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    Üchtelhausen

    Keine einheitlichen Dachformen

    Wie frei darf in Üchtelhausen gebaut werden? Diese Frage diskutierte der Gemeinderat aufgrund einer Stellungnahme des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege. Dieses hatte auf die Planungen der Gemeinde für das Neubaugebiet Katzenklinge Ost in Üchtelhausen reagiert.

    Wegen der Nähe des Baugebiets zur Kuratiekirche St. Jokobus des Älteren, einer Chorturmkirche, deren mittelalterliches Langhaus im Kern erhalten ist, müsse auf eine traditionelle fränkische Dachform geachtet werden. Erlaubt wären demnach Satteldächer und Zeltdächer oder Walm- und Mansardendächer mit einer steilen Dachneigung. Flach- oder Pultdächern ebenso wie Toskanahäusern erteilte die Denkmalpflege eine klare Absage. Des Weiteren forderte sie, die Farben der Dachziegel auf Braun- und Rottöne zu begrenzen.

    Grundsätzlich seien diese Einwände berechtig, meinte Geschäftsleiter Harald Mantel, der Gemeinderat habe sich aber anders entschieden. Da die Ortsbildgestaltung Sache des Rates sei, ginge es hier um die Grundsatzfrage: "Will der Gemeinderat das Ortsbild der Zukunft beeinflussen oder vertritt er die Auffassung, dass moderne Baugebiete in ihrer Vielfalt keinem Stil mehr entsprechen müssen."

    Bauvorhaben großzügig genehmigen

    Teresa Schmitt gab zu Bedenken, dass das Amt für Denkmalpflege wohl die Steigungen im Ort übersehen habe, denn vom Neubaugebiet aus sehe man nur noch die Spitze des Kirchturms und von der Kirche aus das Neubaugebiet gar nicht. Steffen Sperber und Uwe Heid betonten, dass man bisher gut damit gefahren sei Bauvorhaben großzügig zu genehmigen. Ingo Göllner meinte, wenn schon Vorgaben, dann sollten die sich eher auf Gründächer oder Fotovoltaikanlagen beziehen. In diese Richtung gebe es bereits Anregungen beispielsweise von Bund Naturschutz, der sich für die Gärten ausspreche, erklärte Mantel.

    Grundsätzlich befürworte sie eine fränkische Bauweise, meinte Bürgermeisterin Birgit Göbhardt, aber die neuen Niedrigenergiehäuser beispielsweise hätten fast immer Pultdächer. Außerdem ringe jede Gemeinde um junge Familien und die bauten nur da, wo sie bauen dürften, wie sie wollen. "Es ist ein schmaler Grat, auf dem wir uns da bewegen", stellte die Bürgermeisterin fest. Der Rat aber war sich schließlich einig, die bisherige Planung soll weiterverfolgt werden. Demnach darf jeder so offen wie möglich bauen.

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