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    GRETTSTADT

    Kein Flachdach im Altort

    Schon im April beriet der Gemeinderat über die Änderung des Daches auf einer Garage in der Kirchgasse 4 in Obereuerheim. Das dort geplante Flachdach lehnten die Räte einhellig ab.

    Auf Wunsch der katholischen Kirchengemeinde, um deren Bauvorhaben es sich handelt, ermöglichte der Gemeinderat dem Architekten Benedikt Gerber seine Beweggründe für die Flachdachvariante vorzustellen und setzte den Bauantrag noch einmal auf die Tagesordnung.

    Der Anbau eines Treppenhauses und die Errichtung einer weiteren Garage sollen den Standort der Kirchengemeinde stärken und eine separate Nutzung von Pfarrerwohnung, Pfarrbüro und einem später eventuell anzubauenden Pfarrsaal ermöglichen. Die Garage mit dem Flachdach ähnle den bereits vorhandenen Garagen. Eine flache Dachneigung sei typisch für das gesamte in sich geschlossene Ensemble, das in den 1960er-Jahren gebaut wurde. Durch die L-Form der Gebäude würden Satteldächer sehr groß werden und unter Umständen den Blick auf die Kirche verstellen.

    Die Erweiterung um einen Pfarrsaal für 60 bis 80 Personen könne ohnehin nur in Flachdachbauweise geschehen, weil sonst der obere Teil des Pfarrhauses kein Licht mehr bekäme, erklärte Gerber. Deshalb plädierte er für „ein einheitliches Erscheinungsbild aller Bauteile auf dem Grundstück“. Aus städtebaulicher Sicht sei es geboten, dass sich ein Neubau nahe der Kirche so weit möglich klein mache und zurücknehme.

    Bürgermeister Ewald Vögler erklärte dem Architekten die Argumentation des Gemeinderates. Im Zuge ortsbildprägender Maßnahmen sei man auch auf einiges gestoßen, was nicht passt. Flachdachanbauten in Richtung Garage seien zurzeit in Mode, passten aber nicht ins Ortsbild. Der Rat habe nichts gegen das Treppenhaus und den Umbau des Pfarrhauses, auch dass ein Pfarrsaal, der im hinteren Teil des Areals stünde, nur in Flachdachbauweise gehe, würde man akzeptieren. Das Flachdach auf der Straßenseite habe der Rat dagegen einstimmig abgelehnt.

    „Wir müssen nicht jede Bausünde der 1969er-Jahre wiederholen“, bekräftigte Karl Böhner. Da könne man auch bei der Kirche keine Ausnahme machen, erklärte Vögler. Überall sonst lehne man Flachdächer ab. Schließlich stimmten nur vier Gemeinderäte für die Aufhebung des Ratsbeschlusses vom Februar, so dass der Bauantrag weiterhin abgelehnt bleibt.

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