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    Dittelbrunn

    Klappern in Karwoche und Coronakrise

    Klappern gehört zum Handwerk, auch in Corona-Zeiten: Im Jahr 2019 durften die Dittelbrunner Rappler noch durch die Gemeinde ziehen, mit den Organisatoren Jannik Meusel (links unten) und Linus Klein (rechts unten).
    Klappern gehört zum Handwerk, auch in Corona-Zeiten: Im Jahr 2019 durften die Dittelbrunner Rappler noch durch die Gemeinde ziehen, mit den Organisatoren Jannik Meusel (links unten) und Linus Klein (rechts unten). Foto: Jannik Meusel

    Die Ratsche oder Rappel ist ein uraltes Klapperinstrument, das im Mittelalter vor Krankheit und anderen Gefahren gewarnt hat. Was ihm in der Coronakrise auch nichts hilft: Das traditionelle "Rappeln", mit dem Jugendliche und Ministranten in der Karwoche von Haus zu Haus ziehen, um ans Leiden Christi zu erinnern und Spenden zu sammeln, muss 2020 aufgrund der Ausgangsbeschränkungen entfallen. Eigentlich soll das Klappern das Läuten der Glocken ersetzen, die, laut Volksglauben, in der Karwoche nach Rom fliegen, um neu geweiht zu werden.

    Jannik Meusel und Linus Klein, die den Brauch in der katholischen Pfarrgemeinde St.Rochus organisieren, haben nach einem "Plan B" gesucht. Am Ende blieben drei Varianten übrig. Zum einen Rappeln von Balkon, Garten und Terrasse aus, zum anderen ein Straßen-Umzug nur mit den Ältesten. Oder, als dritte Variante, eine Mischung aus beiden. Laut Gesundheitsamt ist das Rappeln aber kein triftiger Grund, um aus dem Haus gehen zu dürfen", sagt Jannik Meusel.

    Jetzt bleibt noch das Rappeln vom Balkon. Vermutlich 30 Rappler, im Alter zwischen sieben und 23 Jahren, werden ihren Rappelklang drei Minuten lang über ganz Dittelbrunn erschallen lassen. Dazu gibt es Rappelverse, abhängig von Tag und Uhrzeit. Am Gründonnerstag heißt es :"Das ist die Todesangst Christi, Christi." Eigentlich ist das der Spruch nach dem Kirchgang, dieses Jahr ist er um 21.30 Uhr vorgesehen.

    Am Karfreitag und Karsamstag um 7 Uhr gibt es ein "Das ist das Ave Maria, Maria", am Freitag auch um 19 Uhr. Um 11 Uhr lautet der Vers:"Das ist der englische Gruß, den jeder Christ beten muss, gelobt sei Jesus Christus, Christus." An Karfreitag um 13.30 Uhr verkünden die Rappler: "Das ist das Leiden und Sterben Christi, Christi." Am Karsamstag um 13.30 ist dann mit dem Rappeln Schluss: "Das ist die Grabesruhe Christi und zugleich das letzte Mal in diesem Jahr, bis übers Jahr. Wer da noch lebt, der hat ne große Freude, wer nicht mehr lebt, der ist bedeckt, bis Gott ihn wieder auferweckt, auferweckt".

    Alle weiteren gemeinsamen Aktionen müssen entfallen. Allerdings fällt damit auch das Spendensammeln am Karsamstag weg – bei dem die letzten Jahre jeweils mehr als 3000 Euro zusammen gekommen sind, sei es für die Palliativstation Schweinfurt, den Förderverein krebskranker Kinder Hambach oder die Maria-Theresia-Stube in Schweinfurt. In diesem Jahr soll der Kinderschutzbund Schweinfurt unterstützt werden. Spenden können nun im Briefumschlag eingeworfen werden, im Pfarrhaus oder Pfarrbüro  (Konrad-Kamm-Straße 17), bei Jannik Meusel (Sonnenstraße 9) oder Linus Klein (Binsigweg 75) oder bei Julius Ebert (Am Süßberg 38).

    Eine Überweisung ist ebenfalls möglich, auf das Konto der Pfarrei St. Rochus Dittelbrunn (DE62 7935 0101 0000 2505 06, Sparkasse Schweinfurt) mit Verwendungszweck "Rappeln 2020 - Kinderschutzbund". Ansonsten sind Mitrappler jederzeit willkommen, egal welcher Konfession. Wer keine Rappel hat, bekommt eine geliehen.

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