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    Grafenrheinfeld

    Klangkino für die Ohren

    Auf Klangreise rund um die Welt: Das SBO Grafenrheinfeld unter der Leitung von Dirigent Raphael Schollenberger. Foto: Daniela Schneider

    Mit einem klangvollen Marsch startete das Symphonische Blasorchester (SBO) Grafenrheinfeld ins diesjährige Frühjahrskonzert. Schon die schön geschmückte Kulturhalle verriet mit Koffern, chinesischen Schirmchen, Pyramiden und Elefanten: Es geht auf eine große klangliche Reise.

    Das abwechslungsreiche und höchst anspruchsvolle Programm umspannte nämlich einmal die Welt, von Grafenrheinfeld ging es mit der "SBO-Airline" und ihrem "Kapitän" Raphael Schollenberger zur Ouvertüre "Alcazar" und dem Flamenco nach Spanien, um wenig später dann mit zarten Flötenklängen und kraftvollen Passagen den Bergwind in den österreichischen Alpen aufleben zu lassen. Mit dem konzerttitelgebenden Blasorchesterwerk "In 80 Tagen um die Welt" wurde dann kurz vor der Pause noch einmal sehr eindrucksvoll die klangliche Bandbreite des über 40-köpfigen Ensembles deutlich.

    Französisches Flair und Wild-West-Mythos

    Das Stück selber: ein sehr variationsreiches Klangerlebnis, das mit indischen Elefantenlauten, französischem Flair, dem vertonten amerikanischen Wild-West-Mythos und versteckten überraschenden Musiksequenzen für perfekte Unterhaltung sorgte in diesen zehn Minuten, die sich, wie das Programm ganz zu Recht versprach, als "Kino für die Ohren" entpuppten.

    Nach einer kleinen "kulinarischen Zwischenlandung" war es der "Marsch der belgischen Fallschirmspringer", der den zweiten Konzertteil eröffnete; wie immer wurde das Konzert übrigens wieder erfrischend unkonventionell von Linus Trapp und Florian Lutz moderiert.

    Prächtige filmmusikalische Klänge führten ans Ende der Welt, hier navigierte "Kapitän" Raphael Schollenberger seine Musikerinnen und Musiker sicher durch das klanggewaltige symphonische Oberstufenwerk mit dem vorangestellten Gesangssolo von Lisa Schilhan.

    Fahrradklingel-Solo und traditionelle Melancholie

    Musik aus dem Reich der Mitte mit geheimnisvoller fernöstlicher Melodik und der Happy Cyclist mit einem fröhlich-rhythmischen Fahrradklingel-Solo quer durch die Kulturhalle von Leon Böttche beschlossen das gut 90-minütige, zur Freude aller außerordentlich gut besuchte Konzerterlebnis, das mit zwei perfekt gewählten Zugaben – der schwungvollen Anna-Polka und dem traditionell-melancholischen "Irish Tune from Country Derry" mit schönen Glanzpunkten für Blech und Holz –einen stimmungsvollen Ausklang fand und mit stehenden Ovationen und viel Beifall belohnt wurde.  

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