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    Stadtlauringen

    Keine "Rache" für verweigerte Zustimmung

    Im Zuge der Bauleitplanung für ein neues Baugebiet in Altenmünster stellte Matthias Kirchner vom gleichnamigen Planungsbüro die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange dem Gemeinderat vor.

    Auf dem 1,7 Hektar großen Gelände im südlichen Bereich des bereits bestehenden Wohngebietes sollen 14 neue Parzellen entstehen. Weil die Straßenentwässerung im Trennsystem mit separaten Kanalleitungen für Schmutz und Regenwasser geplant ist, muss am Ende der Haupterschließungsstraße ein kleines Regenrückhaltebecken erstellt werden. Dieses soll jedoch in einer großzügig angelegten, parkähnlichen Grünfläche integriert werden und somit auch zur Freizeitwerterhöhung beitragen.

    Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung gingen innerhalb der gesetzten Frist keine Äußerungen oder Anregungen ein.  Seitens der Träger öffentlicher Belange gab es nur durch die Gemeinde Üchtelhausen eine Ablehnung. Diese sah den Gleichheitsgrundsatz "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" der Mitgliedsgemeinden des Schweinfurter Oberlandes verletzt.  Stadtlauringen würde durch sein gutes Neubauangebot sogar Bauinteressenten aus Üchtelhäuser Gemeindeteilen abwerben.

    Bürgermeister Heckenlauer wies auf das gut angenommene Innenort-Revitalisierungsprogramm hin, das bereits 250 Maßnahmen mit rund 1,4 Millionen Euro unterstützt habe. Diese Maßnahmen seien sogar mit dem 2. Platz beim europäischen Dorferneuerungswettbewerb ausgezeichnet worden. Die Stadtlauringer Gemeinderäte nahmen die Abweisung aus Üchtelhausen dennoch gelassen und sie verzichteten auch auf "Rache", denn in einem weiteren Tagesordnungspunkt waren sie zu einer Stellungnahme zu 45 Bauplätzen in Üchtelhausen aufgefordert .

    Dort soll im Gemeindeteil  Üchtelhausen auf 4,2 Hektar neues Wohnland geschaffen werden. Das Ansinnen wurde einstimmig gebilligt, wenngleich sich Barbara Göpfert einen Seitenhieb nicht verkneifen wollte. Sie vermisste ob des hohen Üchtelhäuser Zustimmungsergebnisses zum Volksbegehren "Rettet die Bienen" entsprechende Grünflächen im Plan. Die Parzellen seien doch "sehr funktional" angelegt.

    Nachdem er "angeschwärzt" worden war, erhielt ein Landwirt aus Birnfeld Post vom Landratsamt. Darin wurde er aufgefordert eine Tektur für den Neubau seiner Unterstellhalle an der Schäferei 8 vorzulegen. Vorausgegangen war eine nicht im Bauplan vorgesehene Änderung der Dachneigung, bzw. eine unzulässige Erhöhung derselben. Eine Kontrolle durch das Landratsamt hatte ergeben, dass die Anzeigen zutreffend waren.

    Der Tekturplan gibt nun die tatsächlich geschaffenen Verhältnisse wieder. Da dieser doch erheblich vom genehmigten Plan abweicht, wird nun das Landratsamt weiter prüfen müssen, ob noch die für Zuschüsse bedeutsame Privilegierung vorliegt. Da der Gemeinderat in solchen Fällen nur die rein rechtliche Lage zu beurteilen hat, musste er trotz moralischer Bedenken einiger Ratsmitglieder zustimmen. Um eine weitere Tektur ging es bezüglich des Umbaus mit Teilneubau des "Haus der Begegnung" am Ellertshäuser See.

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