• aktualisiert:

    Schweinfurt

    Keine japanischen Kirschbäume in der Carus-Allee

    Japanische Kirschbäume, wie hier im thüringischen Langensalza, sind vielerorts eine Attraktion. Stadtrat Georg Wiederer könnte sich vorstellen, dass man damit auch in Schweinfurt den Tourismus ankurbeln kann. Eine Bepflanzung der Carus-Allee mit solchen Bäumen hat der Bau- und Umweltausschuss aber abgelehnt. Foto: Martin Schutt

    Es bleibt wie beschlossen: Die Carus-Allee wird eine locker strukturierte grüne Achse mit Baumindividuen und keine Allee aus japanischen Kirschbäumen. Das hätte sich Stadtrat Georg Wiederer (FDP) gewünscht, findet mit seiner Idee allerdings keine Befürworter.   

    Schon im Mai hatte Wiederer den Antrag gestellt, die Stadt möge prüfen, die Carus-Allee mit japanischen Kirschbäumen zu bepflanzen. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstag stand der Antrag nun zur Diskussion. Inzwischen sind die Arbeiten zur Herstellung der Carus-Allee allerdings längst beauftragt, und auch der Spatenstich für das 6,2-Millionen-Euro-Projekt ist schon erfolgt.

    Wiederer hielt trotzdem an seinem Antrag fest, mit folgender Begründung: In vielen Städten seien in der Vergangenheit gezielt japanische Kirschbäume gepflanzt und dadurch der Tourismus angekurbelt worden. Er verwies auf das Kirschblütenfest in Bonn oder das Cherry-Blossom-Festival in Washington D.C. Solch eine Attraktion könnte man auch in Schweinfurt etablieren, noch dazu ohne besondere Mehrkosten, denn die Carus-Allee wird ja gebaut. "Wir vergeben uns eine große Chance", glaubt Wiederer und untermauerte seine Argumentation mit Bildern von rosa blühenden Kirschbaum-Alleen.

    Es bleibt dabei: Die Carus-Allee wird keine japanische Kirschbaum-Allee, sondern eine locker strukturierte grüne Achse mit Baumindividuen. Foto: Oliver Schikora

    Die vom Stadtrat schon vor gut zwei Jahren beschlossene Gestaltung der Carus-Allee, die auf dem Ergebnis eines Realisierungswettbewerbs beruht, will gerade aber weg vom üblichen Gestaltungsmuster. Anstelle einer klassischen Allee mit schnurgeraden Baumreihen sollen sich entlang der 600 Meter langen Achse durch das Gelände der ehemaligen Ledward-Kaserne Ansammlungen von einzelnen Bäumen locker gruppieren.

    "Wir wollten ja gerade dem typisch militärischen Duktus etwas entgegenstellen", begründete Baureferent Ralf Brettin noch einmal die Entscheidung. Neben den gestalterischen Aspekten seien die maßgeblichen Kriterien bei der Auswahl auch die Baumarten gewesen, vor allem deren Eignung für das Stadtklima und deren Nutzung für die Insekten. Sie seien hitzeresistent, ökologisch wertvoll und durch ihre unterschiedliche Blütezeit auch ganzjährig eine Attraktion.

    Die ökologische Wertigkeit steht auch für Reginhard von Hirschhausen (Grüne) im Vordergrund. Und Christiane Michal-Zaiser (prosw) gab zu bedenken, dass eine Abänderung der Planung eventuell die Fördergelder gefährden könne. Auch Rüdiger Köhler (CSU) plädierte dafür, an dem Konzept festzuhalten. Es sei schlüssig und "mal was anderes".

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (2)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!