehmigung müsse er den Stellplatz herrichten.

    Die fehlende Kooperationsbereitschaft des Bauherrn und das Vorgehen – "Fakten schaffen und dann Antrag stellen" (Freie Wähler) – stießen im Gremium ausnahmslos auf Unverständnis. Nach einer ausgiebigen Suche nach einer Problemlösung entließen die Räte schließlich den Bauherrn nicht aus seiner Verantwortung. Dem Gesuch wurde einstimmig das gemeindliche Einverständnis versagt, und das Gesuch wurde an die Genehmigungsbehörde im Landratsamt weitergeleitet.

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