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    GRAFENRHEINFELD

    Keine scheibchenweisen Verlängerungen

    Das Wasserstraßenneubauamt (WNA) hat am 13. August erneut eine E-Mail an die Gemeinde geschickt und um Verlängerung der Sondernutzung des Adam-Tasch-Weges gebeten. Diese wird gebraucht, damit das Aushubmaterial des Mainausbaus mit rund 2000 Tonnen täglich abgefahren werden kann. Die Verwaltung bat deshalb um eine klare Entscheidung des Gemeinderates.

    Ein solcher Antrag stand nämlich schon im Juli auf der Tagesordnung des Gemeinderates, wurde aber auf Antrag von Walter Kaspar von dieser gestrichen, weil es bereits einen gültigen Gemeinderatsbeschluss gab, keiner Verlängerung zuzustimmen.

    Der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Riegler telefonierte mit der Sachbearbeiterin des WNA. Diese sei bereits von der ursprünglichen Verlängerung bis zum 15. auf den 10. September, vor den Schulanfang, zurückgegangen, berichtete Riegler. Bis dahin solle die alternativ hergerichtete Umschlagstelle Hafen-Süd zur Verfügung stehen. Die Verzögerungen seien vor allem aufgrund von Problemen mit der Kampfmittelbeseitigung und dem Artenschutz entstanden. Riegler plädierte dafür, der Verlängerung zuzustimmen, da sich bisher ja „niemand beschwert habe“, weder die Schulweghelfer, noch die Anwohner. Außerdem wollte er das „gute Verhältnis zur Stadt“ nicht gefährden.

    Man habe eine Verlängerung bereits im Juli mehrheitlich abgelehnt, erinnerte Ludwig Weth. Es sei allein das Problem des WNA, wenn diese mit ihrem neuen Umschlagplatz nicht rechtzeitig fertig würden. Er fürchtete Folgeanträge auf Verlängerung, wenn man jetzt zustimme. Dies unterstützte Guido Oster. Bei der Sitzung mit Vertretern des WNA habe man bereits gefragt was sei, wenn der alternative Platz im Hafen nicht rechtzeitig fertig werde. Damals sei von den Verantwortlichen des WNA vollmundig argumentiert worden, „das ist dann unser Problem“. Daran müsse sich die Behörde jetzt halt messen lassen. Er warb gegen eine Zustimmung, auch in Verantwortung den Bürgern gegenüber. Auch Walter Kaspar meinte, der Gemeinderat verliere seine Glaubwürdigkeit, wenn er jetzt zustimme. Außerdem hätten das WNA vier Monate Zeit gehabt, in denen scheinbar nichts geschehen sei.

    Man könne doch der Behörde nicht unterstellen, dass sie nichts getan habe, argumentierte Walter Weinig und wollte „zustimmen, wenn auch nicht sehr gerne“. Walter Wegner bekräftigte dies. Der Plan des WNA sei schon sehr ambitioniert gewesen, argumentierte er und „wir merken weniger vom Abtransport, als wir befürchtet haben“. Auch er stimmte zu.

    Dennoch lehnte der Gemeinderat quer durch die Parteien mit sieben gegen fünf Stimmen den Antrag des WNA auf Verlängerung der Sondernutzung des Adam-Tasch-Weges ab.

     

    Update, 22.8.18:
    Dritter Bürgermeister Ludwig Weth hat seine Aussage im Gemeinderat gegenüber unserer Redaktion nachträglich noch präzisiert:  „Das Wasserstraßenneubauamt hat es nicht geschafft, seine optimistischen Aussagen und Planungen auch umzusetzen bezüglich einer alternativ herzurichtenden Umschlagstelle Hafen-Süd mit Zufahrt über die Gottfried-Schenkerstraße. Der Bauzeitenplan konnte auch aus Gründen nicht eingehalten werden, die so nicht vorhersehbar waren. Das Niedrigwasser des Mains hat die Arbeiten erschwert, die Kampfmitteluntersuchung hat Zeit gekostet, artenschutzrechtliche Bestimmungen haben den Baufortschritt verzögert. Zudem wird der Hafenbetrieb ja parallel genutzt, ist aber nicht leistungsfähig genug. Das Wasserstraßenneubauamt hat unterschätzt, wie viel Zeit es kostet, seine ehrgeizig gesetzten Ziele umzusetzen. Aber wir haben beim Runden Tisch Kooperation aller Beteiligten gefordert und vereinbart; deswegen wurde ja erst die neue Umschlagstelle vorgesehen. Es gibt jetzt einen belastbaren Zeitplan, deshalb plädiere ich dafür, den Umschlagplatz an der Brücke Grafenrheinfeld/Bergrheinfeld bis 8.9.2018 zu verlängern - ein Entgegenkommen, das nicht leicht fällt, aber vertretbar ist. Einen weiteren Antrag kann sich das Wasserstraßen-Neubauamt nicht mehr leisten.“

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