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    Hergolshausen

    Kläranlage: Zull hält an seinen Zahlen fest

    Die Kläranlage Hergolshausen: Um ihren Um- und Ausbau ist erneut Streit ausgebrochen. Foto: Anand Anders

    Um den Um- oder Ausbau der Kläranlage ist erneut Streit ausgebrochen. Es geht um die Frage, ob sie richtig dimensioniert ist, also letztlich um die Höhe der Kosten, die auf die Haushalte umgelegt werden. Entzündet hat sich die Debatte zuletzt bei der Bürgerversammlung im April, bei der sich Kritiker wie Gottfried Zull zu Wort gemeldet haben. Er sieht seine Argumente in der Berichterstattung dieser Redaktion nicht ausreichend gewürdigt, wie er in einer Stellungnahme schreibt.

    Anschluss an Waigolshausen fiel 2017 durch 

    Zull gehört zu den Initiatoren eines Bürgerbegehrens, das 2017 zu einem Bürgerentscheid geführt hat. Damals votierten die Bürger der Gemeinde Waigolshausen mehrheitlich gegen den Vorschlag des Gemeinderats, den Hergolshausener Kanal an die Waigolshausener Kläranlage anzuschließen. Nun steht der Bau einer so genannten SBR-Anlage in Hergolshausen im Raum.

    Zull teilt mit, dass er in der Bürgerversammlung im April dargelegt habe, dass Hergolshausen keine Kläranlage für 400 Kubikmeter Klärschlamm benötige. Die Klärschlammmenge von 2012 bis 2015 habe 198 Kubikmeter betragen, somit 66 Kubikmeter pro Jahr mit einem Schlammanteil von 12,6 Prozent. Mit diesen Zahlen hatte Zull bereits während des Bürgerbegehrens operiert; sie stammten von der Gemeinde, sagte er und sie dienen ihm als Nachweis, dass die Anlage zu groß geplant werde: Mit Kanonen werde auf Spatzen geschossen, heißt es in der Stellungnahme.

    205 Kubikmeter oder nur 66?

    Damals hatte die Gemeinde vehement widersprochen. Sie errechnete ein Aufkommen von 1643 Kubikmeter Klärschlamm binnen acht Jahren, somit 205 Kubikmeter pro Jahr. Die von Zull genannten 198 Kubikmeter hätten sich nicht innerhalb von sechs Jahren angesammelt, sondern sei das Volumen, das 2015 entsorgt worden sei, sagte 2017 Kämmerer Thomas Klein. Zull verweist darauf, dass 2009 die Schlammteiche vollständig geleert worden seien und man nur ab diesem Zeitpunkt Mengenberechnungen anstellen könne.

    Zull kritisiert zudem, dass neben einem Lagerplatz aus Beton für 400 Kubikmeter Schlamm zusätzlich für die Mischwasserbehandlung ein Vorspeicher für 250 Kubikmeter und ein Regenrückhaltebecken für 1000 Kubikmeter vorgesehen seien. Dies alles würde die Kosten auf 1,86 Millionen Euro erhöhen. Die Bürgerinitiative war immer mit der Forderung aufgetreten, möglichst "die günstigste" Variante umzusetzen.

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